
[english below] Vor 81 Jahren, am 6. August 1945, warfen die US-Streitkräfte eine Atombombe auf Hiroshima in Japan ab. Drei Tage später zerstörte eine weitere Bombe Nagasaki. Innerhalb nur weniger Tage kamen über 100.000 Zivilist:innen ums Leben. Bis zum Jahresende waren mehrere Hunderttausend Menschen an den Folgen der Explosionen, Verbrennungen und Strahlenbelastung gestorben. Viele weitere litten für den Rest ihres Lebens unter Krankheiten, Behinderungen und Traumata. Diese Bombenangriffe werden von US-Politikern oft als unvermeidlicher Schritt zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs gerechtfertigt. Die Entscheidung zum Abwurf der Atombomben hatte der Präsident der Demokratischen Partei, Harry Truman, getroffen. Doch Japan stand bereits kurz vor der militärischen Niederlage und suchte längst nach Wegen, den Krieg zu beenden. Tatsächlich war diese Entscheidung zum Atombombenabwurf eine Warnung an den Rest der Welt, wozu die US-Regierung fähig und bereit ist – ganze Bevölkerungen zu opfern, um militärische und geopolitische Ziele zu erreichen.
Heute wird immer häufiger von einem neuen Atomkrieg gesprochen. Zwei der Atommächte, die USA und Israel, haben vor einigen Monaten den Iran angegriffen, mit der Behauptung, das iranische Regime versuche, Atomwaffen zu bauen. Doch das passierte erst, nachdem Trump das bestehende Abkommen, das genau das verhindern sollte, aufgekündigt hatte. Zwischen Russlands Einmarsch in die Ukraine und den von den Regierungen der USA und Israels ausgelösten Kriegen haben die beiden größten Atommächte der Welt gezeigt, dass sie bereit sind, Krieg einzusetzen, um ihre globalen Interessen durchzusetzen.
Heute, wenn wir an Hiroshima und Nagasaki gedenken, haben wir die Verantwortung, nicht nur auf die Tragödie der Vergangenheit zurückzublicken, sondern auch die Gefahr zu erkennen, die weiterhin besteht.
Die USA, Russland, China und andere Atommächte bauen ihre Arsenale weiter aus und modernisieren sie. Rüstungskontrollabkommen wurden ausgehöhlt, und der Wettstreit zwischen den rivalisierenden Mächten wird immer gefährlicher. Weltweit investieren Regierungen weiterhin enorme Ressourcen in die Vorbereitung auf zukünftige Kriege, wodurch die Gefahr einer nuklearen Katastrophe sehr real wird.
Schlimmer noch: Uns wird oft erzählt, dass in Ländern wie den Vereinigten Staaten die Regierungspolitik den Willen des Volkes widerspiegelt. Doch gewöhnliche Menschen haben praktisch kein Mitspracherecht in der Atompolitik. Entscheidungen über den Bau, die Modernisierung und die Androhung des Einsatzes dieser Waffen werden von Politiker:innen und Militärführern getroffen, die die herrschende Klasse vertreten – und nicht von den Hunderten Millionen Menschen aus der Arbeiterklasse, deren Leben bei einem weiteren Atomkrieg auf dem Spiel stünde.
Die gewöhnlichen Arbeiter:innen auf der ganzen Welt haben in einem weiteren Krieg am meisten zu verlieren, doch sie haben kein Mitspracherecht bei Entscheidungen, die Milliarden Menschen das Leben kosten könnten. Wie in Hiroshima und Nagasaki werden ganz normale Menschen den Preis dafür zahlen.
Der Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima ist mehr als nur ein Gedenktag. Er erinnert daran, dass die Zukunft der Menschheit nicht in den Händen von herrschenden Klassen liegen darf, die bereit sind, Millionen von Menschenleben zu opfern, um Macht, Profit und imperialistische Vorteile zu erlangen. Um weitere Hiroshimas und Nagasakis zu verhindern, muss eine Bewegung aufgebaut werden, die in der Lage ist, den Drang zum Krieg selbst in Frage zu stellen und letztendlich eine Welt zu schaffen, in der Menschenleben mehr zählen als die Interessen derer, die von Konflikten profitieren.
[translation from „speak out now“: Hiroshima and Nagasaki: Never Again!]

Yoshito Matsushige/Courtesy Japan Professional Photographers Association via https://www.atomicarchive.com/media/photographs/hiroshima/index.html
Beitragsbild via https://www.atomicarchive.com/media/photographs/hiroshima/index.html
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