Wir wählen, wir kämpfen
Bald sind wieder Betriebsratswahlen bei der CFM. Und hier zählt nicht nur jede Stimme für einen guten Betriebsrat, sondern auch unsere Kampfkraft. Denn der Betriebsrat kann nur so stark sein wie seine Basis – also wir alle!
Und die Charité rankt mal wieder
Schon Mal was vom Times Higher Education World University Subject Ranking 2026 im Bereich “Medical and Health” gehört? Nö? Ist ganz wichtig und die Charité hat‘s mal wieder auf Platz 1 in Deutschland geschafft mit der Fakultät. Weltweit sogar unter die Top 30. Ja, Wissenschaft ist wichtig. Doch diese braucht auch eine gute Pflege.
Forschung für Profite
Was sagt uns Kernevo GmbH, APTA Therapeutics GmbH oder Epithelica? Es sind aktuelle Ausgründungen aus Charité und BIH. Neben der offiziellen Erklärung für solche Ausgründungen – schneller Forschungserfolge in die Versorgung zu übertragen – erscheint uns vor allem sichtbar: Öffentliche Gelder für Forschung werden genutzt, um neue private Firmen ins Leben zu rufen. Mit den Forschungsergebnissen sollen Profite erreicht werden. Das Gesundheitssystem wird immer weiter Marktkriterien unterworfen. Medikamente oder andere Produkte sind dann zum Beispiel extrem teuer und müssen über die Krankenkassen bezahlt werden. Ein wichtiger Grund, warum die Beiträge für die Kassen steigen. Aber klar, man kann auch weiter über Praxisgebühren reden 😉
Ja, es nervt, aber …
Am Montag gab es einen deutschlandweiten Streik in der Tarifrunde Nahverkehr – also auch bei der BVG und BT in Berlin. Es ging vor allem um Entlastung: 35-Stundenwoche, kürzere Schichten, mehr Urlaub und Zuschläge. Die konkreten Forderungen sind aber mehr als Bescheiden: maximale Schichtlänge von 12 h und mindestens 11 h Ruhezeit! Wir können uns nicht vorstellen, wie die Schichten aussehen: wer soll denn 12 h sicher hinter einem Buslenkrad sitzen können? Wie wir es aus der CFM und Charité kennen, wollen die BVG-Chefs die Arbeitsbedingungen noch mehr verschlechtern – auf dem Rücken der Kolleg:innen und Fahrgäste!
Für welchen Tarifvertrag wird diesmal gestreikt?
Ja, die Kolleg:innen des Öffentlichen Dienstes haben sich spalten lassen. Es gibt den TVöD (Tarifvertrag für Beschäftigte des Bundes und der Kommunen). Und es gibt den TV- L. Den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes der Länder. Gerade fordern die Kolleg:innen im TV-L 7 % mehr Lohn, aber mindestens 300 €. Eine bescheidene Forderung, für deren Durchsetzung trotzdem gestreikt werden muss. Am 27.01.2026 streikten z.B. 20 Uni- Kliniken. In Berlin war dies der Tag des Streiks der Kolleg:innen im Sozial- und Erziehungsdienst. Sie fordern neben mehr Lohn auch verbesserte Arbeitsbedingungen.
Überall muss der Lohn zum Leben reichen
In Oberösterreich streikten Kolleg:innen an den Ordensspitälern. Etwa die Hälfte der am 22.01.2026 diensthabenden Pflegekräfte traten an diesem Tag in den Ausstand und forderten neben einem Inflationsausgleich die 35-Stunden-Woche. Sie begründen diese Forderung mit ihrer Gesundheit und der Patient:innensicherheit. Bisher schuften sie 40 Stunden, also theoretisch, denn viele von ihnen können bei der hohen Arbeitsdichte und dem Tempo nicht mehr durchhalten und verkürzen ihre Arbeitszeit. Dies zu Lasten ihres Monatseinkommens.
Ob Ost, ob West
In den Uni-Kliniken in Deutschland herrscht noch immer eine Trennung nach Ost und West. In Jena, Greifswald oder Rostock arbeiten die Kolleg:innen noch immer 40 Stunden/Woche. In den Uni-Kliniken der alten Bundesländer wird 38,5 Stunden geackert. Die Beschäftigten im Osten fordern nun, diese Ungleichheit im Rahmen der Tarifverhandlungen zum TV-L aufzuheben. Auch wenn sich dies nicht im Forderungskatalog der Gewerkschaften als eigener Punkt wiederfindet. Damit die Chefs nicht auf dumme Ideen kommen, sollten wir es den österreichischen Kolleg:innen gleichtun: 35 Stunden sind auch genug. Ob Ost, ob West.
Gegen das autoritäre Regime der Bosse
Die aktuell größten Streiks in Krankenhäusern finden jenseits des Ozeans statt. In New York streiken Nurses bereits seit drei Wochen. 15.000 Kolleg:innen fordern Verbesserungen ihrer Personalstärke und der Arbeitssicherheit. Sie wollen auch die Verbesserung ihrer Krankenversicherungsleistungen und einen besseren Schutz vor Gewalt am Arbeitsplatz durchsetzen. In Kalifornien und Hawaii sind es über 30.000 Kolleg:innen, die bei Kaiser Permanente ganz ähnliche Forderungen mit einem unbefristeten Streik durchsetzen wollen. Was für eine Leistung. Und sicher gar nicht gemocht von Trump, Vance und Co.
Lifestyle-Teilzeit
Der Merz muss den Bossen beweisen, dass er und seine Regierung besser die Lebensbedingungen der Arbeitenden und der armen Menschen verschlechtern kann, als es die AfD vermag. An Überlegungen und Vorschlägen mangelt es da nicht. Teilzeitverbot, Praxisgebühr, Karenztage bei der Lohnfortzahlung sind nur ein paar der Highlights vom Anfang diesen Jahres. Vieles davon, darf man getrost als Testballon betrachten, doch die Marschrichtung ist klar. Zu den nächsten Zielen gehört die Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes. Der Acht- Stunden-Tag soll zur Geschichte werden, die die abgearbeiteten Eltern nach überlangen Arbeitstagen erschöpft ihren Kindern erzählen: „Damals wars …“
Apropos Teilzeitverbot
Endlich wird manch Kolleg:in an der CFM sich freuen. Denn gerade in der Reinigung wird vielen Leuten die Vollzeit verweigert – der Teilzeitlohn reicht oft nicht aus für das Leben in Berlin oder um die Arbeit zu schaffen. Klar Teilzeit bezahlen und übervoller Arbeitsplan rechnet sich. Für die CFM.
Solidarität, Zärtlichkeit … ihr wisst schon
Die Kolleg:innen bei den Vivantes-Töchtern starten am 09.02. ihren Arbeitskampf. Sie wollen endlich durchsetzen, nach dem gleichen Tarifvertrag (TVöD) wie er bei Vivantes gilt, bezahlt zu werden. Das wird nicht leicht. Aber wir an Charité und CFM können sie unterstützen. Wir gehen sie einfach am Streikposten besuchen. Wir gehen zu ihren Kundgebungen und Demonstrationen. Wir konfrontieren mit ihnen die Politik und die Geschäftsführungen. Wir fordern von unserer Gewerkschaft den Solidaritätsstreik.

