Gaza: Bericht über IDF Soldaten, die auf Zivilisten an Verteilzentren schießen

Am Freitag veröffentlichte die israelische Zeitung Haaretz (vergleichbar mit der Süddeutschen Zeitung hierzulande) einen Bericht unter der Überschrift: „Es ist ein Schlachtfeld“: IDF-Soldaten erhalten Befehl, gezielt auf unbewaffnete Gaza Bewohner zu schießen, die auf humanitäre Hilfe warten“.

Ende Mai hatte die Gaza Humanitarian Foundation (GHF) für die mehr als 2 Millionen Palästinenser:innen vier Verteilzentren für Lebensmittel eröffnet, nach wochenlanger völliger Blockade des Gaza Streifens durch das israelische Militär und nachdem praktisch die gesamten Hilfslieferungen durch internationale Organisationen zum Stillstand gekommen sind. Die GHF Stiftung wurde durch die USA mit Untersützung Israels eingerichtet und die Verteilzentren sind von der israelischen Armee „abgesichert“. Die Zentren sind typischerweise nur eine Stunde am Morgen geöffnet, aber das kann sich auch verschieben oder ganz ausfallen. Auf Menschen, die zu früh das Gebiet betreten oder zu spät verlassen oder sonst eine der zahlreichen undurchsichtigen Regeln verletzen, wird geschossen. Ein palästinensisches Leben ist nichts wert. Vergleiche mit der Science Fiction Filmreihe „Hunger Games“ oder der Netflix Serie „Squid Game“ liegen auf der Hand.

„Es ist ein Schlachtfeld“, sagte ein Soldat gegenüber Haaretz. „Wo ich stationiert war, wurden jeden Tag zwischen einem und fünf Menschen getötet. Sie werden wie eine feindliche Armeeeinheit behandelt – keine Maßnahmen zur Kontrolle der Menschenmenge, kein Tränengas – nur scharfe Munition mit allem, was man sich vorstellen kann: schwere Maschinengewehre, Granatwerfer, Mörser. Sobald das Zentrum öffnet, hört das Schießen auf und sie wissen, dass sie sich nähern können. Unsere Form der Kommunikation ist Schusswaffenfeuer.“ Ein Soldat berichtete, dass sie diese Einsätze „Rotes Licht, Grünes Licht“ nennen würden, eine Anspielung auf ein Kinderspiel, das auch in Squid Game – mit tödlichen Reglen – „gespielt“ wird.

„Der Verlust eines Menschenlebens hat keine Bedeutung mehr. (…) Du weißt, dass das nicht richtig ist. Du spürst, dass es nicht richtig ist – dass die Kommandeure hier das Gesetz in ihre eigenen Hände nehmen. Aber Gaza ist ein Paralleluniversum.“ Das ist einer der vielen Berichte eines israelischen Soldaten, der von der israelischen Tageszeitung Haaretz gesammelt wurde.

Gleichzeitig fordern „Ärzte ohne Grenzen“ die Auflösung der GHF Stiftung mit der Begründung, dass diese Einrichtung „eine Farce der Lebensmittelverteilung ist, die zu Massakern führt“ und dass „mehr als 500 Menschen getötet und fast 4.000 verletzt wurden, als sie auf der Suche nach Nahrung zu diesen Verteilungen gingen“.

Die israelische Armee und die GHF Stiftung haben die Berichte als Lügen bezeichnet. Jetzt versprechen sie eine Untersuchung. Eine routinierte Standardantwort.

Bei Netanjahu riecht humanitäre Hilfe nach Blut. Und Merz wäscht ihm die Hände.

Beitragsbild: https://www.haaretz.com/israel-news/2025-06-27/ty-article-magazine/.premium/idf-soldiers-ordered-to-shoot-deliberately-at-unarmed-gazans-waiting-for-humanitarian-aid/00000197-ad8e-de01-a39f-ffbe33780000

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