Die Spirale dreht sich weiter…
Die Verantwortlichen von Charité und CFM haben bestimmt
als sie klein waren und Mutti wiedermal erbost ins Kinderzimmer
schrie: „Räum deinen Saustall auf! Sofort!“ mit der
einfachsten Problemlösungsmethode reagiert. Das ganze
Gerümpel nehmen und in die Schränke oder unters Bett
stopfen. Sauberer war es dadurch nicht. Aber das Problem
immerhin verschoben. Wie wir darauf kommen? Ganz einfach.
Ihre „Problemlösungen“ für den Personalmangel lassen
darauf schließen. Die Intensivstationen sind überlastet? Kein
Problem. Wir pfropfen einfach einen Teil der Arbeit, zum
Beispiel den Patiententransport der OP´s, dem Krankentransport
auf. Soll der doch sehen wie er damit klarkommt.
Jetzt liegt es an uns, ob wir die verzogenen Gören damit
durchkommen lassen…
Das erste Kind,
welches im gemeinsamen Kreißsaal am CVK das Licht der
Welt erblickte, feierte vor wenigen Tagen seinen 20. Geburtstag.
Die aktuell im Kreißsaal beschäftigten Hebammen
feiern kräftig mit. Und zwar jedes Mal, wenn sie die Schicht
überstanden haben, ohne dass es aus der personellen Unterbesetzung
heraus zu Schäden für die Patientinnen und
deren Nachwuchs kam.
Ganz doll Frau Heepe,
wie Sie das hinbekommen haben. Eine Frage, auf die jeder
ein Ja oder ein Nein erwartet hätte, mit so vielen Worten zu
umschreiben, um dann klar zu bekennen: „Ich kann kein Ja
und kein Nein sagen!“ Dumm daran ist nur, dass es sich
nicht um eine Sprechstunde beim Logopäden handelte, sondern
um die Personalversammlung. Zu der waren sie eingeladen,
um Stellung zu nehmen zu den Plänen, die Servicekräfte
aus der Charité auszugliedern. Wir gehen davon aus,
dass die Pläne dafür bereits auch in ihren Schubladen liegen,
sie aber noch dabei sind, durchrechnen zu lassen, wie
viel Geld damit eingespart werden kann. Geld, welches dann
bestimmt auch seinen Weg zu ihren Centrumsleitungen finden
wird. Oder?
Warum?
Der Hörsaal 6 im CVK ist nun bestimmt nicht groß. Trotzdem
blieben viele, sehr viele Plätze bei der letzten Personalversammlung
frei. Immerhin die erste Personalversammlung,
bei der die neue Pflegedirektorin sprechen sollte. Über die
Gründe dafür können auch wir nur spekulieren. Haben die
KollegInnen des Centrums der Kommissarischen zu detailgetreu
erzählt von den Zuständen dort, um noch auf das
Statement gespannt zu sein? War es die Gewissheit, von
Herrn Einhäupl als auch von Frau Heepe vor allem Frechheiten
zu hören? War es die Erwartung einer Pflichtveranstaltung
des Personalrates? Oder war doch nur wieder einmal
die Personalnot daran schuld? Wir wissen es ja leider nicht.
Aber eines wissen wir. Das nächste Mal gehen wir lieber
zum Streikmeeting.
Personalmangel?
Genau, den kennen wir. Doch scheint er noch nicht groß
genug zu sein. Denn in der Pflegedirektion hat man noch
Kapazitäten, um für das neue Mitarbeiterempfehlungsprogramm
ein sechsseitiges Papier zu erstellen. Für einen Tarifvertrag
wäre das ein gutes Format. Keine Ausnahmen,
keine Protokollnotizen, einfache Regelungen für alle geltend,
wie 300 Jahre – 300 Euro oder eine klar definierte Mindestbesetzung.
Aber hier geht es darum, 300,- Euro an diejenigen
auszuzahlen, die einen armen Tropf überredeten, sich
bei der Charité als Pflegekraft zu bewerben. Wenn man die
Realität des Berufsalltags in der Charité verschweigt, könnte
dies leicht verdientes Geld sein, doch spätestens beim Anblick
des Workflows lässt man die Hoffnung auf 300 Euro
fahren.
Was Hans nicht lernt…
Die Helios Klinik in Uelzen ist erst kürzlich negativ in den
Schlagzeilen gewesen. Auslöser des Skandals waren verdreckte
OP-Bestecke. Ursache? Aus Kostengründen hatte
die Helios Gruppe die Sterilisation an die Helios Klinik in
Gifhorn vergeben. Man geht davon aus, dass das Gifhorner
Personal mit der Mehrarbeit teilweise überlastet war. (Ach
nee?!) Und die Lösung? Leider ist sie so wie wir sie auch
hier bei uns im Haus kennen. Statt mehr Personal, will man
einfach die Bestände der OP-Bestecke aufstocken. Und
wenn das alles nichts hilft, soll bis zum kommenden Frühjahr
neu strukturiert und modernisiert werden. Und was das Ergebnis
solcher Maßnahmen sein wird, wissen wir leider auch
zu gut.
Von wegen Nichts geht…
Wenn man derzeit so die Nachrichten durchforstet schlackern
einem glatt die Ohren. So viele Streiks im Gesundheitsbereich:
die Celenus KollegInnen, die KollegInnen vom
Hohenloher Krankenhauskonzern, die KollegInnen der
Curschmann Kliniken… Ihnen geht es wie uns und auch sie
wehren sich dagegen. Man stelle sich jetzt nur mal vor, was
wäre, wenn wir alle gemeinsam die Probleme anpacken
würden 😉
Wir lassen uns nicht spalten!
Nach den schrecklichen Anschlägen in Paris am 13. November
geht die Hetze gegen die Flüchtlinge wieder munter
weiter. Nun wird Angst geschürt: Steckt hinter diesem oder
jenem Flüchtling nicht doch ein verkappter IS-Terrorist?
Durch solche Manöver soll nur versucht werden, die Spaltung
zwischen uns Arbeitenden und den Flüchtlingen zu
vergrößern. Und das nutzt nur den Bossen und Regierungen.
Sie wollen uns glauben lassen, wir hätten mit der Regierung
und den Unternehmen in Frankreich oder sonstwo
mehr gemein, als mit der normalen Bevölkerung. Doch wir –
die Arbeitenden und Ausgebeuteten egal welchen Landes –
sind eine Klasse! Wir sind auf einer Seite! Es sind Ihre Kriege
– und wir sind die Opfer.
