
[English below] Könntet ihr unseren Leser:innen eure Organisation kurz vorstellen?
Socialist Struggle Movement (SSM) in Israel–Palästina ist Teil eines klaren, gemeinsamen Kampfes vor Ort – trotz der Spaltung in unterschiedliche nationale Gemeinschaften – gegen die jüngsten imperialistischen Angriffe auf die Bevölkerung im Iran und im Libanon. In den letzten zweieinhalb Jahren gehörten wir zu denen, die kontinuierlich daran gearbeitet haben, den Widerstand gegen den genozidalen Angriff der israelischen kapitalistischen Regierung des Todes auf das palästinensische Volk und die Menschen in der Region aufzubauen – ein Krieg, der letztlich auch für einfache israelische Arbeiter:innen und Arme einen hohen Preis bedeutet hat.
Die Wurzeln dieser anhaltenden Kriegskrise, die weltweit für Erschütterung sorgt, liegen in der systematischen Unterdrückung und Enteignung des palästinensischen Volkes – zusammen mit den Folgen der globalen und regionalen imperialistischen Machtkämpfe.
Die SSM arbeitet – unter anderem in Gewerkschaften und in der Studierendenbewegung – daran, eine internationalistische sozialistische Stimme aufzubauen, als klassenbasierte Alternative zu chauvinistischer, pro-kapitalistischer Politik, einschließlich zionistisch-chauvinistischer und kolonialer Strategien. Dabei wenden wir uns auch gegen die zynische Sicherheitsdemagogie, die von der israelischen herrschenden Klasse geschürt wird.
Wir verweisen immer wieder auf das Potenzial und die Notwendigkeit von palästinensischen Massenaktionen als Teil des Kampfes für nationale und soziale Befreiung. Gleichzeitig setzen wir uns für gemeinsame, über nationale Grenzen hinweg organisierte Proteste ein und beteiligen uns daran – ebenso wie an der Mobilisierung israelischer Arbeiter:innen und Jugendlicher auf Grundlage ihrer tatsächlichen Interessen gegen den Krieg der Besatzung und Zerstörung.
Auch wenn der Aufbau größerer sozialistischer Kräfte vor Ort von einer breiteren Entwicklung sozialistischer Bewegungen weltweit und in der Region abhängt, kommt es gleichzeitig auf die aktuellen Anstrengungen an, die eine Perspektive aufzeigen. Gerade in der jetzigen Situation ist es entscheidend, dass Sozialist:innen gegen den Strom chauvinistischer Reaktion schwimmen und ein Programm vertreten, das einen Ausweg weist.
Es wird keinen Frieden auf der Grundlage von Besatzung, chauvinistischer zionistischer Politik, Imperialismus und Kapitalismus geben. Eine wirkliche Lösung des blutigen Konflikts ist untrennbar verbunden mit dem Kampf für eine sozialistische Umgestaltung der Region – als entscheidende Voraussetzung dafür, gleiche Rechte für alle Nationen zu sichern und so die Grundlage für einen echten Frieden zu schaffen.
Die SSM steht in der politischen Tradition des Trotzkismus und ist offen für den Austausch von Erfahrungen sowie die Zusammenarbeit mit anderen nicht-sektiererischen Kräften der Linken – sowohl vor Ort als auch in der Region und international, etwa mit NPA-R (Anm. d. Übersetzung: Schwesterorganisation der RSO in Frankreich).
Ihr seid von Anfang an an den Anti-Kriegsdemonstrationen gegen den Angriff auf den Iran beteiligt gewesen. Anfangs kamen nur ein paar Dutzend Leute, inzwischen sind es deutlich mehr geworden: Am Samstag, den 28. März, waren es in vielen Städten mehrere Hundert. Wodurch lässt sich dieser Wandel erklären, und wer sind diese Demonstrierenden?
Im Moment – im Kontext der brüchigen, relativen Waffenruhe nach den Offensiven gegen den Iran und den Libanon – sehen wir einen weiteren Anstieg von Protesten innerhalb der sogenannten Grünen Linie. Dazu gehören auch Tausende Israelis, die an den zentralen Demonstrationen in Tel Aviv, Westjerusalem und Haifa teilgenommen haben. Ein Teil dieser Proteste richtet sich klar gegen den Krieg, andere sind eher allgemeine Anti-Regierungsproteste, getragen von einem bestimmten, eher konservativen Mittelstandsmilieu, das auch stärker von chauvinistischen Positionen geprägt ist.
Soziale Bewegungen verlaufen natürlich in Wellen – mit Phasen des Abebbens und des Aufschwungs. Die ersten zwei Wochen nach der US-israelischen Offensive vom 28. Februar gegen den Iran waren geprägt von einem anfänglichen Massenschock, einer stark angeheizten Welle chauvinistischer Stimmung in der israelischen Gesellschaft und ganz praktischen Belastungen wie häufigen Sirenen und Raketenbeschuss. Dazu kamen militärische Einschränkungen für zivile Versammlungen sowie Fälle von polizeilicher Repression gegen einzelne Proteste.
Aber wie schon in früheren Phasen gilt: Mit der Zeit entsteht wieder mehr Spielraum für eine Neuformierung der Gegenbewegung. Gleichzeitig nimmt die breite Unterstützung für die Militärkampagne tendenziell ab – auch, weil die Widersprüche zwischen Kriegspropaganda und der tatsächlichen Realität immer deutlicher sichtbar werden.
Der Krieg hat dem sozialen Krieg gegen die jüdische und arabische Arbeiter:innenklasse kein Ende gesetzt – ganz im Gegenteil. Könnt ihr die sozialen Folgen für die Arbeiter:innen beschreiben, und worin unterscheiden sie sich je nachdem, ob es sich um jüdische oder arabische Beschäftigte handelt?
Parallel zu den massiven Gräueltaten hat der jüngste Krieg gegen den Iran den schwersten globalen Energieschock dieses Jahrhunderts ausgelöst. Weltweit zahlen die Massen dafür den Preis – in Form von Inflation und wachsenden Risiken einer globalen Rezession. Gleichzeitig gehen die massiven Angriffe auf Leben und Existenzgrundlagen der Palästinenser:innen in Gaza, im Westjordanland und in Ostjerusalem ununterbrochen weiter.
Vor diesem Hintergrund ist es nur folgerichtig, dass die israelische kapitalistische Regierung versucht, die Kriegsmaschinerie durch Angriffe auf die Arbeiter:innenklasse innerhalb der Grünen Linie zu finanzieren. Das geht einher mit Elementen einer regelrechten „Schockstrategie“, mit der weitere Einschnitte bei öffentlichen Dienstleistungen und demokratischen Rechten durchgesetzt werden – Hand in Hand mit Angriffen durch private Unternehmen.
Ökonomisch zeigt sich das bereits deutlich: Etwa ein Viertel der Lohnabhängigen in Israel berichtet seit dem 7. Oktober 2023 von Einkommensverlusten, viele haben gar kein Einkommen mehr oder mussten starke Einbußen hinnehmen – unter der arabisch-palästinensischen Bevölkerung innerhalb der Grünen Linie sind es sogar 54 %.
Die Repression gegen Demonstrierende hat zugenommen – ebenso wie gegen palästinensische Gemeinschaften im Westjordanland und gegen jüdische Aktivist:innen, die sie gegen Siedlergewalt unterstützen. Hat das zu einer gewissen Entmutigung geführt?
Zunächst einmal ist es wichtig festzuhalten: Die ungeheuren Massenverbrechen an den Palästinenser:innen in den letzten zweieinhalb Jahren haben zwar zwangsläufig auch Demoralisierung und Pessimismus befördert, gleichzeitig aber die wohl dauerhafteste internationale Protestbewegung dieses Jahrzehnts hervorgebracht. Diese hat sogar Teile der Arbeiter:innenklasse mobilisiert – besonders in Italien, wo die rechtsextreme Regierung Meloni am 13. April inzwischen eine formale Aussetzung eines „Verteidigungspakts“ mit Israel angekündigt hat.
Natürlich bremsen solche Verbrechen und die massive Repression die Entwicklung von Kämpfen – aber sie führen nicht zu einem völligen Abbruch. Unter Palästinenser:innen, insbesondere im Westjordanland, gab es trotz extremer Unterdrückung mutige Proteste gegen das israelische Gesetz zur Todesstrafe für Palästinenser:innen. Innerhalb der Grünen Linie zeigte der erwähnte Aufschwung israelischer Proteste auch offene Missachtung gegenüber polizeilicher Repression.
Repression macht es notwendig, die Organisierung weiterzuentwickeln – sowohl rund um konkrete Aktionen als auch darin, Proteste für breitere Mobilisierungen attraktiver zu machen und stärker auf Beteiligung aus Betrieben und Gewerkschaften zu orientieren.
Wie positioniert sich die institutionelle Linke (Demokratische Partei usw.)?
Die „Demokraten“, angeführt vom ehemaligen General Yair Golan, die sich selbst als „Mitte-links“ verstehen, haben weitgehend Unterstützung für den Krieg gegen den Iran, den Libanon und die Palästinenser:innen mobilisiert. Das ist typisch für die gesamte bürgerliche „Opposition“ in Israel – und Golan überholt die Regierung mitunter sogar von rechts mit chauvinistischen Forderungen.
Gleichzeitig versuchen sie, sich als „kämpferische“ Kraft darzustellen, die neben militärischen Lösungen auch vage Perspektiven für diplomatische Abkommen anbietet. Im Kern spiegeln sie jedoch strategische und taktische Auseinandersetzungen innerhalb der herrschenden Klasse wider – und dienen als politischer Auffangmechanismus für einen Teil der gesellschaftlichen Unzufriedenheit.
Wie wichtig sind die Friedensorganisationen? Aus welchen Milieus rekrutieren sie sich, und wo liegen ihre Grenzen?
Die SSM arbeitet unter anderem mit dem Bündnis „Peace Partnership“ zusammen, einem allgemeinen linken Anti-Kriegsbündnis unter Führung der Kommunistischen Partei. Diese Koalition hat mehrere Demonstrationen organisiert und vereint verschiedene Organisationen der Linken.
Allerdings ist der Begriff „Friedensorganisationen“ recht unscharf – darunter können auch Kräfte fallen, die sich nur dem Anschein nach gegen den Krieg stellen, tatsächlich aber chauvinistische Positionen vertreten, ebenso wie NGOs, die nicht unbedingt auf aktive Kämpfe orientiert sind. Entscheidend ist: Die Anti-Kriegsbewegung ist derzeit relativ isoliert und schwimmt gegen den Strom. Entsprechend mobilisiert sie vor allem aus bestimmten Mittelschichten.
Das unterstreicht, dass es nicht ausreicht, reaktionäre Politik nur anzuprangern. Es kommt auch darauf an, gezielt breitere Teile der Arbeiter:innenklasse anzusprechen – über nationale Grenzen hinweg.
Ihr habt gemeinsame Treffen mit der israelischen Kommunistischen Partei organisiert – wie ist euer Verhältnis zu ihr?
Derzeit erfolgt unsere wichtigste Zusammenarbeit mit der KP über das Bündnis „Peace Partnership“, auch wenn es stimmt, dass wir zusätzlich einige gemeinsame öffentliche Veranstaltungen organisiert haben, zum Beispiel in Haifa. Dort haben wir offen über Themen wie den Widerstand gegen Angriffe der extremen Rechten sowie über die Bedeutung des Wahlsiegs des linken Populisten Mamdani in New York diskutiert.
Auch wenn wir wichtige politische Differenzen mit der KP haben, bemühen wir uns grundsätzlich um konkrete, sinnvolle Zusammenarbeit in der Bewegung – mit einer Orientierung nicht nach innen auf die Linke selbst, sondern nach außen, hin zu neuen Schichten, die in die Kämpfe eintreten.
Anarchistische Aktivist:innen sind auf den Demonstrationen sichtbar; wie ist der Zustand der radikalen Linken in Israel insgesamt? Und wie real ist die sogenannte „Refuznik“-Bewegung, also junge Menschen, die den Militärdienst verweigern?
Die gesamte organisierte unabhängige Linke in der israelischen Gesellschaft ist sehr klein. Das hängt auch mit breiteren globalen und regionalen Entwicklungen zusammen und wird zusätzlich durch das aufgepeitschte Gift des Chauvinismus im Rahmen des anhaltenden national-kolonialen Konflikts verstärkt.
Gleichzeitig gibt es eine gewisse Zunahme von radikalisierten Jugendlichen, die offen die Wehrpflicht verweigern – als Form des Protests. Das ist grundsätzlich eine positive Entwicklung, bleibt aber meist symbolisch und auf einen kleinen Kreis beschränkt, überwiegend aus eher wohlhabenderen Mittelschichten.
Dennoch ist dieser relative Anstieg auch Ausdruck der gesellschaftlichen Unruhe und Polarisierung: Es gibt eine wachsende Schicht von Jugendlichen, die nach einem Ausweg aus dem permanenten Krieg von Zionismus, Imperialismus und Kapitalismus sucht.
Wie war die Reaktion unter euren Mitstreiter:innen und in linken Kreisen allgemein auf das vom Knesset verabschiedete Gesetz zur Todesstrafe?
Das brutale Gesetz zur Todesstrafe ist eine weitere zynische Form, die Ermordung von Palästinenser:innen zu legalisieren. In der jüdischen Bevölkerung gibt es eine Mehrheit, die eine solche widerwärtige, reaktionäre Maßnahme unterstützt – was bedeutet, dass auch ein erheblicher Teil jener, die der Regierung kritisch gegenüberstehen, in dieser Frage zustimmt, auch wenn diese Zustimmung geringer ist als etwa zur anfänglichen Unterstützung der jüngsten Offensive gegen den Iran.
Wenn die bürgerlichen sogenannten Oppositionsparteien und die gesamte gleichgeschaltete Presse rund um die Uhr Dehumanisierung und Sicherheitsdemagogie gegen Palästinenser:innen betreiben, ist dieses Ergebnis wenig überraschend. Gleichzeitig gibt es jedoch eine beträchtliche Minderheit, die diese Demagogie durchschaut und das Gesetz ablehnt.
Gegen das offen diskriminierende Gesetz läuft zwar eine rechtliche Anfechtung, aber das dürfte allein nicht ausreichen. In jedem Fall erfordert die Abschaffung dieser und aller weiteren Gesetze und Politiken dieser ultrarechten Regierung den Aufbau einer starken Bewegung. Das unterstreicht zugleich die Notwendigkeit, eine klare, gemeinschaftsübergreifende politische Alternative der Arbeiter:innenklasse gegen alle Parteien imperialistischer Kriege, kolonialer Besatzung und kapitalistischer Herrschaft zu entwickeln.
Wie seht ihr aktuell die Rolle internationalistischer Kommunist:innen in Israel/Palästina und im weiteren Nahen Osten?
Es geht darum, klar die Fahne des Sozialismus und des Internationalismus der Arbeiter:innenklasse hochzuhalten. Ebenso darum, sich aktiv in die sich entwickelnden Bewegungen einzumischen und dabei zu helfen, Perspektiven für die konkrete Weiterentwicklung von Kämpfen und unabhängigen Organisierungsformen aufzuzeigen.
Dabei gilt es, auf die potenziell entscheidende Kraft der Arbeiter:innenklasse hinzuweisen sowie auf die Notwendigkeit kämpferischer und demokratischer Gewerkschaften und von politischen Arbeiter:innenparteien, die mit einem sozialistischen Programm ausgestattet sind.
In jeder Phase muss es darum gehen, durch kontinuierlichen Dialog und Praxis eine Brücke zu schlagen zwischen den unmittelbaren politischen Schlussfolgerungen und Forderungen in den Kämpfen und der objektiven Notwendigkeit einer revolutionär-sozialistischen Umgestaltung der gesamten Region – als Alternative zur fortgesetzten Dystopie unter Kapitalismus und Imperialismus.
Gleichzeitig geht es um den Aufbau revolutionär-sozialistischer Kräfte, wobei sowohl ultra-linke „maximalistische“ Abstraktionen als auch opportunistisches Hinterherlaufen hinter aktuellen Stimmungen vermieden werden müssen. Marxist:innen lernen permanent – und angesichts der enorm herausfordernden Bedingungen ist es entscheidend, dies auch durch Diskussion, Debatte und mögliche praktische Zusammenarbeit zwischen nicht-sektiererischen Sozialist:innen in der Region und international zu entwickeln.
[Dieses Interview wurde zuerst auf der Website der französischen Neuen Antikapistalistischen Partei – revolutionäre (NPA-R) am 22. April 2026 veröffentlicht: Interview du Socialist Struggle Movement (Israël-Palestine)]
The interview was originally hold in english:
- Could you briefly introduce your organization to our readers?
The Socialist Struggle Movement (SSM) in Israel–Palestine has been part of an unambiguous struggle on the ground across national communities against the recent imperialist offensives on the peoples of Iran and Lebanon. For the last two and a half years, we’ve been among those who consistently worked to build the struggle to stop the genocidal onslaught launched by the Israeli capitalist government of death against the Palestinian people, and the peoples of the region — ultimately also with a terrible price for ordinary Israeli workers and poor. The roots of the enduring war crisis, that has sent shockwaves globally, are the systematic oppression and expropriation of the Palestinian people, along with the repercussions of global and regional imperialist power struggles.
SSM works — including through trade-union work and student work — to put forward an internationalist socialist voice, as a working-class based alternative to chauvinist, pro-capitalist politics, including to Zionist chauvinist and colonial policies, and we raise slogans against the cynical security demagogy that is whipped up by the Israeli ruling class. We generally point to the potential and need of Palestinian mass actions as part of the struggle for Palestinian national and social liberation. We also advocate and take part in cross-national protests, as well as the mobilization of Israeli workers and youth on the basis of their actual interests against the war of occupation and annihilation.
While development of large scale socialist forces locally would depend on a broader development of socialist forces globally and regionally, this also depends on current efforts pointing the way forward. It’s necessary for socialists to insist at this conjuncture on walking against a stream of chauvinist reaction and put forward a program that offers a way out for the future. There is no peace on the basis of occupations, chauvinist Zionist policies, imperialism and capitalism, and a genuine resolution of the bloody conflict is fundamentally linked to the need of a struggle for socialist transformation of the region — a decisive precondition to guarantee equal rights for all nations as a basis for genuine regional peace.
SSM is built on a Trotskyist political tradition, and is happy to exchange experience and collaborate with other non-sectarian forces on the left locally as well as across the region and globally, such as NPA-R.
- You have been involved in the anti-war demonstrations against Iran from the very beginning. At first, they attracted only a few dozen people, but recently they have grown significantly: hundreds of demonstrators in many towns and cities on Saturday 28 March. What explains this change, and who are these demonstrators?
Currently, in the context of the shaky relative ceasefire in the offensives on Iran and Lebanon, there’s been some further increase in protests within the Green Line, including thousands of Israelis who participated in the main demonstrations in Tel Aviv, west Jerusalem, and Haifa — some of the events are clearly against the war, others are general anti-government protests by a certain conservative middle layer, more imbued with chauvinism. The various movements have of course phases of ebb and flood. The first two weeks following the 28 February US–Israel offensive against Iran were accompanied with the effects of initial mass shock, a whipped up fierce wave of chauvinism in Israeli society, and the challenges of the frequent sirens and missiles, as well as the military restrictions on civilian gatherings, accompanied by incidents of police crackdown on some protests. But similar to earlier phases, with time there is more room for regroupment of the counter-movements, along with a decline in the rate and intensity of mass support for the military campaign, as more of the contradictions between war propaganda and reality are exposed.
- The war has not put an end to the social war against the Jewish and Arab working classes; quite the contrary. Could you describe the social consequences affecting workers, and how these differ depending on whether they are of Jewish or Arab origin?
Simultaneously to the mass atrocities, the recent war on Iran has triggered the worst global energy shock of this century and mass across the world pay the price through inflation, and exacerbated risks of global recession. On top of that, and the massive attacks around the clock on the lives and livelihoods of Palestinians in Gaza, the West Bank, and East Jerusalem, it’s inevitably the case that the Israeli capitalist government has turned to fund the war machine through attacks on the working class within the Green Line. This is compounded by their implementation of an element of a ‘shock doctrine’ to bulldoze further attacks on public services and on liberties, hand in hand with attacks by private businesses. Economically, around a quarter of wage‑earners in Israel have reported a loss of income since 7 October 2023, and many have no income or have seen it reduced — including 54% among the Arab‑Palestinian population inside the Green Line.
- Repression against demonstrators has intensified, as well as against the Palestinian communities in the West Bank and the Jews supporting them against settler violence. Has this led to a certain degree of discouragement?
Firstly, it’s important to note that the monstrous mass atrocities against the Palestinians over the last two and a half years, while inevitably fueling phenomena of demoralization and pessimism, have ignited the single most enduring international movement of this decade, which even mobilized sections of the working class, particularly in Italy, where by now, on 13 April, the far-right Meloni government announced a nominal suspension of a ‘defense pact’ with Israel. Of course, atrocities and heavy repression put some break in the development of struggles, but it’s not an absolute break. Among Palestinians, particularly in the West Bank, despite the extreme repression, there were courageous protests against the Israeli Palestinian-death-penalty legislation. Within the Green Line, the aforementioned uptick in Israeli protests included open defiance against police repression. Repression poses the need for more developed organizing efforts around events, and in strengthening the appeal of protests for broader mobilizations, and for participation by workplace and union protest formations.
- What is the policy of the institutional left (Democratic Party, etc.)?
‘The Democrats’, led by the former general Yair Golan, who may consider themselves ‘center-left’, have largely whipped up support for the war on Iran, on Lebanon, and on the Palestinians. That’s a feature of all of the Israeli bourgeois establishment ‘opposition’ parties, and Golan at times even outflanks the government from the right with chauvinist calls. At the same time, they try to pose as a ‘combative’ party, which offers beyond wars also some vague prospect of diplomatic deals. They represent strategic and tactical debates among the ruling class, and an attempt to be a political sponge for some popular anger.
- How significant are the peace organizations? From which circles do they recruit? What are their limitations?
SSM is in collaboration with the ‘Peace Partnership’ coalition, a general left anti-war coalition led by the CP. This coalition has organized several protests, and involves various organizations on the left. While the title of ‘peace organizations’ may be too vague, and may be considered to include some chauvinist forces in disguise, or for example NGOs and not necessarily struggle organizations, in general the key is that the anti-war movement is relatively isolated, going against a stream, and would be able to mobilize primarily from among certain middle layers. This underscores the need of not only denouncing reaction, but also aim to reach the ear of broader working-class layers, across nationalities.
- You have organized joint meetings with the Israeli Communist Party; what is your relationship with them?
Currently our main collaboration with the CP is via the ‘Peace Partnership’ coalition, although it’s true that we also organized some joint public meetings, for example in Haifa, to openly discuss such issues as a fightback against far-right attacks, and the significance of the electoral victory of the left populist Mamdani in New York. While we have important political differences with the CP, we generally strive for concrete useful collaborations in the movement, with orientation not ‘inwards’ to the left but ‘outwards’ to fresh layers entering the arena of struggle.
- Anarchist activists are visible at the demonstrations; what is the state of the far left in Israel? What is the reality of the ‘refuznik’ movement (young people refusing to do military service)?
The entire organized independent left in Israeli society is small. That is tied also to broader global and regional processes, and is exacerbated by the whipped up poison of chauvinism in the dynamic of the permanent national-colonial conflict. There’s been a certain surge in the phenomenon of radicalizing youth openly refusing draft to military service, as a form of protest, and that’s a positive feature, although it’s generally a symbolic development among a small circle, mostly from more well-off middle layers. However, that relative surge is another reflection of the turmoil and polarization in society, with a larger layer of youth that is looking for a way out of the eternal war of Zionism, imperialism and capitalism.
- What has been the reaction among your peers, and within left-wing circles in general, to the death penalty bill passed by the Knesset?
The vicious death penalty bill is another arrogant form of legalizing the murdering of Palestinians. Among the Jewish population there is a majority in support of such a repulsive reactionary measure, which means that a significant minority of those opposing the government nevertheless supports it on this measure — although less than the initial support for the recent offensive on Iran, for example. When the bourgeois so-called opposition parties, and all enlisted press, have been whipping up de-huminization of Palestinians and security demagogy around the clock, this is currently not a surprising result. But a substantial minority sees through the demagogy and rejects the bill. There is a legal appeal against the openly discriminatory nature of the bill, but this may not be enough for this purpose, and in any case, the abolition of all of the legislation and policies of this ultra-right government along with it demand the building of a powerful movement. However, this also emphasizes the need of advocating for a clear cross-community working-class political alternative to all parties of imperialist war, colonial occupation, and rule of capital.
- How do you view the role of internationalist communists in Israel/Palestine, and indeed across the Middle East, currently?
To raise a clear banner of socialism and working-class internationalism. To energetically intervene in the unfolding movements, helping to show a way forward for concretely developing struggles and forms of independent organizing. To point to the potential decisive power of the working class and the need for combative and democratic unions, and for working-class based political parties, armed with a socialist program. To insist at each phase on concretizing, through constant dialog and praxis, a bridge between the current immediate political conclusions and demands in struggle and the objective necessity of a revolutionary socialist transformation across the region as the alternative to the unending dystopia under capitalism and imperialism. To prioritize simultaneously the building of revolutionary socialist forces, while avoiding the traps of ultra-leftist “maximalist” over-abstractions on the one hand, and opportunist tail-ending of moods on the other. Marxists are permanently learning, and vitally the coping with the immensely challenging circumstances should be achieved also through discussion, debate and potential useful political collaborations in struggle among non-sectarian socialists across the region and globally.
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