Viraler Kapitalismus – Ökologische Krise und Corona

Die Corona-Krise hat bei einigen Hoffnungen auf einen baldigen Durchbruch im Kampf gegen die Klimakrise geweckt: die Politik höre nun auf die Wissenschaft und die Folgen des wirtschaftlichen Shutdowns lassen den Planeten durchatmen. Der Staat müsse nun mit gleicher Entschlossenheit auf die Klimakrise, wie bei Covid-19 reagieren. Die herrschende Politik sieht das freilich anders: in Österreich kündigen ÖVP-Politiker bereits an, dass auch in Zukunft ökologische Fragen zwar wichtig sein werden, dass es aber zu „Verschiebungen“ kommen wird. Die ohnehin blass-grüne Anstrich der herrschenden Politik soll weiter verwässert werden.

Dabei zeigt gerade die Corona-Pandemie, wie dringend ein Bruch mit dem kapitalistischen Umgang mit Natur wäre. Denn diese Pandemie ist kein „Naturereignis“, sondern, so wie bei anderen Pandemien der letzten 100 Jahre, spielen kapitalistische Praktiken eine entscheidende Rolle: (neo)koloniale Landnahme, industrielle Landwirtschaft, Massentierhaltung… Es sind die gleichen Probleme, die auch zur Klimakrise beigetragen haben. Einmal mehr zeigt sich: ein „grüner Kapitalismus“ bleibt ein frommer Wunsch. Auch nach Corona.

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