
Der hinter uns liegende Rekordsommer zeigt, was uns ab jetzt regelmäßig droht und wie weit der Klimawandel bereits vorangeschritten ist. Die Auswirkungen auf uns Arbeitende sind dramatisch: Gesundheit, steigende Preise, der Tod von Angehörigen, steigende Unsicherheiten … Es ist so deutlich wie nie, dass ein Kampf gegen die Klimakatastrophe und ihre Auswirkungen nur erfolgreich sein kann, wenn wir die kapitalistische Ordnung selbst in Frage stellen.
Der Klimawandel ist nicht abstrakt, sondern wirkt sich auf unser alltägliches Leben aus. Für viele wurde schon der Arbeitsalltag zu einer extremen Belastung. Egal ob auf der Baustelle, in nicht klimatisierten Büros und Klassenzimmern, als Essenszusteller:in, in der Gastronomie oder in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Auch die Nächte boten oft keine Abkühlung, viele Wohnungen waren dauerhaft total überhitzt. Anpassungsmaßnahmen gibt es oft einfach nicht.
Alleine in Europa dürfte es diese Sommer mindestens 35.000 Hitzetote gegeben haben. Vor allem in Pflegeheimen und Krankenhäusern müssen Beschäftigte nicht nur selber mit der Hitze zurecht kommen, sondern auch dabei zusehen wie ihre Patient:innen hitzebedingt leiden und sterben.
Die Dürre brachte nicht nur verheerende Waldbrände, die Feuerwehrleute und Sanitäter:innen an ihre Grenzen brachten und Häuser wie Leben zerstörte, sondern auch massive Ernteausfälle, steigende Lebensmittelpreise und eine sinkende Versorgungssicherheit mit sich. Besonders betroffen sind Menschen in halbkolonialen Ländern des globalen Südens, wo aufgrund von Ernteausfällen und Lebensmittelexporten, Hungerkatastrophen ungeahnten Ausmaßes drohen. Doch die Riesenprofite der großen Nahrungsmittelkonzerne werden weiter explodieren.
„Ohne Sanktionen“
Der österreichische Umweltminister (ÖVP) stellte erst kürzlich klar, dass der Klimafahrplan Österreichs (CO2-Reduktion um 90 % bis 2040) „ohne Sanktionen“ sein soll. Heißt im Klartext: große Unternehmen können ohne Konsequenzen so weitermachen wie bisher. Gleichzeitig wird es, wie bisher, saftige Subventionen wegen hoher Strompreise oder zur Förderung „grüner Technologien“ geben. Abgesichert wird das alles durch eine „Standortklausel“ zur Abwehr jeglicher Einschränkungen fürs Kapital. Die Industriellenvereinigung (IV) warnt davor, dass ambitionierte Klimaziele „Tür und Tor für Klimafreaks (!)“ öffnen würden. Nicht zufällig will sie die Klimawandelleugner der FPÖ in der Regierung: jegliche Umweltauflagen sollen begraben und die Reste des Sozialstaats zugunsten des Kapitals zerstört werden – eine Politik, die sich in Deutschland durch Merz’ massiven Sozialabbau und den unverhohlen klimaschädlichen Maßnahmen von Gas-Lobbyistin und Energieministerin Katherina Reiche bereits manifestiert.
Dabei wär Klimaschutz schnell und praktisch machbar. Dazu zählt das Luxusleben der Superreichen, mit Privatjets, Yachten und Riesenvillen, zu beenden. Denn das reichste 1 Prozent stößt doppelt so viel CO₂ aus wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung! Die riesigen Profite von Banken und Konzernen könnten viele Sofortmaßnahmen finanzieren. Alleine in Österreich haben Banken im Jahr 2025 über 10 Milliarden Euro Gewinne gemacht, während gleichzeitig bei Klimaförderungen und dem Ausbau der Bahn gekürzt und das Klimaticket verteuert wird. Angeblich weil kein Geld da ist und gespart werden müsse.
Arbeiter:innen an die Macht
Wirklichen Klimaschutz und notwendige Anpassungsmaßnahmen werden wir jedoch nur gegen das Kapital und seine Politik durchsetzen können. Der Druck den eine Klimabewegung auf der Straße aufbauen kann, wird dafür nicht ausreichen. Es braucht eine mobilisierte Arbeiter:innenklasse, die in ihren Betrieben und auf der Straße das Kräfteverhältnis zu ihren Gunsten verschieben kann. Wir Lohnabhängigen halten die Gesellschaft am Laufen, wir müssen bestimmen wie das passieren soll. Das bedeutet an die Hitze angepasste Arbeitsbedingungen durchzusetzen, aus den Profiten der Immobilienkonzerne Anpassungen für kühlere Wohnungen zu bezahlen, leistbare und grüne Mobilität durchzusetzen und schädliche Industrien umzugestalten. Unter Arbeiter:innenkontrolle könnte eine Umstellung der Produktion auf Technologien, die wir für den Kampf gegen Klimawandel und Anpassungsmaßnahmen brauchen, umgesetzt werden. Willst du der Klimakatastrophe was entgegensetzen? Dann bereite die Revolution vor!
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