Meine Güte, jetzt auch noch ein Kurzer…

Die Kollegen vom Standort Osnabrück bei DB Cargo werden den ganzen Mai in Kurzarbeit geschickt, es kann bis zur Sommerpause so gehen. Das Netto wird zwar auf 100% aufgestockt, aber das bezieht sich nur auf das Grundgehalt, nicht die Nebenbezüge. Letztes Jahr Weihnachten noch Überstunden, extra Geld für Sonderschichten, Überstunden auf Langzeitkonto verschoben etcetera. Jetzt hat VW ein bisschen Husten und schon läuft nix? Hat sich nicht Nikutta erst mit den Klopapier- und Nudelzügen in Szene gesetzt? Es gibt doch so viel Güterverkehr wie nie.

Die DB spricht seit März von Kurzarbeit und ist wie immer dabei, schöne schlechte Laune zu verbreiten, damit wir froh sind, wenigstens noch nen Job zu haben…. Die DB könnte zumindest voll das Gehalt weiter zahlen. Aus dem Gewinn des letzten Jahres wäre das locker möglich.

Achtung, Erbsenzähler unterwegs

Warum soll es unsozial sein, wenn wir uns Klo­papier und Papierhandtücher einstecken? Wir sol­len „die vorhandenen Ressourcen zu Hygiene­zwecken in ausreichendem Gebrauch“ verwenden, nicht „übermäßig“, stimmte ein Teamleiter bei Regio NRW in das Gejammer ein. Nicht nur der hat eine seltsame Vorstellung, was wir mit dem Zeug machen… z.B. den Führerstand abputzen! Wenn jeder 10 bis 15 Stück einpackt, sind die Papier­handtücher schnell „entwendet“.

Ist es zu schnell alle, hat eben DB die Bestände nicht rechtzeitig gefüllt. Vom Homeoffice aus ist die Welt ein bisschen verzerrt.

Masken auf und mal wieder das Land gerettet

Die Chefetage hat die Wunderlösung gefunden, um sich nicht mit Abstandsregeln das Hirn zermatern zu müssen: ein paar Masken in die Postfächer und fertig. Und vor 2 Monaten schrieb Regio noch, dass Masken nicht zulässig und nicht notwendig seien.

Unveränderte Dienste, weiterhin Wechsel von Zug zu Zug, keine ausreichende Reinigung, volle Züge und Pausenräume, 30% von uns Risikogruppe, trotzdem im vollen Einsatz (Leute, wir werden nicht jünger!)… das widerspricht zwar den Regeln des Bundesarbeitsministeriums. Aber Änderungen in den Abläufen würde auf die Gewinne gehen. Da ist die Entscheidung schnell getroffen.

Masken Einmaleins

Bei Fernverkehr und der S-Bahn gibt es nur 2 Masken für die Tf. Bei Regio gibt es 4 für Tf und 12 für Zugbegleiter. Der kleine schlaue Virus wird sicher ganz genau gucken und differenzieren… Dafür wurde bei der S-Bahn aber die alte NVA-Bettwäsche vernäht und rosa gibt’s auch. Das Virus erschrecken, auch eine Idee.

Finde den Fehler

Das Bundesarbeitsministerium hat Mitte April Arbeitsschutzstandards wegen Corona veröffentlicht. Immer gut den Druck der Wirtschaft im Nacken, was sie von zu weitreichenden Forderungen abhält, haben die Ministeriumsleute doch einiges den Unternehmen ins Hausaufgabenheft geschrieben: „Ausreichende Reinigung und Hygiene ist vorzusehen, ggf. sind die Reinigungsintervalle anzupassen…. Zur Vermeidung von Infektionen trägt auch das regelmäßige Reinigen von Türklinken und Handläufen bei… Auch bei arbeitsbezogenen (Kunden-)Kontakten außerhalb der Betriebsstätte sind soweit möglich Abstände von mindestens 1,5 m einzuhalten… Weiterhin ist eine zusätzliche Ausstattung der Firmenfahrzeuge mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion und mit Papiertüchern und Müllbeuteln vorzusehen. Bei betrieblich erforderlichen Fahrten ist die gleichzeitige Nutzung von Fahrzeugen durch mehrere Beschäftigte möglichst zu vermeiden. Darüber hinaus ist der Personenkreis, der ein Fahrzeug gemeinsam – gleichzeitig oder nacheinander – benutzt, möglichst zu beschränken, z. B. indem einem festgelegten Team ein Fahrzeug zu gewiesen wird.“ Und? Passt?

Normal ist wirklich unnormal

Die S-Bahn will ab 4. Mai wieder zum „Normalbetrieb“ zurück. Oh, neeeiiin! Weiter Volldampf in Richtung Ausschreibung? In Richtung neues Meldestellenkonzept? Flexiblere Schichtplanungen? Stress?

Nicht nur die Züge sind zu spät, die Meldekette hat auch Verspätung

Die Kollegen in der Betriebszentrale waren tierisch sauer, als erst Ende März rauskam, dass eine Kollegin positiv auf Corona getestet worden war. Die Kolleg*innen, die mit ihr zusammengearbeitet hatten, waren nicht sofort informiert worden.

Wenn man nicht überall was über Corona lesen und hören würde, würde man auf Arbeit fast nix bemerken. Aber es gibt Kollegen, die sich Sorgen machen und schon länger sicherheitshalber Masken tragen. Sie haben Recht.

Die Bahn wird immer nur mit Verzögerung das Allernötigste machen.

Systemrelevant – nicht zum Verschwenden!

Der Senat hat zwar Bahnbeschäftigtte zur systemrelevanten Berufsgruppe deklariert. Er hält aber an der Zerschlagung der S-Bahn fest.

Die Perspektive, ein paar Unternehmen gute Gewinne zu ermöglichen, siegt mal wieder über Logik.

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