Vitamin C – Streikausgabe

Streik und Sonnenschein
Was braucht es mehr? Klar, eine Demonstration von mehr als 1500 Kolleg:innen aus den Kliniken und den Servicetöchtern. Sie zeigt uns: Wir stehen nicht allein! So viele wie noch nie beteiligen sich am Streik. Wir haben die Kraft den TVÖD (Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes) an der CFM durchzusetzen. Unsere Forderungen werden von den Kolleg:innen der Charité und darüber hinaus unterstützt. Gemeinsam sind wir stark und stärker.

Die Chefs blockieren, doch wir schreiben Geschichte
Auch in der dritten Verhandlungsrunde der CFM am 10.03. kamen die Verhandler:innen von der CFM mit leeren Händen. Entgegen ihrer Ankündigung gab es weder Zahlen zur wirtschaftlichen Situation der CFM noch ein Angebot als Reaktion auf unsere Forderungen. Vielleicht haben sie diese ja auch einfach nur vergessen, darum hier noch einmal: TVÖD! Recht auf Vollzeit! 500 Euro Bonus für ver.di-Mitglieder! Mehr Geld für Springer!

Ihr Lächeln ist verkrampft
700 Kolleg:innen im Streik. Gleich am ersten Streiktag. Am Zweiten nicht weniger. Die Geschäftsführung der CFM wollte es nicht glauben. Und kam mehrfach bei uns Streikenden vorbei und wollte wohl schauen, ob das wirklich wahr ist. Ihr Gerede von: TVÖD bekommen wir nie, wir sollten bescheidener sein usw. kennen wir ja schon. Dafür mussten sie nicht extra vorbeikommen. Sie haben es gesehen. Alle Abteilungen waren vom Streik betroffen. Reinigungskräfte in Massen beim Streik, das Catering fast lahmgelegt, Krankentransport fand nicht statt, Steri lahmgelegt… doch doch, sie haben es gemerkt und sie haben Angst vor unserer Kraft.

War der Streik zu merken?
Aber sowas von! Keine Reinigung, keine Betten, Essen im Plastiknapf und die Charité bettelt ihre Alumni (Ehemaligen) Krankentransporte durchzuführen.

Spendenkampagne
Du stehst gerade im Streik für bessere Bezahlung, mehr freie Tage, bezahlte Pausen? Du leistest während des Streiks Notdienste auf Station oder im Bereich? Sehr gut! Wir kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen, aber bei uns gibt es ca. 3000 Kolleg:innen, die nicht einmal nach TVÖD bezahlt werden. Sie haben zwar den Namen Charité auf ihren Dienstausweisen stehen, doch mit dem Zusatz Facility Management GmbH. Diese Kolleg:innen verdienen zu großen Teilen so wenig, dass für sie es nicht möglich ist, für Streiktage finanziell vorzusorgen und mit dem Streikgeld über die Runden zu kommen. Sie benötigen zur Durchsetzung ihrer Streik-Forderung deine Hilfe. Auch finanziell. Spende hier: https://gofund.me/8e791991

Und noch einmal: Streik an der Charité
Wie üblich informiert der Charité Vorstand über den geplanten Streik der Gewerkschaft ver.di vom 12. bis zum 14.03.2025. Doch diesmal fehlt der Zusatz, dass sie unser Streikrecht anerkennen und allen die Teilnahme am Warnstreik, die dies wollen, ermöglichen werden. Nicht dass die Charité sich allzu gewissenhaft in der Vergangenheit an diese Ansage gehalten hätte – doch der Passus fehlt diesmal. Die angestrebte Notdienstvereinbarung scheiterte schon zuvor an der Verweigerung des Vorstandes. Und wieder einmal bleibt das Interesse am Wohl der Patient:innen nur auf unserer Seite. Oder sie haben einfach Angst. Angst vor unserer Stärke. Angst, dass unser Streik sich ausweitet, Angst vor unserer Unterstützung für die Kolleg:innen der CFM.

Noch immer kein Angebot
Genau das gilt auch für die TVÖD-Verhandlungen, die uns an der Charité betreffen. Kein Angebot der Chefs heißt ganz einfach: Sie nehmen uns noch nicht ernst genug. Was können wir denn dagegen tun? Klar, den Chefs auf die Pelle rücken am 14.03. in Potsdam mit einer großen Demo. An den Informationsrunden von ver.di zu den Verhandlungen teilnehmen, keinen faulen Kompromissen zustimmen … auch keinem miesen Schlichtungsangebot. Die Urabstimmung und den unbefristeten Streik vorbereiten – im eigenen Betreib und im Netzwerk mit unseren Kolleg:innen bei BSR, Vivantes, Wasserbetrieben usw.

TVÖD für alle an der Spree
Wie teuer diese Stadt ist, wissen CFM und Charité sehr genau. Die Politik hat den öffentlichen Wohnungsbau zerschlagen und bietet nun die Wohnungsgesellschaft Berlinovo als Partner für sogenanntes Beschäftigtenwohnen an. So werden nun für neue Charité Beschäftigte Apartments angeboten. Toll. Oder besser nicht, der Quadratmeterpreis liegt bei ca. 20 €. Gut warm, aber trotzdem nur zu bezahlen, weil die Appartements recht klein sind. So manch neue Pflegekraft mag sich das gerade noch leisten können, wenn sie Single und bescheiden ist, aber als Reinigungskraft? Kein Grund für Schadenfreude, denn die Mietpreise steigen weiter an und auch die anderen Berufsgruppen können sich immer weniger diese Mieten leisten. Darum heißt es auch jetzt gemeinsam zu streiken für höhere Löhne und TVÖD für alle an der Spree!

Hilfe, die Betriebswirtschaftler kommen!
Kennste den? Der Förster wird von Hunderten flüchtenden Hasen umgerannt. Er bekommt gerade noch einen bei den Ohren zu fassen, doch der zappelt und schreit: “Rette dich, die BWLer kommen und wollen allen das fünfte Bein abschneiden!“ „Aber Häschen, du hast doch nur vier Beine.“ „Ach, das nützt doch nix – BWLer schneiden erst ab und zählen hinterher …“

Ungefähr so kommt einem das manchmal an der Charité vor. Gerade feiern sich Leitung und Vorstand für die Ergebnisse einer (von ihnen beauftragten) Studie der DIW ECON über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Charité in der Region und bundesweit. Wirklich, die Studie klingt genau wie der Anton von Tirol: „Ich bin so schön, ich bin so toll …“ Für jeden vom Land zugewiesenen Euro wurde das vierfache an Mehrwert erwirtschaftet, allein 1,8 Milliarden € im Jahr 2023 … Toll, also ist doch wohl Geld da?!

„Chef, die Gewerkschaft steht vor der Tür mit Tarifforderungen!“

„Schnell, versteck die Millionen – und bring das alte Jackett mit den leeren Taschen – und dann sing mer das schöne Lied: „Ich hab kein Geld, du hast kein Geld …“

Boah, was für ein Kaspertheater!

!!! Termine !!!
Do, 13. März, 10-12.00 Uhr: Gemeinsame TVÖD-Kundgebung; Washingtonplatz, Hauptbahnhof.
Fr, 14. März, 9-11.30 Uhr: Demo in Potsdam während den Verhandlungen.

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