Ultraklein und ultrareich ganz nah beieinander

Ultraklein und ultrareich ganz nah beieinander

Die Beratungsgesellschaft PwC und die Bank USB haben berechnet, dass die Superreichen während der Corona-Pandemie noch reicher geworden sind. Die 2.198 Dollarmilliardäre, die es weltweit gibt, haben inzwischen ein Vermögen von 10,2 Billionen Dollar. Ein neuer Rekord. In Deutschland stieg das Vermögen der Superreichen seit März 2019 von 500,9 Mrd. Dollar auf 594,9 Mrd. Die kriminelle Vereinigung wuchs von 114 auf 119 Mitglieder an. Seit Ausbruch der Pandemie verdienten sie vor allem in den Bereichen Technologie (+ 46%) und Gesundheitswesen (+ 12%).

Mini-Virus und gigantische Vermögen – gegen beides brauchen wir ein Gegenmittel.

Ganz schlicht schleichend ins Schlichtungsverfahren

Hommel fasste die Tarifverhandlungen der EVG so zusammen: Das bringt der DB 1,1 Milliarden. Entsprechend sauer waren die Reaktionen der EVG-Kolleg*innen. Die Planungen des Verkehrs­ministerium zeigen aber als Ziel 1,85 Milliarden Einsparung bei uns. Dann sind eben jetzt die Fahrpersonale dran. Die Marschrichtung ist mit dem EVG-Abschluss klar. Teile und herrsche, einer nach dem anderen ist dran.

Aber was haben wir von der Schlichtung, die die GDL jetzt akzeptiert hat? Plötzlich herrscht ganz schön Stillschweigen, keine Fakten. Die Kerle aus dem GDL-Vorstand, die erst noch so laut gegen EVG und DB polterten, sind zahme Kätzchen geworden und akzeptieren ohne murren die Schlichtung?

Es wäre nicht das erste Mal, dass wir von „Ergebnissen“, die uns gar nicht in den Kram passen, überrascht würden.

Wir sind gefahren, wir haben unseren „Beitrag“ geleistet! Mischen wir uns ein.

Gleichberechtigung für Frauen? Es gibt noch viel zu tun!

Die DB soll künftig die Frauenquote erhöhen und Gleichstellungsbeauftragte einstellen, so lautet ein neuer Gesetzentwurf. Der Vorstand wehrt sich, denn …. Achtung!… das sei „mit erheblichen negativen Auswirkungen verbunden“.

Ach herrje, der Vorstand, der diesen Quatsch geschrieben hat, hat dringend ein paar Lektionen zu diesem Thema nötig!

Starke Schiene unterbrochen

Auch nach mehreren Tagen Streckensperrung wegen des Anschlags und dem Kabelbrand überraschen Arbeitsaufträge mit stoischer Ignoranz der Situation. Wie, heute immer noch Chaos? Ach, die geplante Pause geht nicht? Mal abwarten, ob Tf genügsam genug sind, das Wirrwarr hinzunehmen?…

Es ist Sache des Unternehmens vorzusorgen, dass auf solche Ereignisse schnell reagiert wird, indem Leute vor Ort geschickt werden, um den Fahrgästen die Wege zu den Bussen zu zeigen, und unsere Arbeitsaufträge schnell anzupassen. Aber dafür braucht es natürlich Leute und Willen…

Streik bei der BVG

Nach einem halben Tag Streik folgte kurz später ein ganzer. Und wir sollten auf weitere Streiktage gefasst sein. Der Arbeitgeberverband mauert. Die BVG-ler haben nicht weniger Gruselgeschichten über ihre Arbeitsbedingungen zu erzählen als wir. Vor allem die Arbeitszeit ist zu hoch. Sie wollen, dass die Wochenarbeitszeit für alle von 39 auf 36,5 gesenkt wird. Auch die Überstunden sind viel zu viel. Die Wendezeiten sind zu knapp. Und nach den Kürzungsrunden, die es vor mehreren Jahren mal gegeben hat, sind die Löhne völlig im Keller. Das macht alle sauer.

Alle Räder stehen still, wenn der Mechatroniker es will! Voilà, Recht haben sie!

Die neue Verkaufsmasche: grün

Viel Prominenz war aufmarschiert, um Cottbus als künftigen Standort der „Superlative“ zu preisen. Die Gockel verkündeten, dass das Werk künftig ICE-Züge warten und ab 2026 Diesel- zu Hybridzügen umrüsten und instandhalten soll. Und wer bezahlt? Der „Steuerzahler“, also wir. Diesmal nennt sich der Topf, aus dem die Kohle fließt, „Strukturstärkungsgesetz“ – das sind 40 Mrd. Euro, angeblich wegen Kohleausstieg und für den Kampf gegen Klimawandel.

Cottbus wurde in den letzten Jahren krass runtergefahren, die Kolleg*innen durch Berlin und Brandenburg geschubst, immer musste man damit rechnen, dass das Werk ganz schließt. Mit dieser Drohung setzte Regio eine Menge Schweinerein bei den Arbeitsbedingungen durch.

Und jetzt halten sie die Hand auf. Mit dem nötigen Kampf gegen Klimawandel und Kohleausstieg hat das nichts zu tun.

Augen zu und durch?

Report Mainz fiel eine interne Mitarbeiterbefragung bei DB Netz in die Hände: waren nicht so viele gute Nachrichten drin. „Stellenweise drohen Chaos und Zusammenbruch“, Anlageninspektion und -pflege seien nicht einmal mehr im absolut notwendigen Minimalumfang erfüllbar.

Die Reaktion der DB? Erstens: das sei nur eine subjektive Sicht. Zweitens: Der überwiegende Anteil der Aussagen (…) konnte einer internen Überprüfung (…) nicht standhalten. Und als Fazit: „Wir haben unser Berichtswesen verändert.“

Ja, das wird helfen.

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