Wer ist hier eigentlich qualifiziert?
Im Brandbrief hat Lutz ja auch knallharte „qualifizierte Ausgabensteuerung“ angedroht.Was soll das überhaupt sein? Und werentscheidet das? Einerseits drehen die Halbleiterintern durch, weil sie nicht wissen, wie sie ihremChef gefallen können. Schon der Einkauf vonBriefmarken wird in Frage gestellt. Andererseitssoll die Rollkofferarmada von McKinsey wiedereinmarschieren und die DB „beraten“… für zigMillionen. Was „qualifiziert“ die eigentlich?
Die neue Bahnkrise und das Monsterprojekt Stuttgart 21
Lutzes berüchtigter Brandbrief sprichtvon Krise. Aber nachder Krise ist vor derKrise. Seit derPrivatisierung desBahnsektors ab Mitteder 90er ging es für Bahner und Fahrgästeabwärts. Der Journalist Winfried Wolf hat letztensauf einer der regelmäßigen Kundgebungen inStuttgart die Entwicklungen der letzten Jahre gutzusammengefasst. Es ist dringend nötig, dass dieser (W)Bahnsinnein Ende hat.
Wenn es denn eine Revolution sein muss, dann muss es eben
Die Geschäftsführung der S-Bahn hatte schon voreiniger Zeit ihre „Wunsch“-Liste zur Änderung derBV Arbeitszeit auf den Tisch gepackt. Aber wenndie die BV „anfassen“ wollen, warum wir nichtauch? Statt Verschlechterungen ein paarVerbesserungen: Deutlich kürzere Fahrzeiten amStück und innerhalb einer Schicht würdenEntlastung bringen. An jedem Endbahnhof einezusätzliche Kurzpause wär‘ super. Um uns zu entmutigen, hat Wachendorf auf derBetriebsversammlung erklärt, dass es keineRevolution geben werde. Naja, das haben schon viele Könige und Politikergedacht…
Mehr Geld und mehr Freizeit!
Alle Jahre wieder versucht die Geschäftsleitungder S-Bahn uns zu überreden, nicht auf unsergutes Recht zu bestehen und aufFreizeitausgleich für Überstunden zu verzichten.Dieses Jahr ist der Preis für das Abkaufen derÜberstunden ziemlich billig. Nur 4 Euro zusätzlich.Da ist aber bei der „Ausgabensteuerung“ ganzschön was schief gelaufen…
Züge bekommen Flügel
Im Werk Cottbus geht der Personalabbau weiter.Nachdem die letzten Jahre schon die Kollegen hinund hergeschubst wurden. Dafür gehen die Zügenach Litauen oder Neustrelitz oder sonstwo hin?Und das macht es besser? Und was wird aus denKollegen? Der Stadt Cottbus?Die DB rechnet sich zurecht und verschiebtAufträge von X nach Y, wie sie es brauchen. Dashat keine Logik, außer kurzfristig geschönte Zahlen.
Wo ist das Geld bloß geblieben?
Der Bundesrechnungshof meckert, dass nichtnachvollziehbar sei, wo die ganzen Milliardenbleiben, die der Staat an die DB zahlt. Kennen wir,die Milliönchen zerrinnen einem so durch dieFinger, man weiß nicht, wofür man die wiederausgegeben hat, und dann entdeckt man in deralten ausgebeulten Jeans noch ein Paket 500Euro Scheine.Der Bundesrechnungshof verlangt, dass dieBundesregierung die DB besser kontrolliert.Aber die DB ist der Goldesel für diePrivatwirtschaft! Bahn- und Stahlindustrie,Finanzinstitute, Tunnelbauer… sie halten dieHand auf und der Staat zahlt. Eher rüstetVolkswagen alle Dieselautos kostenlos um, alsdass die Bundesregierung den Geldfluss stoppt…
Streik an den Kliniken Essen und Düsseldorf
Nach etwas mehr als einem Monat Streik habendie Pflegekräfte einen Tarifvertrag, der im Prinzipfestlegt, dass fast niemand nachts alleine aufStation arbeiten muss, wieviele Kolleg*innenmindestens auf Station sein müssen und dass180 Leute eingestellt werden. Die Klinikleitungenhatten lange jede ernsthafte Festlegungverweigert. Es wurde gedroht, versucht, dieverschiedenen Bereiche der Klinikengegeneinander auszuspielen… Gesiegt haben Hartnäckigkeit und Solidarität. Es gabgemeinsame Streikversammlungen beider Kliniken. Die Vorschläge aus den Tarifverhandlun-gen wurden gemeinsam diskutiert, die Streiken-den hatten das letzte Wort. Auf Demonstrationenwaren neben den Klinikbeschäftigten auchHunderte Menschen aus dem Ruhrgebiet.

