Gleicher Urlaub, auch für Vierer!
Wir schufften uns den Rücken krumm für die CFM und als Dank
bekommen wir weniger Urlaub. Mit neuen fadenscheinigen Begründungen
versucht die CFM, vor allem bei den KollegInnen
der Reinigung mit einem 4:2 Rasterplan, den Urlaub um zwei
Tage zu verkürzen. Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen. Wir
arbeiten das ganze Jahr an unserer Belastungsgrenze und haben
uns jeden Tag Urlaub mehr als reichlich verdient. Daher
nichts unterschreiben was den bestehenden Arbeitsvertrag verschlechtert
und sich vom Betriebsrat beraten lassen!
Affentheater
Die Kommissarische möchte nicht, dass wir gegenüber Patienten
oder Angehörigen den Personalmangel als Ursache für
manch Unannehmlichkeit benennen. Also: Nur nichts sagen.
Nun will laut Personalrat die Charité die mit diesem getroffene
Vereinbarung zum Umgang mit Gefährdungsanzeigen beenden.
Da könnten wir noch getrost drüber wegsehen, denn Verbesserungen
gab es ja eh nicht nach dem Einbringen einer solchen
Anzeige. Doch gleichzeitig wollen die Herrschaften auch das
elektronische Meldesystem abschalten. Sie wollen also nichts
hören und sehen von den von ihnen zu verantwortenden Zuständen.
Sie wollen es nicht mal mehr wissen, wie sich Personalnot
auf die Patienten und die Kollegen auswirkt.
Mit der Zeit gehen,
heißt für uns, dass wir die von uns tatsächlich regelmäßig erbrachten
Arbeitszeiten auch als solche in unseren Arbeitsverträgen
wiederfinden wollen. 20 Stunden im Vertrag, aber 40 Stunden
ackern! Das geht nun wirklich nicht. Also gehen wir pünktlich
nach der vereinbarten Stundenzahl nach Hause oder aber die
CFM-Chefs geben uns endlich Arbeitsverträge in denen die von
uns regelmäßig erbrachte Arbeitszeit festgelegt ist. Nur so können
wir auch auf die vollständige Bezahlung der von uns erbrachten
Arbeitsstunden pochen. Und wissen auch im kommenden
Monat, wie viel Geld wir zum Kaufmann tragen können.
Würgreflex
Genau dieser hat uns gepackt, als wir die Bilder aus Clausnitz
sehen mussten. Vertreter des deutschen Mittelstandes, die damit
zu den reichsten Teilen der Weltbevölkerung zählen, wollten
unbedingt mal wieder ihren Protest gegen die Regierung auf die
Straße tragen. Dazu begrüßten sie die Flüchtlinge, die vor elenden
und waffenstarrenden Zuständen geflohen sind, mit „Ausländer
Raus“ Rufen. Sie fühlten sich von 10-Jährigen provoziert
und sahen sich daher gezwungen, vor allem den Kindern der
Flüchtlinge soviel Angst einzujagen, dass diese weinend sich unter
den Bussitzen verstecken wollten. Feige suchten die deutschen
Helden die Adressaten ihres Protestes mal wieder nach
der Haarfarbe aus. Denn bei allem Protest gegen die Regierung,
wissen sie sich doch einig mit dieser: Deutsche Interessen zuerst
und das weltweit. Daher fordern sie in ihrem Protest auch
niemals von der Regierung Finanzierungszusagen für Unterkünfte,
Verpflegung, Sprachkurse oder andere Leistungen, die nicht
ihnen, sondern den Flüchtlingen zu gute kommen sollten.
Es gibt eben sone und solche
Es scheint, dass wenn man einmal eine bestimmte Berufsgruppe
erreicht hat, man sich über sein weiteres Fortkommen keine Gedanken
mehr zu machen braucht. So ist nun der ehemalige Vivantes-
Personalchef Friese (übrigens nach dem Ärztestreik vom
Aufsichtsrat gegangen worden) in der Leitung DRK-Kliniken untergekommen.
Die Gratulationswünsche bleiben uns im Halse
stecken.
Beruf? Flexibel!
Der Hol- und Bringedienst hilft im Tunneltransport/
Wirtschaftstransport aus. Die Modul-Versorgung kann sich
in der Poststelle wiederfinden, der Wirtschaftstransport wird
demnächst auf dem Abfallhof tätig. Das sind doch wirklich rosige
Aussichten, welche die CFM hier für die KollegInnen ausmalt.
Der Wunsch ist eben, dass jeder total flexibel ist und in allen anderen
Bereichen der Logistik frei einsetzbar sein kann. Giebe
und Maßwig: Träumt weiter! Wir sind hier nicht bei wünsch dir
was!
„Vorsicht Baustelle!
Eltern haften für ihre Kinder.“ Warum haften eigentlich nicht die
Planer und Auftraggeber vom CCM für den dort verspfuschten
Bau? Nach und nach dringen immer mehr Infos über die kommenden
Probleme des neugebauten Hauses an die Öffentlichkeit.
Jedoch werden wir KollegInnen und PatientInnen das Ganze
ausbaden müssen. Zu wenig Umkleiden, die Anzahl der
Diensträume wurde weiter reduziert, zu wenig Sanitäranlagen,
die Türen auf den Stationen gehen zum Gang hin auf, so dass
der Bettentransport zum neuen Flipperspiel-Abenteuer wird. Die
Liste lässt sich nach der Eröffnung in diesem Jahr bestimmt
noch unendlich erweitern. Ehrlich gesagt, wir freuen uns nicht
drauf!
„Junge, du mußt wachsen –
Also iß nicht so viel!“ Da stimmt doch was nicht – bei Omma
klang das irgendwie anders. Aber genau so muss es bei den
Charité-Oberen als Kind zugegangen sein. Denn wie könnte
man die Planung für 2016 sonst erklären? Die Charité soll wachsen
– 2,9 Prozent Leistungswachstum sind angepeilt. Dazu wird
aber nicht etwa investiert und mehr Personal eingestellt. Nö –
statt dessen gibt es ein Sparprogramm über 14 Millionen Euro.
Omma hätte nur mit dem Kopf geschüttelt. „Du musst doch ordentlich
was essen, wenn du wachsen willst!“
Ich rechne mir die Welt, wie sie mir gefällt
Einen Moment nicht aufgepasst – und schon klingt alles ganz
anders als gerade eben. Noch im Januar feierte sich der Bundesgesundheitsgröhe, dass die gesetzlichen Krankenkassen Milliardenrücklagen und Reserven hätten. Doch jetzt heißt es plötzlich,
riesige Lücken drohen. Schauen wir genauer hin, dann sind
einfach zu geringe Beiträge vom Bund für Hartz-IV-Empfänger
und Geflüchtete eingeplant worden. Sie jonglieren einfach mit
den Zahlen herum, wie es politisch gerade passt.
Die Münzen klingeln bei Privat
Im Ruhrgebiet rollt die Welle der Privatisierung von Krankenhäusern.
Und selbst wenn es keine plausiblen Gründe für die Privatisierung
gibt, denkt man sich halt welche aus. So geschah es
mit dem städtischen Krankenhaus Niederberg in Velbert. Der
Neubau eines Gebäudes war Grund genug für die Privatisierung,
weil der neue Betreiber Helios doch „viel mehr Geld für Investitionen
hätte und dies auch zum Vorteil für Personal und Patienten
wäre“. Aber es ist doch klar, dass ein privater Konzern nur ein
Krankenhaus kauft, um damit Geld zu verdienen – und das auf
Kosten der Patienten und des Personals.
Privat auf allen Ebenen
Und Privatisierung läuft auch im kleineren Maßstab. Viele Krankenhäuser
bieten mehr und mehr Komfortstationen an, um den
Besserverdienern einen angenehmeren Krankenhausaufenthalt
zu gewährleisten. Beispielsweise bietet Vivantis fünf Komfortstationen
u.a. mit Übersetzer, Wasch- und Bügeldienst an. Auch die
Charité will mitmachen, jedoch wurde ihre Komfortstation im Bettenhochhaus
noch nicht genehmigt. Und das „Beste“ an all dem
ist, dass diese Luxus-Exzesse im Grunde von den gesetzlich
Versicherten gezahlt werden, da sie mit ihren Beiträgen die nötige
Infrastruktur zur Verfügung stellen. So ist es im Krankenhaus
nicht anders als auf Arbeit: Ohne uns wären die Reichen nicht
reich.
