Osram-Berlin: Nach Stellenabbau Unterbesetzung?

Osram gehört künftig dem österreichischen Halbleiterkonzern ams AG. Ein „Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag“ wurde im September unterschrieben. Aktionär*innen – zum Teil Hedgefonds aus den USA – schielen auf Gewinne. In ein paar Wochen soll in Berlin eine neue Produktionslinie zur Herstellung von Kinolampen gestartet werden. Diese Produktion, die 2020 noch in Eichstätt (Oberbayern) stattfand, wurde dort beendet und die 130 Kolleg*innen zum Arbeitsamt geschickt.

Der Vorstand Berlin sprach von Anfang an davon, die verlagerte Linie werde eher automatisiert funktionieren. Das gibt es aber nur im Kino! Um genug Leute zur Verfügung zu haben, hat der Vorstand erst mal den aktuellen Sozialplan gestoppt: Auf einmal darf keiner mehr gehen! Je nach Konjunktur verwendet der Vorstand den Sozialplan, wie er will. Da die vorhandenen Maschinenbediener*innen im Betrieb bereits genug zu tun haben, ist unklar, wer überhaupt die zusätzliche Produktion durchführen soll. Wenn es darum geht, die Produktion mit so wenigen Leuten wie möglich durchzuführen, dann hat der Betrieb die Abfindungen, die für die Kolleg*innen von Eichstätt bezahlt worden sind, gleich wieder eingespart.

Als Neujahrsgruß teilte der Vorstand mit, das Geschäft entwickle sich „in einigen Bereichen erfreulich“. In Berlin ist die Kurzarbeit vorbei und die Auftragslage eher gut. Die Kolleg*innen haben es in der Hand, die von Osram geplante Unterbesetzung zu verhindern!

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