Frankreich: „Unsere Kinder“ für ihre Kriege und imperialistischen Profite opfern? Nein!

Fabien Mandon – wer kannte diesen Namen vor Kurzem? Kaum jemand. Doch der französische Generalstabschef sorgte für Empörung, als er erklärte, man müsse sich darauf einstellen, unsere Kinder in Kriegen zu verlieren und wirtschaftliche Opfer zu bringen. Trotz dem großen Unmut, den diese Worte auslösten, stellte sich Emmanuel Macron prompt hinter ihn. Denn es bringt die Politik seiner Regierung auf den Punkt: steigende Militärausgaben und Vergünstigungen für Unternehmen auf der einen Seite, Kürzungen bei Gesundheit, Bildung, Wohnen und Verkehr auf der anderen – begleitet von Entlassungen und sinkenden Löhnen und Renten. Sozialer Kahlschlag und neue imperialistische Kriege? Beides verdient ein klares Nein!

Eine Armee zur Sicherung wirtschaftlicher Interessen
General Mandon ist nicht irgendein Soldat. Als Offizier der Luftwaffe nahm er an zahlreichen Einsätzen im Tschad, in der Demokratischen Republik Kongo, in Afghanistan und anderen Regionen teil – überall dort, wo Frankreich regelmäßig militärisch interveniert, um die Profite von Total, EDF, Bolloré, Bouygues, Lafarge oder CMA CGM zu sichern – deren Führungskräfte zunehmend von der extremen Rechten umworben oder beraten werden. Der französische Imperialismus steht gemeinsam mit anderen Mächten – den USA, China oder Russland – in der Verantwortung für Konflikte, die etwa im Kongo oder im Sudan unzählige Opfer fordern. Macron und seine Generäle würden gerne junge Menschen rekrutieren, aber die Begeisterung hält sich in Grenzen; sie setzen darauf, dass Arbeitslosigkeit genug „Freiwillige“ gegen Geld anlockt!


Geld für Krankenhäuser statt für Kampfjets
Frankreich ist ein bedeutender Akteur auf dem globalen Rüstungsmarkt. Unter dem Vorwand, die Ukraine zu unterstützen – während Trump inzwischen versucht, Kyjiw zum Nachgeben gegenüber Putin zu drängen – wurden in den vergangenen Jahren die Militärausgaben stark erhöht; sie haben sich in einem Jahrzehnt verdoppelt. Es geht nicht darum, unsere Freiheit gegen die russische Bedrohung zu verteidigen. Sondern einzig darum, die Profite der Rüstungskapitalisten zu fördern – durch jene zig Milliarden, die in ihre Kassen fließen. Macron hat Selenskyj gerade 100 Rafale-Kampfjets versprochen, zugunsten des französischen Flugzeugbauunternehmens Dassault, das wahrscheinlich nicht einmal so viele produzieren wird; aber die Dividenden, die der Tod abwirft, werden trotzdem fließen.


Wer Krieg verhindern will, muss den Kapitalismus abschaffen
Dass sich im Regierungslager wie auch bei der Rechten und extremen Rechten überzeugte Militaristen finden, überrascht kaum. Auch manche Sozialdemokraten stimmen ein – nicht zuletzt war es François Hollande, der vor gut zehn Jahren den Militäreinsatz in Mali anordnete.
Jean-Luc Mélenchon wiederum erklärt, er sei „gegen den Krieg“… Aber das Parlament solle demokratisch beschließen, dass wir für die Profite der Kapitalisten in den Tod geschickt werden. Er stützt sich ebenfalls auf das Militär und die nukleare Abschreckung. Als hätte die französische Armee jemals etwas anderes getan, als die Interessen des französischen Staates und seiner Wirtschaft durchzusetzen.


Gegen ihre imperialistischen Kriege
Während Mandon damit Schlagzeilen macht, dass er es auf das Leben unserer Kinder abgesehen hat, sorgt Nathalie Arthaud von Lutte ouvrière [Arbeiterkampf] ebenfalls für Aufmerksamkeit, indem sie ihm eine berühmte Passage aus dem Text der französischen Version der „Internationale“ zitiert: „S’ils s’obstinent, ces cannibales, à faire de nous des héros, ils sauront bientôt que nos balles sont pour nos propres généraux.“ – „Wenn diese Menschenfresser darauf bestehen, aus uns Helden zu machen, werden sie bald erfahren, dass unsere Kugeln für unsere eigenen Generäle bestimmt sind.“ Gut getroffen!
Am kommenden Samstag, dem 29. November, findet in Paris eine große Demonstration statt, die die Komplizenschaft des französischen Staates mit Israel in dessen Krieg gegen die Palästinenser anprangert. Der NPA-Révolutionnaires ruft gemeinsam mit mehreren Organisationen und Gewerkschaften (darunter CGT, Solidaires, CFDT und FSU) dazu auf. Treffpunkt ist um 14 Uhr, Place de la République – eine Gelegenheit, Macron und seinen Generälen deutlich zu widersprechen.

[Dieser Artikel erschien am 24. November 2025 als Vorderseite der Betriebsflugblätter unserer französischen Organisation „NPA – Révolutionnaires“: « Perdre nos enfants » pour leurs guerres et profits impérialistes, c’est non !]

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