Flüchtlingshilfswerk für Palästinenser:innen am Rand des Zusammenbruchs

In einem Brief an den Präsidenten der UN-Generalversammlung erklärte der Leiter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNRWA), Philippe Lazzarini: „Mit tiefem Bedauern muss ich Ihnen heute mitteilen, dass das Hilfswerk nach den wiederholten Rufen Israels zu seiner Auflösung und dem Einfrieren von Gebergeldern trotz des beispiellosen humanitären Bedarfs in Gaza einen Punkt erreicht hat, an dem es zusammenbricht.“ Und weiter heißt es. „Ich fürchte, wir stehen am Rande einer monumentalen Katastrophe mit schwerwiegenden Folgen für den regionalen Frieden, die Sicherheit und die Menschenrechte.“

Das 1949 gegründete UNRWA beschäftigt rund 30.000 Mitarbeiter in den besetzten Gebieten, im Libanon, in Jordanien und in Syrien, wo es unter anderem Schulen und Krankenhäuser zugunsten der palästinensischen Bevölkerung, insbesondere der Flüchtlinge von 1948 und ihrer Nachkommen, betreibt. In den etwas mehr als vier Monaten des Krieges Israels gegen die palästinensische Bevölkerung wurden in Gaza mehr Kinder, mehr Journalisten, mehr medizinisches Personal und mehr UN-Mitarbeiter getötet als irgendwo sonst auf der Welt während eines Konflikts, heißt es desweiteren in dem Tweet des Leiters der UNRWA. Seit längerem warnt das UNRWA schon vor einer Hungersnot in Gaza. Doch gerade nachdem lsrael vom Internationalen Gerichtshof aufgefordert wurde, Maßnahmen zum Schutz der palästinensischen Bevölkerung zu ergreifen, um einen Völkermord zu verhindern, beschuldigte Israel 12 Mitarbeiter des UNRWA-Flüchtlingshilfswerks, an dem Angriff der Hamas am 7. Oktober beteiligt gewesen zu sein. Bis heute hat Israel keine konkreten Beweise vorgelegt. Aber sechzehn westliche Länder, darunter Deutschland und die USA, nutzten den Vorwand der angeblichen Mittäterschaft von UNRWA-Mitarbeitern ohne zu zögern, um sofort die Finanzierung in Höhe von insgesamt 450 Millionen US-Dollar (415 Millionen Euro) einzustellen.

Auch das ist eine Art von Unterstützung für den zionistischen Staat auf dem Rücken der palästinensischen Zivilbevölkerung.

alle Fotos @UNRWA Twitter

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