Die Regierungen der Welt und ihre UNO haben entschieden.
Für sie ist Ouattara der Sieger der Wahlen am
28. November in der Elfenbeinküste. Sie verurteilen
Gbagbo, den alten Präsidenten, der nicht abtreten will.
Dabei kehren die Mächtigen der Welt gern unter den
Teppich, dass diese Wahlen alles andere als völlig
zweifelsfrei abgelaufen sind, denn schließlich waren
unter 26 Mitgliedern der Wahlkommission 20 Unterstützer
Ouattaras oder zumindest offene Gegner Gbagbos.
Wie dem auch sei. Beide „Präsidenten“ – der alte und
der neue – sind aus demselben Holz geschnitzt. Sie
wollen nichts als die Macht – und dies auf Kosten der
Bevölkerung.
Seit Jahren schüren sie den Konflikt zwischen „echten
Bürgern“ und „Fremden“. Dabei hetzt Gbagbo gegen
die ehemaligen Gastarbeiter des Wirtschaftsbooms
der 70er Jahre und stützt sich hierbei auf den Süden
des Landes. Ouattara macht sich zum vermeintlichen
Anwalt der Immigranten und hat seine Hochburg im
Norden. Gbagbo, seit 10 Jahren Präsident, machte
jahrelang Politik im Interesse der reichen Eliten. Ouattara
behauptet zwar, dass er gegen die Selbstbedienung
der Herrschenden etwas unternehmen will, doch
seine Vergangenheit lässt nur Böses ahnen. Seine Karriere
machte er bereits als Premierminister (1990-93)
und stellvertretender Generalsekretär des IWF (Internationaler
Währungsfonds), der schließlich dafür bekannt ist, verarmte und zahlungsunfähige Staaten zu
massivem Sozialabbau und Privatisierungen zu zwingen.
Und da lässt sich auch das Interesse der westlichen Welt
erkennen. Sie wollen an die Reichtümer des Landes:
Erdöl, Erdgas, Coltan, Diamanten, Nickel und Eisenerz.
Mit Ouattara hoffen sie wohl, einen besseren Anwalt
ihrer Interessen gefunden zu haben.
So steht das Land vor dem Abgrund eines Bürgerkrieges,
vor dem sich die Bevölkerung fürchtet. Dieser
Krieg kann kaum abgewendet werden, solange machtund
profithungrige Politiker – unterstützt durch ausländische
Regierungen – die bitterarme Bevölkerung
gegeneinander aufhetzen können.
