Startseite

Willkommen auf der Website der Revolutionär Sozialistischen Organisation. Zur Seite unserer österreichischen Genoss_innen gelangt ihr hier: http://www.sozialismus.net

Findet hier die aktuelle Vorderseite unserer Betriebsflugblätter:

Dunkle Wolken am kapitalistischen Himmel – wer wird nass?

smart

Wir erleben wieder das große Jammern in der deutschen Industrie: Die Aufträge gehen zurück. Das Wirtschaftswachstum stagniere. Die Aktienwerte einiger Industriebetriebe wie ThyssenKrupp, Salzgitter oder König & Bauer versprechen nicht mehr das, was sich die Investoren erhofft haben. In der Autoindustrie gibt es eine Meldung zu Stellenabbau nach der anderen. Die österreichische Wirtschaft ist weiterhin stark mit der deutschen verflochten, zum Beispiel über die Autozulieferbranche, und verzeichnet ebenfalls ein Nullwachstum. Die nächste Krise? Schauen wir genau hin! Die Unternehmen haben in den letzten Jahren Rekordgewinne verzeichnet und den Aktionären Rekordausschüttungen beschert.Die Profite der Unternehmen sind nur so gesprudelt.

Deutschland ist weiterhin führend bei Exporten. Hinter „wirtschaftlichen Schwierigkeiten“ verstecken sich oft Umstrukturierungen mit Stellenabbau, die heute „kosten“, aber den AktionärInnen imponieren sollen und Investitionen in künftige Gewinne sind.

Nach der Krise? Vor der Krise? Wessen Krise?

Wer weiß, ob die Weltwirtschaft wieder in einer Rezession steckt, ob morgen das Kartenhaus zusammenbricht oder erst übermorgen? An den Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise vor 10 Jahren können sich die meisten noch gut erinnern. Die deutsche und österreichische Wirtschaft sind relativ gut durch die Krise gekommen dank großer staatlicher Subventionierung. Die Wirtschaftskrise wurde nicht gelöst, sondern mit Steuergeldern und Niedrigstzinsen für die Banken und Konzerne aufgeschoben und auf die Lohnabhängigen und die südeuropäischen Länder abgewälzt. So ist Deutschland das Land mit dem größten Niedrig­lohnsektor in der EU. Die Staatsschulden sind fast überall in die Höhe geschnellt. Hinzu kommt der „Handelskrieg“ zwischen den USA, China und der EU mit gegenseitigen Strafzöllen. Fest steht, dieser Kampf um Absatzmärkte soll zu Lasten der Malocher gehen.

Dennoch, wenn Volkswagen zehntausende Stellen abbauen will, dann nicht, weil „Krise“ herrscht. VW hat nach ständigem Wachstum zwar zuletzt weniger Autos verkauft, aber der Gewinn ist erneut gestie­gen. Trotz Dieselskandal und heftigen Strafzahlun­gen in den USA. VW behauptet, der Umstieg auf Elektroautos benötige weniger Arbeitskräfte. Aber die Auftragsbücher sind voll für die ollen Verbren­nungsmotoren! Sie lassen heute die Arbeitenden bluten, weil sie – vielleicht – morgen weniger Leute brauchen?! Continental will 20.000 Stellen streichen zur Steigerung der „Rentabilität“. Die Gewinne sind hoch, Continental hat erst den milliardenschweren Deal mit Schaeffler verdaut. Mutter und Sohn Schaeffler sind auf Platz 8 der reichsten Deutschen. Krise? Nicht bei den Schaefflers. Auch BMW kündigt Stellenabbau und Lohnkürzungen an. Auf wirtschaft­liche Schwierigkeiten können sie sich nicht berufen. Die Quandt-Geschwister, denen zur Hälfte BMW ge­hört, haben allein eine Milliarde an Dividende letztes Jahr bekommen. So gut geht es ihnen und BMW.

Das Opel Werk in Wien hat schon ein Drittel der Beschäftigten gekündigt, die Schließung ist absehbar. Damit löst PSA (Peugeot-Citroen) die Versprechungen ein, die es den Investoren beim Kauf von Opel gemacht hatte: Rekordrenditen einfahren.

In der Stahlbranche gibt es weltweit seit Jahren Überproduktion. Aber wenn ThyssenKrupp oder Salzgitter heute „Verluste“ beklagen, dann auch wegen Strafzahlungen, für die sie millionenschwere Rückstellungen gebildet haben. Sie hatten Kartelle gebildet und sich so Extraprofite gesichert. Die Umstrukturierungen in der Stahlbranche heute, sind die Gewinnversprechungen für morgen.

Wir zahlen nicht

In Tarifverhandlungen verlangen die Vertreter der Unternehmen „Zurückhaltung“ von den Beschäftig­ten. Konzerne fordern immer offener Seite an Seite mit Gewerkschaften die Hilfe des Staates ein, der Investitionen und Umstrukturierungen – nebst Stel­lenabbau – unterstützen soll. Oft unter dem Vor­wand des ökologischen Umbaus. Typisch: In der Krise soll die ArbeiterInnenklasse verzichten, im Aufschwung auch, damit das Wachstum nicht gefährdet wird und überhaupt würden die wirtschaftlichen Erwartungen keine Lohnerhöhungen zulassen und sogar Streichungen erfordern.

All diese Angriffe von oben erfordern Klassenkampf von unten, egal ob in China, den USA oder der EU. Ein erster Schritt wäre, ein Verbot von Entlassungen und stattdessen Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich zu erkämpfen.