
China, mein Vater und ich. Über den Aufstieg einer Supermacht und was Familie Lee aus Wolfsburg damit zu tun hat, F. Lee, 2023
Wie wurde Volkswagen zur Nummer Eins in China? Felix Lee erzählt uns diese Geschichte aus seiner eigenen Perspektive und die Geschichte seines Vaters. Der war aus China nach Taiwan und schließlich nach Deutschland geflohen, studierte dann und wurde 1978 schließlich Leiter der Forschungsabteilung bei VW in Wolfsburg. Eines Tages steht eine hochrangige Delegation aus China am Werkstor. Unangemeldet. Felix Lees Vater ist der einzige Chinese bei VW. Und so beginnt eine spektakuläre Erfolgsgeschichte, die der Wirtschaftsjournalist Lee witzig, mit persönlichen Details und kritisch erzählt.

Argentinien als Versuchslabor der Ultrarechten, F. Schnatterer, 2026
Der Rechtsruck hat in Argentinien sein hässlichstes Gesicht gefunden. Eines, dass mit der Kettensäge alles wegkürzen will – den Präsidenten Javier Milei. Hinter dem angeblichen Wahnsinn dieser Figur untersucht der Journalist Schnatterer, wie es den Rechten gelungen ist eine Wählerbasis mit der vagen Forderung nach Freiheit zu überzeugen, und wer von einer solchen ultrakapitalistischen und reaktionären Politik profitiert. Vieles davon könnte sich in Zukunft auch hierzulande abspielen. Doch nicht alle Argentinier:innen stehen hinter Milei. Es formiert sich Widerstand – zuletzt auch rund um das trotzkistische Wahlbündnis FIT-U – von dem wir viel lernen können.

Das können wir uns nicht leisten. Was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein, Miriam Davoudvandi, 2026
Trotz des ernsthaften Inhalts ist Miriam Davoudvandis erstes Buch eines, das man in wenigen Tagen im Urlaub durchliest. Ihr Schreiben ist geprägt von Einfühlsamkeit und Humor sowie ihrer (musik-)journalistischen Tätigkeit. Die elf Kapitel erzählen von ihrem eigenen Leben und beschreiben dabei die Auswirkungen der „relativen Armut“ in Deutschland auf jeden Aspekt des Lebens aller Betroffenen. Die Erkenntnis darüber, wie Armut Menschen isoliert, beschämt und beschäftigt hält, hat mich viel darüber nachdenken lassen, woher die Kraft für den befreienden Kampf kommen kann, den auch die Autorin als Perspektive formuliert: „Eine gute Psyche für alle schaffen wir nicht mit Achtsamkeitskursen, sondern mit Klassenkampf.“

Die radikale jüdische Tradition, D. Gluckstein/J. Stone, 2025
Dieses Buch erzählt eine Gegengeschichte zum Zionismus: Die Vertreibung der Palästinenser:innen wird viel zu oft damit gerechtfertigt, dass der Zionismus die einzige (wirksame) Antwort auf den weltweiten Antisemitismus sei. Dieses Buch räumt mit diesem Mythos auf, indem es aufzeigt, wie Solidarität und gemeinsame Kämpfe eine Perspektive für Jüd:innen an der Seite der revolutionären Bewegungen in vielen Ländern geboten hat und bietet. Vom jüdischen Bund im russischen Zarenreich über antifaschistische Kämpfe im Londoner East End bis zum Klassenkampf in den USA reichen die vielen geschichtlichen Beispiele … Es lohnt sich!

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