Mit privatisiertem Wasser gehen wir baden

Immer wieder sind die Berliner Wasserbetriebe
Stadtgespräch. Kein Wunder,
kam doch mit der Veröffentlichung
der Geheimverträge das ans Licht, was
jeder Berliner sowieso schon ahnte.

Ein kleiner Faktencheck: Seit 1999,
als die Wasserbetriebe zu 49,9% an
Veolia und RWE verkauft wurden, stiegen
die Wasserpreise um gut 35% an.
Im Vergleich sanken die Investitionen
ins Versorgungsnetz von 367 Mio. € auf
heute 273 Mio. €. Auch das Märchen
vom Arbeitsplatzmagneten ist eine
glatte Lüge. Effektiv wurden seither
über 1.500 Arbeitsplätze abgebaut. Das
verwundert nicht, wenn man sich die
Verträge anschaut. Da verspricht das
Land Berlin den Privaten eine satte
Verzinsung des Betriebsvermögens, die
zuletzt zu einer Umsatzrendite von
24% führte. So verzichtete der Senat
immer wieder darauf nötige Investitionen
ins Netz zu tätigen, um die Gewinne
für die Privaten bezahlen zu
können.

Im Zuge der Abgeordnetenhauswahlen
2011 geben sich nun alle Parteien
ganz brüskiert. Keiner will es gewesen
sein. Deswegen diskutiert man jetzt
ganz heftig über „Rekommunalisierung“.
Also sollen wir den Unternehmen
nun noch mehr Geld in den Rachen
werfen, damit sie uns das wiedergeben,
was uns sowieso schon gehört?! Es gibt
keinen Zweifel daran, dass mit einer
Verstaatlichung weder für die Beschäftigten
noch für die Berliner auf einmal
das Paradies auf Erden anbricht. Immerhin
ist es in unserer heutigen Gesellschaft
auch bei Kommunalbetrieben
üblich knallhart profitorientiert zu kalkulieren
und die Interessen der Beschäftigten
sowie der Bevölkerung zu
vernachlässigen.

Aber Wasser braucht jeder und es
gehört in die öffentliche Hand – ohne
Entschädigung für diejenigen, die seit
Jahren schon auf unsere Kosten profitieren!

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