
Eine Woche des internationalen Austauschs zur Stärkung der Revolutionär:innen
Das internationalistische Sommercamp bot eine Woche voller Austausch, Schulungen und kämpferischer Debatten und brachte 300 Genoss:innen aus den Vereinigten Staaten, Griechenland, dem Spanischen Staat, Deutschland, Österreich und Frankreich zusammen.
Die zweite Ausgabe dieses Camps fand in einer Welt statt, die buchstäblich in Flammen steht. Während tödliche Hitzewellen und Waldbrände den Planeten verwüsten, eskaliert der Krieg weiter, und überall auf der Welt leiden Arbeiter:innen unter Ausbeutung, niedrigen Löhnen, Rassismus und Entlassungswellen.
Diese Katastrophen sind keineswegs Naturkatastrophen – ganz im Gegenteil. Sie sind die brutalsten Ausprägungen der kapitalistischen Barbarei im 21. Jahrhundert. Und vor wenigen Tagen erreichte das Grauen mit dem Massaker von Ceuta eine neue Dimension: Mindestens 140 unserer Klassenbrüder und -schwestern verloren ihr Leben an den Grenzen von Ceuta, an den Ufern des Mittelmeers – jenem Freiluftfriedhof, an dem die Frontex-Agentur Studierende und junge Arbeiter:innen, die ein besseres Leben suchen, daran hindert, den Stacheldraht zu überqueren.
Ja, Grenzen töten. Und unsere imperialistischen Regierungen tragen dafür die volle Verantwortung – nach Jahrhunderten der Plünderung und Ausbeutung der ganzen Welt. Gestern wie heute behandeln sie Menschenleben wie Schachfiguren. In Ceuta handelte es sich diesmal um einen makabren Werbegag, der darauf abzielte, Hass gegen Migrant:innen zu schüren. Doch die Reaktionen der Bevölkerung dort haben die rassistischen und rechtsextremen Provokateure inzwischen zum Einlenken gezwungen: Die Feinde sind die Milliardär:innen und ihre Handlanger an der Spitze der Regierungen und im Staatsapparat – nicht die Migrant:innen!
Angesichts der kapitalistischen Barbarei: Organisieren wir uns, um die Kämpfe zu stärken
Angesichts der Verbrechen eines Systems, das vom Gesetz des Profits beherrscht wird, sind die Kämpfe der Arbeiter:innenklasse die einzige Lösung. Das internationalistische Sommercamp bot die Gelegenheit, unsere Analyse der sich entwickelnden globalen Lage zu vertiefen und Wege zu diskutieren, wie wir ihr begegnen können.
Im Mittelpunkt unserer Diskussionen stand der Anstieg der Spannungen und Rivalitäten zwischen den imperialistischen Großmächten, angeheizt durch den Wettbewerb um die Kontrolle über Ressourcen und Märkte, mit der Folge einer zunehmenden Militarisierung, die das Risiko eines großflächigen Krieges erhöht.
In diesem durch globale Instabilitäten noch verschärften Wettstreit greifen rivalisierende Bourgeoisien auf der internationalen Bühne Arbeiter:innen und Völker an, indem sie ein wahres Arsenal an Waffen zur Spaltung der Massen einsetzen: Autoritarismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus. Ihr Ziel: jegliche Opposition zum Schweigen zu bringen und weiterhin maximale Profite aus der Ausbeutung der Arbeiter:innenklasse zu schöpfen. Vor diesem Hintergrund gewinnen autoritäre Regime an Stärke und die extreme Rechte weltweit an Boden. Ihre Wahlerfolge gehen einher mit einer reaktionären Offensive an allen Fronten, gerade auch mit den heftigen Angriffe auf Migrant:innen – und somit auch auf einen Teil unserer Klasse.
Angesichts dieses reaktionären und autoritären Aufschwungs – und der dadurch ausgelösten Wut der Bevölkerung – entstehen neue „Linke“, die sich als radikal präsentieren. Sie behaupten, diese Wut zu verkörpern, versuchen jedoch in Wirklichkeit, sie in den harmlosen Rahmen der Verteidigung der Demokratie durch Wahlen zu lenken. Sie fordern antifaschistische Fronten, vor allem mit den nächsten Wahlen im Blick, und achten sorgfältig darauf, das kapitalistische System nicht als das zu entlarven, was es ist. Somit tragen sie in Wirklichkeit dazu bei, unsere soziale Klasse zu entwaffnen.
Im Gegensatz zu diesen von der institutionellen Linken verbreiteten Illusionen sind wir überzeugt, dass nur eines den Aufstieg der extremen Rechten wirklich aufhalten kann: weder eine weitere Wahlfront, noch ein neues „Bündnis der Linken“, noch ein „kleineres Übel“, sondern eine Arbeiter:innenklasse, die das Vertrauen in ihre eigene Fähigkeit zurückgewinnt, selbstständig zu handeln, sich zu organisieren und ihre Interessen zu verteidigen.
Ein revolutionärer Pol, um zu zeigen, dass die arbeitenden Menschen sich nur auf ihre eigene Kraft verlassen können
Die Beispiele sind zahlreich. Die vielen aktuellen Kämpfe der Arbeiter:innenklasse standen im Mittelpunkt der Diskussionen und Workshops in unserem internationalistischen Camp: vom Generalstreik in Bolivien bis zu den Streiks in europäischen Luft- und Raumfahrtwerken, von den Mobilisierungen für Palästina bis zu den Arbeiter:innenstreiks gegen Ausbeutung und Unterdrückung, einschließlich der Selbstverteidigungsgruppen gegen ICE in den Vereinigten Staaten und der massiven Reaktion der Bevölkerung in Minneapolis…
All diese Erfahrungen werfen dieselbe Frage auf: Wie können wir Wut in kollektive Stärke umwandeln? Wie können wir uns organisieren, um die Interessen unserer Klasse mit einer möglichst breiten Einheit im Handeln zu verteidigen? Und vor allem: Wie können wir einen Weg zur Emanzipation ebnen? Für uns ist eines sicher: Nur politische Kämpfe und die unabhängige Organisation der Arbeiter:innenklasse können diesen Kurs vorgeben.
Da im kommenden Jahr in den verschiedenen Ländern, in denen wir aktiv sind, zahlreiche Wahlen anstehen, bekräftigen wir unsere Entschlossenheit, die Stimme eines von der institutionellen Linken – einschließlich der sogenannten „radikalen“ Linken, die in Wirklichkeit nur ein weiterer Versuch ist, die Politik der „vereinigten Linken“ im Rahmen kapitalistischer Institutionen und Machtverhältnisse wiederzuverwerten – unabhängigen revolutionären Pols zu stärken, auch im Wahlkampf. Es wird keine Abkürzungen geben: Unsere einzige Waffe ist die Organisation und der Kampf der Arbeiter:innenklasse zur Verteidigung ihrer Interessen.
Speak Out Now (USA)
OKDE-SPARTAKOS (Griechenland)
IZAR (Spanischer Staat)
RSO (Deutschland, Österreich)
NPA-R (Frankreich)

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