Der Zugfunke – 22. Januar 2015 Sachdienliche Hinweise
Seit dem Auslaufen der Tarifverträge sind mehr als
200 Tage bzw. etwa 5.000 Stunden vergangen. Davon
wurde 140 Stunden gestreikt. Nicht viel, eigentlich…
Wenn sich der Hickhack nun noch bis Ende März hinzieht, kämen 70 Tage oder 1.680 Stunden dazu.
Wäre auch nur die abgespeckte Forderung zur Absenkung der Arbeitszeit um eine Stunde pro Woche längst
erfüllt, was hätte sich da nicht schon auf dem Arbeitszeitkonto an zusätzlichen Überstunden angesammelt,
bei jedem einzelnen von uns, aber erst Recht bezogen auf die Masse der Bahner!
Weselsky sagt: „Wenn die Bahn auf Zeit spielt, wofür
es Hinweise gibt, werden wir darauf reagieren.“ Ja, es
gibt sie!!! Nicht umsonst schreibt die DB-Welt: „Die Tarifverhandlungen gehen weiter.“ Die EVG-Oberen bejammern die fünf Verhandlungsrunden ohne Ergebnis.
Die DB-Leute wollen so lange wie möglich verhandeln, denn die DB profitiert davon.
Wer weiß eigentlich, was aus unserer Forderung nach
Begrenzung der Überstunden geworden ist?
Ein Hoch auf die Eisenbahnerfamilie
Laut „Nordostblick“ ist der RE3 das Sorgenkind von
Regio. Obwohl „nicht mehr jedes Ersatzteil sofort verfügbar“ ist, werden „mit Hochdruck die Schäden“ abgearbeitet. Es muss mit „allen möglichen Restfahrzeugen“ gefahren werden, weil es Herstellerprobleme
gibt. Aber „wenn alle Eisenbahner hier als Familie
agieren, so…“
Wenn wir wieder den Karren aus dem Dreck ziehen
sollen, dann beschwören die Chefetagen die Eisenbahnerfamilie.
Hoffentlich hängt der Familiensegen nicht schief,
wenn wir sie an unsere Tarifforderungen erinnern
müssen.
Wirtschaftsexperten
Im Knatsch um die zeitlichen Übergänge beim IRE
von Regio in Hamburg wird von den Chefs ständig die
angebliche Besonderheit der „Eigenwirtschaftlichkeit“
betont. Bedeutet, dass die Fahrgeldeinnahmen die
Kosten decken sollen.
Jeder ServiceStore, mit denen die DB Hunderte von
Eisenbahnern in den Fahrkartenausgaben ersetzt hat,
muss „eigenwirtschaftlich“ arbeiten.
Sind schon tolle schöne Kapitalisten, die uns das allgemeine Prinzip des Kapitalismus als was Besonderes verkaufen wollen.
Sie verfolgen damit ein klares Ziel: Unter dem Vorwand, unsere Arbeitsplätze zu retten, wollen sie uns zu Zugeständnissen bringen.
(Beinahe)Crash – das Versagen der Bahn
Anfang des Jahres wäre in Birkenwerder beinahe ein Regio in eine S-Bahn gekracht. Von der DB können wir nur erwarten, dass sie das auf „menschliches Versagen“ schieben wird. So wie bei der Entgleisung im Hauptbahnhof Mai 2013, wo jetzt ein Bedienfehler im Stellwerk als alleinige Ursache ausgemacht und die DB freigesprochen wurde.
Aber wir wissen, dass in Stresssituationen Fehler schnell passieren, und für den steigenden Stress trägt die Bahn die Verantwortung!
Felix, der Überraschungsgast
Fast im Minutentakt kamen während des Sturms
Notrufe der Tfs … in Tempelhof eine S-Bahn
entgleist… in Grunewald kracht erst eine S-Bahn und
gleich nach dem Notruf ein Regio in den Baum… und
aus der BZ Ruhe, als lebten wir auf zwei Planeten.
Wir wissen ja, dass wir Helden der Arbeit sind, aber
ein paar Warnhinweise, wie wir da am besten durchkommen, darum hätten sich die S-Bahn-Chefos schon
noch kümmern können!
Zurück in die Vergangenheit
Bei der S-Bahn wird in der vorausschauenden In-
standhaltung wieder gespart. Bei sensiblen Bauteilen,
z.B. Bremszylinder, wurden Zeiten in den Werkstätten
massiv reduziert.
Schauen wir doch mal in die Zukunft, Orakel, Orakel,
potzblitz, sind das etwa liegen gebliebene Züge?
Ausgewiesen
Der Bahnverkehr um Mainz herum ist wieder in den
Schlagzeilen: statt Bahn, Busse! Nee, nee diesmal ist
nicht der Personalmangel bei der DB schuld. Die Netinera-Tochter Vlexx hatte sich eingebildet, den Betrieb
mit über Bildungsgutscheinen und hoppigaloppi ausgebildeten Tfs aufnehmen zu können. Vielen wurde
dieser Job mit der Kürzung von Sozialleistungen „nahegelegt“. Wer möchte schon freiwillig nach Schichtplänen arbeiten, wie wir sie kennen…
Jedenfalls ist das Kartenhaus in sich zusammengefallen. Und als Retter in der Not wurde ein ausgewiesener Experte in die Region entsandt: Arnulf Schuchmann von der ODEG. Ja, der hat Erfahrungen aus der
Übernahme des RE2 und 4.
Also wir hätten da noch mehr ausgewiesene Experten
am Start, die sich für eine Versetzung, ähm, neue Herausforderungen eignen könnten.
Weihnachten bei VW auf brasilianisch
800 Kollegen von VW São Bernardo (São Paulo) er hielten Weihnachten ihre Kündigung, – 500 sollten
noch folgen – woraufhin die Arbeiter in den Streik traten. Obwohl die Werksleitung mit juristischen Folgen
drohte, falls sie Versammlungen vor dem Betrieb
machen würden, haben sie sich nicht beeindrucken
lassen und sind in das Werk gezogen, um Kollegen für
einen geschlossenen Kampf aller 13.000 VW-Arbeiter
zu überzeugen. Nach der Besetzung der zentralen
Autobahn durch 20.000 Arbeitern aus verschiedensten
Werken von VW, Mercedes, Ford, knickte schließlich
die Werksleitung nach 11 Tagen ein und nahm die
Entlassung der 800 Angestellten zurück!
„Wir schaffen nicht wir klotzen – aber für unsere Rechte“
Bei Daimler in Bremen gibt es klare Ansagen der Beschäftigten gegen das, was in vielen großen Fabriken Deutschlands passiert. Auf Fremdvergabe, Mehrbelastung und dem Plan einer Sechs-Tage-Woche antworteten 5.500 Beschäftigte bereits mit 4 wilden Streiks im letzten Jahr und bereits einem in diesem.
Obwohl beim letzten Streik 761 Abmahnungen ausgesprochen wurden, lassen sich die Streikenden nicht einschüchtern, denn wenn sie gehen müssten, stünde das Werk still.
