Klimaschutz ist Gesundheitsschutz: Hitzeschutz für Alle!


Der Sommer dieses Jahr war heiß. Arbeiten im Sommer, wenn Mensch auch am See oder Meer sein könnte, macht sowieso schon wenig Freude. Wenn es dann auch noch am Tag über 30° und in der Nacht über 20° heiß ist, wird jede Schicht eine zusätzliche Qual. Von Hitzeschutz fehlt fast überall jede Spur und die Tipps von „mehr Trinken“ bis „Anstrengungen vermeiden“ sind wenig hilfreich, wenn körperlich gearbeitet werden muss – ob im Krankenhaus, auf dem Bau, in der Landwirtschaft, in Transport und Logistik, aber auch Bürotätigkeiten sind bei diesen Temperaturen unerträglich. Hilfe von der Regierung – Fehlanzeige. Merz wird den Sommer „beobachten“ und weiterhin seinen Urlaub genießen.

Pläne, wie die Bevölkerung zukünftig gegen die steigende Hitze geschützt werden kann, gibt es keine. Gerade in Großstädten wie Berlin staut sich die Hitze besonders. Mehr Grünflächen und Bäume, einen Ausbau des öffentlichen klimatisierten Personenverkehrs, weniger Verkehr, da Autos in Städten Hitzetreiber sind und einen Ausbau von Klimaanlagen auf Arbeit sowie öffentlicher Infrastruktur wären erste Maßnahmen. Und es sind Maßnahmen, welche schon längst hätten umgesetzt werden müssen: Forschende warnen bereits seit 60 Jahren vor steigenden Temperaturen, doch weder die Regierung noch die Industrie hat viel dagegen getan. Und das hat auch einen Grund.

Die Umweltsünder

Nur 57(!) Konzerne sind für 80 % des weltweiten CO2 Ausstoßes verantwortlich. Der Öl-Konzern Exxon Mobil wusste bereits in den 70er Jahren durch eine konzerneigene Studie, wie umweltschädlich die Nutzung fossiler Brennstoffe ist. Ihre Reaktion darauf war es, diese Studie verschwinden zu lassen und gab danach Studien in Auftrag, die den menschengemachten Klimawandel leugnen. Und dies ist nur ein Beispiel. Viel Geld haben diese Konzerne in die Hand genommen, um von ihrer Verantwortung abzulenken. Sie haben Fehlinformationen in die Welt gesetzt, Lügen verbreitet und von ihrer Schuld abgelenkt. Der sogenannte individuelle „CO2-Fußabdruck“ ist eine Erfindung der Öl- und Gaslobby und soll die Verantwortung der Konzerne auf den Einzelnen ablenken. Statt über ihre Verantwortung zu reden, sprechen wir über „iss weniger Fleisch“, „flieg weniger“, „iss regional“. Das sind alles wichtige Gedanken, aber im Vergleich zur Verantwortung dieser Konzerne leider ein Witz.

Die Folgen tragen wir

Wer muss bei dieser Hitze weiterarbeiten? Wer hat keine Klimaanlage auf Arbeit? Wer darf sich in Zukunft weniger krankmelden? Schon jetzt ist ersichtlich, welche gesundheitlichen Folgen die Hitze hat. An Tagen über 30° gibt es im Durchschnitt 76.500 Krankmeldungen mehr pro Tag. Bis zum 02.08. starben schätzungsweise 12.500 Menschen an der Hitze. Die Hitze bringt das sowieso schon belastete Gesundheitssystem an seine Grenzen. Die Hitze betrifft vor allem auch uns Arbeitenden, weil wir täglich zur Arbeit müssen, weil wir oft in engen, dicht bebauten Wohnquartieren wohnen, oft schlecht isoliert mit wenig Grünflächen. Bei den erwarteten dürre bedingten Ernteausfällen und den durch Niedrigwasser erschwerten Transport werden die Lebensmittelpreise garantiert weiter steigen. Wir zahlen das Geld für die Klimakrise, die die Kapitalist:innen verursachen.

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz

Die Landes- und Bundesregierung kürzt überall. Ob bei Gesundheit, Sozialem oder beim Klimaschutz. Angeblich ist kein Geld da. Dabei werden gerade Milliarden für Aufrüstung ausgegeben. Dieses Geld wird dann woanders eingespart. Wir können nicht erwarten, dass Gesundheitsschutzmaßnahmen auf Arbeit einfach so umgesetzt werden. Wir werden dafür kämpfen müssen. Am 26.09. gibt es eine Möglichkeit dafür – die Gewerkschaftsdemo gegen den Sozialabbau. Kommt vorbei, der Treffpunkt ist 12 Uhr vor dem IG-Metall Haus in der Alten Jakobsstraße. Diejenigen, die die Klimakrise verursacht haben, sollen auch dafür zahlen.

[Vorderseite unseres Betriebsflugblattes am Krankenhaus Charité „Vitamin C“ vom 20.08.2026]

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