Coronabeihilfe und Verlust durch Kurzarbeit

Willkommen den neuen Kolleg_innen!

Drei Eichstätter Osramer_innen sollen nach Berlin umziehen. Nur so können sie ihren Job behalten.

Mit den 120 verbliebenen Kolleg_innen, die „nur“ entlassen werden, sind sie gemeinsam Opfer der Willkür Osrams.

Von sogenannten „Sozialplänen“ haben wir die Nase voll! Sowie die heutigen Pläne von Daimler Marienfelde, 2000 Arbeitsstellen zu kürzen: Ab in Mülleimer! Widerstand!

Ein Standort: eine Belegschaft!

Die Linie aus Eichstätt die neu in Berlin angesiedelt wird, zieht in die ehemaligen Gebäude von Ledvance. Ledvance war tatsächlich nur Mieter: so ein Mischmasch!

Ausgliederungen und Auslagerungen zielen vor allem darauf ab, uns zu teilen. Eine Salami-Taktik die von uns früh genug angegriffen werden muss.

Wir sehen uns wieder: auf den Demos!

Die Kolleg_innen von Ledvance verlassen uns einen Monat früher als geplant. Sie kommen erstmal in einer Auffanggesellschaft unter. Wir wünschen allen bald eine neue Stelle zu finden!

Sie bleiben auf jeden Fall Kolleg_innen. Die Erfahrungen ihres kämpferischen Widerstandes kann ihnen keiner nehmen. Gegen Schließungen und Sozialpläne werden wir zusammen kämpfen müssen: wir haben keine Wahl!

Nach Bayern, um die Schulung zu bekommen?

Die Berliner Betriebsleitung bietet an, mehrere Monate nach Bayern zu fahren, um für die Arbeit an der neuen Linie geschult zu werden.

Wochenweise weg von der Familie, als Ausgleich gerade einmal der Verpflegungsmehraufwand: ist das ein Geschenk?

Fiese Aufgabe

Auf der anderen Seite bekommen die Eichstätter Kolleg_innen, deren Betrieb bald schließt, die Aufgabe ihre Berliner „Ablösung“ auszubilden.

So etwas macht man gerne bevor man in Rente geht. So nicht!

Verlust durch Kurzarbeit und Coronabeihilfe

Die Coronabeihilfe, die einmalig im Oktober bezahlt wird, deckt nicht annähernd ab was wir seit Beginn der Pandemie durch Kurzarbeit verloren haben.

Manche Kolleg_innen (besonders diejenigen, die Schichtarbeit leisten) können bis zu 4000€ verloren haben. Zusätzlich noch weniger Rente und Betriebsrente. Also nicht nur der Lohn sondern auch die Sozialleistungen sinken.

Die Aufstockung von Osram war ein Witz (gab es überhaupt eine?). 1300€ Coronabeihilfe (für die Azubi nur 500) stellen nicht mehr als ein Drittel des Verlusts dar.

Die Kurzarbeit ging in manchen Abteilungen (VIP Lampe oder Glaswerk) länger oder ist noch nicht aufgehoben. Es ist auch eine Frage der Gerechtigkeit unter den Schichten und Abteilungen: wir fordern einen vollen Lohnausgleich!

Geld ist genug da!

Die Superreichen sind während der Corona-Pandemie noch reicher geworden. Die 2.198 Dollarmilliardäre, die es weltweit gibt, haben inzwischen ein Vermögen von 10,2 Billionen Dollar. Ein neuer Rekord. In Deutschland stieg das Vermögen der Superreichen seit März 2019 von 500,9 Mrd. Dollar auf 594,9 Mrd. Die kriminelle Vereinigung wuchs von 114 auf 119 Mitglieder an. Seit Ausbruch der Pandemie verdienten sie vor allem in den Bereichen Technologie (+ 46%) und Gesundheitswesen (+ 12%).

Nachtschichten schaden der Gesundheit!

Ein Erbe der Teilung Deutschlands: die Löhne im Osten sind auch 30 Jahre nach der Wende deutlich niedriger als im Westen. In Bayern werden zum Beispiel 25% Nachtschichtzuschlag gezahlt, in Berlin aber nur 15%.

Einige Kolleg_innen haben geklagt und sollen rückwirkend Geld bekommen.

Das ist nicht nur wegen ihrer Schichten gerecht; die unterschiedlichen Tarifgebiete müssen weg: gleiche Arbeit = gleicher Lohn! Nicht in drei Jahren. Jetzt! Dafür müssen wir zusammen kämpfen, bzw. unsere Kolleg_innnen im Westen ins Boot holen!

Eine Antwort zu Corona die auch Fragen stellt

Die Bundesregierung will dass wir die „Corona-Warn-App“ installieren. Wer hat den Zugang zu den Daten?

Die Behörden sprechen gerne vom Ansteckungsrisi­ko bei privaten Feiern. Aber wenn es um die Pro­duktion geht (also um Profite), dann muss alles flie­ßend weitergehen. Tagtäglich tausende Leute in den Betrieben und Ab dafür! Daher auch die Idee, uns diese „Corona-Warn-App“ im Betrieb anzubieten.

Unsere Zukunft

Die IG Metall bietet eine Befragung online an. Nicht sooo zugänglich und deshalb wird die Beteiligung vielleicht auch nicht zahlreich. Das Problem ist aber ein anderes. Nulltarifrunden und Stellenabbau ohne Ende fordern eine gemeinsame Antwort (statt separater Verhandlungen und jedem Betrieb seinen Sozialplan…) und echte Streiks zu organisieren (so gut dass die Kapitalisten leiden)! Sowas wird nicht durch eine Umfrage entstehen.

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