Inflation, Lieferengpässe, Krise in China: Was kommt da auf uns zu?

Die offizielle Inflationsrate in Deutschland lag im Oktober im Vergleich zu vor einem Jahr bei 4,5 %. Bei der Energie (Heizkosten, Benzin und Strom) gehen die Preise noch viel stärker nach oben. Während nun wieder über die Gefahren einer länger anhaltenden Inflation diskutiert wird, gibt es auch andere Entwicklungen in der Weltwirtschaft, die Anlass zur Sorge bieten. Wir wollen uns ein paar davon anschauen.

Container, die ohne Ware so viel wert sind wie voll beladene, und riesige Staus vor den größten Häfen der Welt … Große Frachtschiffgiganten, die zu noch größeren Schifffahrts-Monopolen ge­hören … Mikrochips, die unter anderem in der Autoindustrie fehlen, was ein Stocken der Produktion zur Folge hat … Das sind aktuell ein paar absurd anmu­tende Erscheinungen der Weltwirt­schaft. Wir wollen den Ursachen dafür ein bisschen näher auf den Grund gehen.

Die Lieferengpässe – wie sind sie ent­standen?

Nach dem Corona-Lockdown kamen einige Länder früher als andere wieder dazu, ihre Wirtschaft hochzufahren. Da der Nachholbedarf in verschiedenen Bereichen groß war und in der globali­sierten Welt der erdumspannenden    Just-In-Time-Lieferketten diejenigen zu-erst mahlen, die zuerst kommen, geriet Europa ins Hintertreffen. China war schneller dabei, Zwischenprodukte wie Mikrochips aufzukaufen.1 Auch der Klimawandel lässt in Form von Hoch­wassern grüßen, die zu Fabrik­schließungen und Lieferengpässen führen.2

Der Konkurrenzkampf findet auch um die Häfen statt, die durch das plötzliche Anziehen des Handels an ihre Grenzen stoßen. Alle wollen ihre Ware erhalten, aber nicht alle können es. Gewinner sind die drei Unternehmen oder Allianzen in der Schifffahrt, die zusammen 83 Pro­zent des gesamten Marktes kontrol­lieren. Waren werden zwar wohl nicht, wie manchmal behauptet, zurück­gehalten, aber aufgrund der Monopol­stellung können die Preise kontrolliert werden und die Schiffe, die jetzt fehlen, werden erst in Jahren gebaut sein. Außerdem sind jetzt schon die Häfen ausgelastet. Die Frachtpreise haben sich seit Mitte des Jahres mehr als ver­doppelt.3 Der Mangel an Containern ist auch darauf zurückzuführen, dass viele leere Container in Amerika stranden. Weil aus Amerika viel weniger exportiert als importiert wird, können längst nicht alle gefüllt zurückkommen und einige Firmen entscheiden sich, die leeren Con­tainer zurückzulassen. Zumindest solange, bis durch ihre Verknappung ihr Wert exorbitant ansteigt.4

Die Containerschiffe werden seit Jahren immer größer. Die unvorstellbare Größe der Schiffe hat nicht nur buchstäbliche Engpässe zur Folge, wie der des Contai­nerriesen „Ever Given“, der durch sein Feststecken im Suezkanal für 6 Tage den Welthandel blockierte. Diese größeren Containerschiffe sind auch weniger flexibel und können nicht in jedem Hafen anlegen. In der globalisierten Weltwirtschaft und mit dem Sieg der Just-In-Time-Produktion sorgt jeder Engpass für eine kleine Krise, da die Lie­ferketten anfällig für den Mangel an Zwischenprodukten sind und es keine Planung der Reserven gibt. Nun kommt zu dieser Lage noch hinzu, dass immer wieder Häfen aufgrund von Corona-Ausbrüchen geschlossen werden müssen, wie der viertgrößte Container­hafen der Welt im chinesischen Yantian. Die Schiffe steuern andere Häfen an, sofern sie dies können, welche aber meist auch schon ausgelastet sind. In dieser Situation ist es schwierig zu planen, wann die Ware bei den Unter­nehmen ankommt.

Die vollen Auftragsbücher von Auto­herstellern nützen ihnen wenig, wenn aufgrund eines Mangels an Halbleitern diese Aufträge nicht erfüllt werden können. Die Auslagerung der Produktion in Niedriglohnländer zeigt nun ihre Kehrseite. Die weltweite Arbeitsteilung folgt nicht irgendwelchen produktions­technischen Gründen, sondern der Logik des Kapitalismus, der nicht nach den Be­dürfnissen, sondern nach Profiten pro­duziert. Nur das größere Maß an möglicher Ausbeutung ist der Grund für Verlagerungen bestimmter Produktions­zweige in andere Gegenden der Welt. Wenn wir uns nochmal das Beispiel der Mikrochips anschauen:

Europa und die USA waren bis etwa 1990 weltweit führend in der Produktion von Mikrochips. Doch da die Profitmargen bei der reinen Produktion nicht so groß waren, wie bei der Entwicklung und Patentierung der Chips, hat man sich praktisch nur noch darauf verlegt und die schnöde physische Herstellung der Halbleiterknirpse in Asien machen lassen. Inzwischen gehört ein taiwanesischer Chip-Produzent – TSMC – mit einem Börsenwert von 500 Mrd. US-$ zu den 11 wertvollsten Unter­nehmen der Welt. Und in China wurden allein zwischen Januar und Oktober 2020 58.000 Chip-Herstellungs-Firmen gegründet!5

Doch die Kapitalist:innen in den west­lichen Industrieländern machen trotz­dem satte Gewinne (VW stellte im 1. Halbjahr 2021 mit 11 Mrd. Euro einen neuen Rekord auf) und wälzen gleich­zeitig die „Krisenlasten“ auf die Arbei­tenden und ihre angeblich zu hohen Lohnkosten ab. Denn die Kapitalisten nutzen auch die jetzige Krise um Löhne zu drücken und Arbeitszeiten nach ihren Bedürfnissen zu flexibilisieren, die Be­schäftigten immer weiter auszubeuten und zu überwachen. Stichwort ist hier die durch den Staat zum größten Teil finanzierte Kurzarbeit als direkte Sub­vention für die Unternehmen, die aber trotzdem einen Lohnverlust für die Beschäftigten von ungefähr 15 % zur Folge hat. Zehntausende Beschäftigte der Autoindustrie werden in Kurzarbeit geschickt, während Hunderttausende Autos nicht fertig gebaut werden können.6 Die Automobilkonzerne ver­suchen ihre Profite zu halten, indem sie vor allem zuerst teure Luxus-Autos pro­duzieren, der Rest kann warten. Im VW-Werk in Wolfsburg sollen nach Konzern­planungen bis zu 30.000 Stellen ge­strichen werden, als Grund wird die Um­stellung auf Elektroautos genannt.7 Es wird zwar behauptet, auch um die Faktoren Corona und Halbleiterkrise be­reinigt, würde das Stammwerk nicht ausreichend Autos produzieren, doch das ist nur ein Vorwand für die lange schon geplanten Vorhaben. Mit der „E-Mobilität“ wiederholt sich dasselbe, wie sonst auch, wenn durch effizientere Maschinen Arbeit eingespart wird: Es wird als Vorwand genutzt Stellen zu streichen, statt durch die Arbeits­einsparung das Leben der Beschäftigten zu verbessern.

Eine gefährliche Spekulationsblase in China

Ein anderes besorgniserregendes Ele­ment für die Aussichten der Weltwirt­schaft ist eine Immobilienkrise in China. Wer sich erinnert, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 durch das Platzen einer Immobilienblase in den USA aus­gelöst wurde, ahnt, wie gefährlich das sein kann. Chinas Wachstum schien in den letzten Jahren eine sichere Bank und der chinesische Markt wurde für viele Exportindustrien, insbesondere die Automobilindustrie immer wichtiger. Sollte es also zu größeren Pleiten in China kommen und der dortige Markt einbrechen, so hätte das gewaltige Aus­wirkungen weltweit.

Was ist los mit Chinas Baubranche? Zu­nächst ist wichtig zu verstehen, was für eine gewaltige Bedeutung diese Branche innerhalb der chinesischen Wirtschaft besitzt. Die chinesische Gesellschaft hat sich durch den Industrialisierungsschub in den letzten dreißig Jahren grund­legend verändert. Während 1980 noch 80 % der Chines:innen auf dem Lande lebten, leben heute zwei Drittel in den ständig wachsenden Städten. In abso­luten Zahlen: Von 1990 bis 2018 kamen 539 Millionen Stadtbewohner:innen hin­zu. Für die chinesischen Kapitalist:innen sind das ausbeutbare Arbeitskräfte, aber für die Bauindustrie ist das auch ein Riesenmarkt. So erklärt sich, dass die Baubranche ca. 30 % der Wirtschafts­leistung in China ausmacht.

Gleichzeitig ist der Wohnungsmarkt in diesem Land, das immer noch von einer Partei regiert wird, die sich „kommunistisch“ nennt, extrem durch­kapitalisiert. In früheren Zeiten mussten Staatsbetriebe ihren Beschäftigten Woh­nungen stellen. Das wurde im Zuge der marktwirtschaftlichen Reformen 1998 gekippt. Mieten sind in den schnell wachsenden Megastädten kaum er­schwinglich, so dass alle, die es irgend­wie schaffen können, in Wohneigentum investieren. In der Regel heißt das, sich über beide Ohren zu verschulden, doch leben mittlerweile 90 % der chinesischen Haushalte in eigenem Eigentum (1990 waren es nur 17 %).8 Die Kredite dafür wurden recht großzügig zur Verfügung gestellt, da die seit Jahren steigenden Immobilienpreise Wohnungen als sichere Anlage gelten ließen (in zwanzig Jahren haben sich die Preise in den großen Städten versieben­facht!).

Immobilien sind für viele Chines:innen zugleich die beliebteste Form der Geld­anlage, sei es als Alterssicherung oder als Notreserve für schlechte Zeiten. Denn die Inflation frisst Sparguthaben schnell auf, chinesische Aktien sind nur etwas für Menschen mit starken Nerven und die Investition in ausländische Aktien ist nicht erlaubt.

Aus diesen Gründen hat sich in den letzten Jahren eine große Spekulations­blase entwickelt, die auf einem Schuldenberg aufgebaut ist. Viele Woh­nungen wurden nur noch zum Weiter­verkauf erworben, ca. 90 Millionen Neu­bauwohnungen in China stehen leer. Das heißt nicht unbedingt, dass sie keine Käufer:innen gefunden haben, aber eine nicht geringe Zahl von ihnen kauft nur, um teurer weiter zu verkaufen. Das klassische Schneeballsystem, das Spekulationsblasen ausmacht. Wenn die letzten Investor:innen keine Ab­nehmer:innen mehr finden, dann platzt die Blase und die Preise purzeln.

Die chinesische Führung ist sich seit Jahren der entstehenden Blase bewusst und im Unterschied zum neoliberalen Westen versucht der chinesische Staat, die Wirtschaft stark zu lenken. Aber ein bisschen mehr „Wirtschaftsplanung“ macht die Widersprüche des Kapitalis­mus noch lange nicht beherrschbar! Ein Problem ist zum Beispiel, dass die Finanzen der chinesischen Kommunen zum großen Teil am Immobiliensektor hängen. Indem sie Bauland ausweisen und verkaufen, können sie große Ein­nahmen erzielen, ohne die die meisten Kommunen pleite wären. Schätzungen zufolge stammen um die 40 % der kom­munalen Einnahmen aus dieser Quelle.9 So dass die Versuche, kontrolliert Luft aus der Blase abzulassen, an anderer Stelle zum Auftauchen großer Verschul­dungsprobleme führen werden.

Und letztlich waren es sogar die Ver­suche des chinesischen Staates, mäßi­gend auf die Immobilienspekulation ein­zuwirken, die im Fall von Evergrande zur Zahlungsunfähigkeit geführt haben. Evergrande ist dabei nicht der einzige Immobiliengigant in Schwierigkeiten, aber durch seine Größe ist er das beun­ruhigendste Symptom der Krise. 200.000 Beschäftigte sind bei Ever­grande angestellt, über drei Millionen Arbeitsplätze hängen an seinen Bau­projekten.

Die chinesische Regierung zögert offen­bar, Evergrande nach dem Motto „too big to fail“ zu retten, weil das die Speku­lant:innen darin bestärken könnte, weiter an der Preisspirale zu drehen. Doch wenn Evergrande pleite geht, dann könnten die Auswirkungen sich durch­aus mit Lehman Brothers (die US-Bank, die die Finanzkrise 2008 ausgelöst hat) vergleichen lassen.

Zwar ist Evergrande zu 95 % in chinesi­schen Händen, das heißt unmittelbare Auswirkungen auf das westliche Finanz­system wird es kaum geben, aber die Immobilienkrise könnte viele Millionen Chines:innen gerade aus der zahlungs­fähigen Mittelschicht empfindlich treffen, deren Nachfrage für die Welt­wirtschaft in den letzten Jahren so ent­scheidend war.

Die Rückkehr der Inflation

Hierzulande sind es sicherlich die enorm gestiegenen Preise, die die Mehrheit der Arbeitenden zuallererst beschäftigen. Von den 4,5 % Inflationsrate ist ungefähr 1 % ein „statistischer Effekt“, der darauf beruht, dass im letzten Jahr Corona-bedingt die Mehrwertsteuer gesenkt und dieses Jahr wieder erhöht wurde. Da die Inflation im Jahresvergleich gemessen wird, fällt dies ab Januar wieder weg.

Doch dann bleiben immer noch 3,5 % übrig. Und für ärmere Haushalte, für die Miete, Heizung, Fahrtkosten und Lebensmittel einen Großteil ihrer Aus­gaben ausmachen, sind die Preisstei­gerungen noch viel empfindlicher: Ge­müse zum Beispiel ist um 9,2 % teurer geworden.10

Aber den großen Batzen machen die Energiepreise aus. Insbesondere Erdgas, aber auch andere fossile Energieträger haben rasant zugelegt. Der Erdölpreis hat sich im Vergleich zum Tiefststand vom letzten Jahr verfünffacht, beim Gas gab es eine Verdreifachung des Preises innerhalb weniger Monate.

Das betrifft unmittelbar die Kosten für Heizung im nun beginnenden Winter. Aber die Energiepreise finden sich am Ende in den meisten Produkten wieder, weil Hersteller:innen die gestiegenen Kosten an die Endverbraucher:innen weitergeben. Die Versorgungs­schwierigkeiten mit bestimmten Gütern aufgrund der oben beschriebenen Lieferengpässe kommen noch hinzu.

Doch was sind die Gründe für die Preis­sprünge bei der Energie? Zum einen, ganz ähnlich wie bei dem Rückstau der Containerschiffe, ist es das Einsetzen der Nachfrage nach dem Corona-Lockdown im letzten Frühjahr, der die Preise zum Steigen gebracht hat. Die Überlastung der Häfen hat die Lage auf dem Markt verschärft, weil heutzutage Gas nicht mehr nur über Pipelines transportiert, sondern auch als Flüssiggas verschifft wird.

Doch ein Teil des Preisanstiegs ist auch der Neoliberalisierung der Gasver­sorgung geschuldet. Während früher meist ein staatlicher Anbieter für die Versorgung mit Gas verantwortlich war, der langfristige Lieferverträge mit den Förderstaaten hatte, hat die „Öffnung für die (private) Konkurrenz“, die hier genauso durchgeführt wurde wie bei Stromversorgung, Bahnverkehr, Post und Telekommunikation, die Versorgung sehr viel marktabhängiger gemacht. Die verschiedenen Anbieter, die man kaum Versorger nennen kann, da sie weder Gas produzieren, noch für die Verteilernetze zuständig sind, konkurrieren vor allem über den Beschaffungspreis. Das heißt, statt auf langfristige Lieferverträge setzen sie auf Schnäppchenjagd in den Erzeugerländern. Und als die Preise anzogen, haben viele darauf gesetzt, dass sie auch wieder fallen werden und die Bestückung ihrer Gasspeicher auf später verschoben. Da war die Not dann umso größer und es musste am Ende noch teurer eingekauft werden.

Noch härter trifft es wie üblich die Länder des globalen Südens. In Pakistan, Indien und Bangladesh beispielsweise führt die Energiekrise zu Gas- und Stromausfällen.11

Die bürgerlichen Wirtschafts­wissenschaftler:innen und Politiker:innen bemühen sich angesichts des Preisanstiegs um beruhigende Worte. So schrieb das ifo-Institut im September: „Die höheren Inflationsraten scheinen auf vorübergehenden Effekten zu beruhen, so dass die Inflationsraten wohl nur temporär überschießen werden und sich dann wieder normali­sieren werden.“12

Wie sehr sich auch die bürgerlichen Wirtschaftsschulen unterscheiden, so tun die meisten von ihnen so, als wäre die größte Gefahr für eine „echte“ Infla­tion eine „Lohn-Preis-Spirale“: Gefährlich wäre es angeblich, wenn nun unter dem Eindruck der Inflation hohe Lohnabschlüsse kämen, die dann die Preise weiter steigen ließen …

Das ist wirklich bürgerliche Propaganda der besten Sorte. Als ob die Arbeitenden Schuld wären, wenn sie Reallohn­verluste nicht einfach hinnehmen wollten. In der Tat gibt es bisher an dieser Stelle wenig Grund zur Beun­ruhigung:

Die Tarifabschlüsse im letzten Jahr lagen im Schnitt bei + 1,6 %, wie das gewerkschaftsnahe WSI-Tarifarchiv im Sommer bekannt gab. Auch die Deutsche Bahn hat nach dem Streik der GDL gerade mal 1,5 % für dieses Jahr locker gemacht, während sie mit Verweis auf die steigenden Energiepreise die Tickets im Fernverkehr um 1,9 % erhöhen werden.

Die Argumentation mit der Lohn-Preis-Spirale nutzt nur den Unternehmen und ist ein weiteres Mittel, die Lasten der kapitalistischen Krisen und Wider­sprüche auf die Arbeitenden abzu­wälzen. In Wirklichkeit hängt es von vielen Faktoren, den Kräfteverhältnissen und der Konkurrenzsituation ab, ob Unternehmen gestiegene Lohnkosten tatsächlich an die Kund:innen weiter­geben können. Natürlich versuchen das die Kapitalist:innen, aber höhere Löhne können auch auf Kosten der Profit­margen gehen, ohne dass die Produkte teurer werden.

Die Arbeiter:innenbewegung hat schon vor Hundert Jahren eine andere Antwort auf Inflation gefunden: Die „gleitende Lohnskala“, also eine automatische An­passung der Löhne an die Preise. Dabei müssen die Arbeitenden sich organisiert einmischen in die kapitalistische Wirtschaftsordnung und Preisgestaltung sowie die Machenschaften des Kapitals unter die Lupe nehmen, um letztlich das kapitalistische System zu überwinden. Das wäre die passende Antwort auf die Krisentendenzen in der heutigen Welt­wirtschaft, die die verantwortlichen Profiteure zur Rechenschaft ziehen würde.

Kommt nun eine größere Weltwirt­schaftskrise? Wiederholt sich 2008, oder sogar 1929? Das kann niemand ernsthaft beantworten. Der Zweckoptimismus der „Wirtschaftsweisen“ ist jedenfalls fehl am Platze. Die kapitalistische Produk­tionsweise ist für die große Mehrheit der Menschheit eine Plage. Der Klassen­kampf wird sich vermutlich verschärfen. Es ist jedenfalls unsere Aufgabe, Wider­stand zu organisieren.

Kira Harper, Düsseldorf und Richard Lux, Berlin

Referenzen

1 https://www.capital.de/wirtschaft-politik/das-long-covid-der-weltwirtschaft

2 https://www.fr.de/wirtschaft/coronavirus-pandemie-flutkatastrophe-lieferengpaesse-knappheit-preiserhoehung-wirtschaft-90904650.html

3 https://www.capital.de/wirtschaft-politik/warum-es-im-welthandel-gerade-so-viele-flaschenhaelse-gibt

4 https://www.capital.de/wirtschaft-politik/container-lieferengpaesse-haefen-interview-robin-jaacks

5 Evgeny Morozow: Machtspiele mit Mikrochips, in: Le Monde diplomatique, August 2021, online: https://monde-diplomatique.de/artikel/!5790492

6 https://www.autozeitung.de/coronavirus-auswirkungen-auf-autobranche-automobilindustrie-198071.html

7 https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/diess-stellenabbau-wolfsburg-vw-30000-jobs/

8 https://finanzmarktwelt.de/wie-evergrande-den-chinesischen-immobilien-hype-beendet-211626/

9 Siehe z. B. Chang Liu/Wei Xiong: China’s Real Estate Market, online: https://wxiong.mycpanel.princeton.edu/papers/HousingChapter.pdf

10 https://www.rnd.de/wirtschaft/inflation-tanken-heizen-lebensmittel-was-jetzt-teuer-wird-EQYR5AA SIVBCDP2UV6P6XUVHII.html

11 James Meek: No Cup of Tea, in: Le Monde diplomatique, deutsche Ausgabe, November 2021, S. 11.

12 https://www.ifo.de/DocDL/sd-2021-09-demary-etal-inflationx.pdf

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