Berlin: Streik bei CFM für bessere Löhne: Ziel ist noch nicht erreicht!

Heute Morgen arbeiten wieder die etwa 600 Streikenden der Tochterfirma des großen öffentlichen Krankenhauses Charité, die seit mehr als einen Monat für bessere Löhne kämpfen.

Geschäftsführung und Charité hatten eine Aussetzung des Streiks für 4 Tage ab Samstag, 24.05.25, als Bedingung gesetzt, um wieder in Verhandlungen zu gehen. Dies nach massivem Druck auf die Streikenden bis hin zu Streikbrecher- Prämien und Polizeieinsätzen an den Streikposten. Die Gewerkschaft ver.di hat dies bereits am Mittwoch akzeptiert und sich von einer Streikversammlung bestätigen lassen.

Der Streik der Reinigungskräfte und anderer Bereiche wie Sterilisation, Technikbereiche oder Catering hat aber so gut gewirkt, dass die CFM die Hauptforderung, den Tarifvertrag Öffentlicher Dienst (TVöD), in ihrem vorgelegten Angebot erwähnen musste. Dies können die sehr schlecht bezahlten Kolleg:innen der CFM als Etappensieg werten. Nach dem Angebot soll sich der Lohn den Gehaltstabellen des TVöDs annähern. Aber gestreckt auf 6 Jahre. Das ist ein schlechter Witz, denn seit 20 Jahren wird an der größten Universitätsklinik in Deutschland an den Löhnen derjenigen gespart, die die Charité erst möglich machen. Dazu sollen nach Willen der CFM auch weiterhin den Kolleg:innen die Regelungen zu Urlaub, Schichtzulagen, Jahressonderzahlung usw. vorenthalten werden.

Bis letzte Woche blieb die Streikbeteiligung ständig hoch. Nach einem Versuch mittels armseliger Prämie von 250€ (brutto) Streikende zumindest tageweise wieder an die Arbeit zu bringen, haben die Streikenden sogar ihre Kampfbereitschaft verstärkt.

In den Augen vieler Streikender ist das vorliegende Angebot deutlich unzureichend. Das zeigte sich auch in der Streikversammlung am vergangenen Freitag. Die Verhandlung soll sich über zwei Tage (Montag und Dienstag) ausdehnen. Sollte die Verhandlungsführung seitens CFM/Charité weiterhin in nicht- wertschätzender Art erfolgen oder das Angebot nicht deutlich nachgebessert werden, sind viele Streikende bereit, wieder zu streiken. Das auch bereits ab Dienstag, obwohl die Aussetzung nach Wunsch der CFM bis Mittwoch früh andauern soll. Auch wenn der Streik finanziell angesichts der niedrigen Gehälter eine Belastung darstellt, ist kaum jemand bereit, den Streik für einen Appel und ein Ei niederzulegen.

Der Berliner Senat hatte immer wieder versprochen, die CFM in die Charité zurückzuführen. Damit würden die Kolleg:innen automatisch den TVöD erhalten. Bisher weigert sich aber der Senat sogar, die notwendigen Mittel für die Anwendung des kompletten TVöDs zur Verfügung zu stellen. Bürgermeister hat schöne Worte für die Streikenden und sie zum Durchhalten aufgefordert. Doch dabei bleibt es bisher mal wieder. Das hat wohl auch politische Gründe. Gelder des Bundes fließen lieber in Rüstungsprojekte und das Land Berlin baut lieber Straßen-Tangenten durch Waldgebiete.

Die Belegschaft der CFM besteht zu einem großen Teil aus Migrant:innen, die auch für ihre Würde kämpfen und nichts mit dieser miesen politischen Kalkulation zu tun haben. In der Stadt Berlin hat ihr Streik bei Lehrer:innen der GEW, den BVGlern, Kolleg:innen der BSR usw. bis hin zu Student:innen der Freien Universität Solidarität geweckt.

Wie ein Kolleg des Caterings sagte, „Streik ist die einzige Möglichkeit, den TVöD ohne Abstriche durchzusetzen“.

Der Streik muss weitergehen! Die Forderung nach voller Anwendung des TVöD muss und kann erreicht werden.

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