FIFA: Korruption als Spiegel der kapitalistischen Gesellschaft

Harte Bandagen

Dass die Auseinandersetzungen bei den Tarifverhandlungen
rund um unseren Streik kein Zuckerschlecken werden, lässt allein
schon vermuten, wenn man sich den Verhandlungsführer
der Charité einmal genauer ansieht: Werner Bayreuther vom
Schranner AG Negotiation Institute. Wer jetzt zu faul zum googeln
ist, der braucht sich nur mal kurz den Arbeitskampf der
GDL mit der Deutschen Bahn ins Gedächtnis rufen. Denn dort
hatte der feine Herr auch seine Finger im Spiel und bewies eindrücklich,
mit welch hinterlistigen Tricks er für die Chefseite
agiert. Wir müssen uns also auf einiges gefasst machen. Da
sind die Hochglanzflyer, welche die Charité gegen den Streik
publik macht, ein süßer Anfang. Umso wichtiger ist es, dass wir
in der Öffentlichkeit unsere Forderungen publik machen und ordentlich
die „Werbetrommel“ rühren. Auch schon im Kleinen –
bei der Familie, den Freunden und Bekannten. Denn jede solidarische
Stimme ist wichtig. Und wenn wir dann noch zeitgleich/
gemeinsam mit den Postlern, den Kita-Beschäftigten, den
KollegInnen von Amazon … streiken. Ja, spätestens dann sollte
auch der Letzte in diesem Land begriffen haben, dass in den
vergangenen Jahren so einiges schief lief für uns Arbeiter und
unsere Anliegen mehr als berechtigt sind.

Die drei Fragezeichen auf Campustour

Welch seltener Besuch in unseren heiligen Hallen (äh, Stationen).
Da begaben sich doch allen Ernstes Ende Mai Herr Einhäupl,
Herr Frei und Herr Scheller auf Campustour, um uns
Fußvolk zu besuchen und mal zu hören, wo bei uns so der
Schuh drückt. Schon komisch, wenn sie DAS bis jetzt nicht mitbekommen
haben… Aber klar, wir beantworten doch alle Fragen
auch gerne zum hundertsten Mal. Wohlwissentlich, dass sie
uns auch diesmal nicht wirklich zuhören wollen. Bis sie es zu
spüren bekommen…

Komfortversorgung für einige Wenige

Öffentliche Daseinsfürsorge? Grundversorgung? Alles Quatsch
und Schnee von gestern! Heutzutage zählt nur noch „Marktbewusstsein“
– vor allem bei der „internationalen Gesundheitsmarke
Charité“. Und so schwadronieren sogenannte „Gesundheitsexperten“
von der CDU, dass sie Berlin – allen voran die
Charité – zum Zentrum der Gesundheitswirtschaft machen wollen.
Natürlich mit Hilfe von Medizintouristen. Und die brauchen
nun mal Komfortstationen, Chefarztbehandlung, kulinarische Finessen,
Dolmetscher etc. pp. Dass da dann kein Geld mehr für
den kranken Pöbel oder gar das Personal übrigbleibt versteht
sich ja wohl von selbst.

Sommerzeit ist Streikzeit!

Jahrelang haben wir gewartet und jetzt ist es endlich soweit: am
22. Juni 2015 soll endlich wieder gestreikt werden! Und es ist
höchste Eisenbahn! Wir streiken für Pflege mit ausreichend
Personal und dieser Kampf dient auch den PatientInnen. Er
kann auch Mut machen für Kämpfe in anderen Klinken deutschlandweit.
Deswegen sollten wir uns auch nicht von Einhäupl,
Frei und Co einschüchtern lassen – Geld ist da, man muss nur
wollen!
Und vielleicht können wir auch gleich mal bei den KollegInnen
der CFM vorbeischauen, die ab dem 22.6. Abteilungsversammlungen
haben. Einfach mal wieder Hallo sagen und zeigen, dass
wir 2011 und ihre Probleme nicht vergessen haben.

Planungsfreiheit

Ist einer der größten Wünsche (nicht nur) der CFM-Chefs. Am
liebsten würden sie wahrscheinlich unsere Dienstpläne abschaffen
und uns jeden Tag aufs Neue Bescheid geben, wie wir jeweils
zu arbeiten haben. Doch „leider“ gibt es nun mal gesicherte
Dienstpläne, die vom Betriebsrat abgesegnet werden.
Und wenn gesicherte Dienstpläne geändert werden müssen sie
erneut vom Betriebsrat bestätigt werden. Die CFM macht es
sich in diesem Fall ganz einfach und macht bis zu 1000 zu prüfende
Datensätze pro Tag! Da kann kein Betriebsrat hinterher
kommen! Und dies ist nur ein Zeichen, dass auch bei der CFM
Not an Personal herrscht!

Mobilisierung durch die Geschäftsführung

Wir CFMler sind ja leider noch nicht zum Streik aufgerufen.
Dabei haben wir nun wirklich Gründe genug, uns den KollegInnen
der Charité anzuschließen. Immer noch keinen Tarifvertrag,
entsprechend zu wenig Lohn und natürlich viel zu wenig Personal.
Logisch, das Konzept CFM muss sich für die Charité lohnen,
sonst werden die Schlipsträger ihren Sessel los. Und daher
entblöden sich die Herren und (wenigen) Damen nicht, uns mitzuteilen,
dass die Mitglieder des Betriebsrates nicht durch die
Bereiche gehen dürfen, um mit uns zu reden. Dafür gäbe es ja
Sprechstunden. Gut, bitte sehr. Wir fordern ver.di auf, uns zur
Urabstimmung zu rufen und bis dahin haben wir täglich mindestens
ein Anliegen an den Betriebsrat und werden fleißig die
Sprechstunden nutzen. Denn das ist Arbeitszeit!

Und ewig grüßt die Heepe!

Während die – wie hieß sie noch mal? – Möhlenkamp ihren Besuch
an der Charité scheinbar nutzte, um etliche Centrumsleitungen
zu vertreiben, blieb vor allem Eine: Genau, die Heepe.
Und wie schon 2014 befürchtet, wird sie heiß gehandelt für den
Posten der Pflegedirektorin. Warum wir darauf kommen? Das
Konzept, fast alle Leitungen zu entfernen, hat sie schon vor
Jahren bis zur Perfektion umgesetzt, all die hochgelobten Managertricks
hat sie bestens drauf. Sogenannte Zielgespräche,
die jeder Schwester noch einen zusätzlichen Beauftragtenposten
einbringen, das Schichtleitungssystem, die Fortbildungen
nach dem Frühdienst usw. Und das alles bei bester Qualität.
Papier ist halt geduldig. Und natürlich hat sie auch ein Patentrezept
für den Vorstand beim Umgang mit der aufmüpfigen Pflege:
Reduzieren bis auch ohne Streik nur die sog. Notdienstbesetzung
arbeitet.

Krach macht Krach

Den sollten wir auch unseren Vorstand und die Auftraggeber in
der Politik hören lassen! Der neue Staatsekretär Krach (SPD)
sagt, dass in den letzten 10 Jahren an Charité und Vivantes 500
Millionen Euro eingespart wurden. Er meint damit nur die Einsparung,
die sich aus der Kooperation der beiden Konzerne ergeben,
also noch nicht die vielen Millionen, die allein die Ausgliederung
der CFM erbracht hat. Darum noch einmal krachend:
Von wegen es ist kein Geld da, um die Forderung nach Mindestbesetzung
und besseren Arbeitsbedingungen zu erfüllen.
Ob an Charité oder CFM oder bei Vivantes! Doch bevor wir uns
falschen Freunden in den Arm werfen. Der Herr ist uns nicht
wohl gesonnen, denn „der Senat bleibt dabei: Die Charité muss
eine schwarze Null erreichen“. Also von der Politik ist kein
Freundschaftsdienst zu erwarten, denn um uns selber müssen
wir uns selber kümmern!

Sommeridylle in Elmau

Am 7/8.Juni haben sich sieben hochrangige Politiker in der bayrischen
Idylle Elmau getroffen und bei Speis und Trank über die
Zukunft der Welt beraten. Abgesehen von der Einschränkung
des Demonstrationsrechts und des Verbots der Vermietung von
Campingplätzen aufgrund von Hochwassergefahr (von 50 cm!),
konnten „Errungenschaften“ wie die Reduzierung des Ausstoßes
von Treibhausgasen auf Null bis Ende des JAHRHUNDERTS
durchgesetzt werden. Dummerweise soll das Klima
schon bis 2050 nicht mehr zu retten sein, wenn es so weiter
geht wie jetzt. Außerdem hat dieser 2-tägige Gipfel insgesamt
360 Mio. € gekostet, damit wäre für 12 Jahre ausreichend Personal
an der Charité gesichert. Aber wer will schon kleinlich
sein.

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