Die erkaufte Ruhe im öffentlichen Dienst

Der Zugfunke – 06. März 2019 als pdf

8. März – Internationaler Frauentag

Der 8. März ist Streik- und Aktionstag für die Rechte der Frauen. Gründe gibt es viele. Im Jahr 2019 haben gerade mal 6 Länder auf der ganzen Welt Gesetze geschaffen, die die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen auf der Arbeit sichern sollen. Deutschland ist nicht dabei! Laut Bericht der Weltbank liegt Deutschland, was die Gleichberechtigung angeht, nur auf Platz 31. Noch immer liegen hierzulande die Löhne von Frauen 21% unter denen der Männer; selbst wenn formal Ausbildung und Job gleich sind, sind es durchschnittlich noch 6% weniger. Mit der Beibehaltung des „Werbeverbotes für Abtreibungen“ setzt sich die frauenfeindliche Politik fort. Dabei wird es für Frauen immer schwerer einen Arzt zu finden, der Schwangerschaftsabbrüche vornimmt. Die Bundesärztekammer hat Alarm geschlagen. Die Kämpfe der Frauen richten sich immer noch gegen große Ungerechtigkeit und Ungleichheit.

Im Notfall nötig

Wenn man als Tf in eine Gefahrensituation kommt und dringend die Hilfe von der Notfallleitstelle braucht, dann sollte es eigentlich ganz schnell gehen. Aber immer wieder gibt es Spannungen, Kompetenz- und Kostengerangel. Und mit jeder Umstrukturierung in dem Bereich wird es nicht besser.

Es ist Sache des Unternehmens dafür zu sorgen, dass ausreichend und gut für Gefahrensituationen ausgebildete Kollegen in der Leitstelle sind. Mit den Problemen auf den Bahnsteigen gibt es für Tf schon genug zu tun.

Im Dunkeln

Alle möglichen Änderungen gibt es immer wieder am Zug, nur wann erfahren wir davon? Zum Beispiel: Die Bahnräumer der Baureihe 485 werden wegen Risse nicht mehr am Drehgestell befestigt? Aus den Tiefen der S-Bahn heißt es, alles sei in Ordnung. Wäre schön, wenn man vorher was Konkretes wüsste, betrifft ja schließlich die Sicherheit und das würde das Vertrauen in das Unternehmen erhöhen. Aber denen ist nicht mehr zu trauen.

Aufgehübscht I

Die Zeit der Bilanzpressekonferenzen steht an. Regio will sich in Lichtenberg schön einrichten und jede Ecke der Halle oben bis unten putzen lassen… um sich dann in den Millionen zu baden.

Aufgehübscht II

Im „Faktenblatt“ von Regio zur Ausschreibung RE 2 und RE 7 finden sich Interessantes. Zum Beispiel wird es ein viel „angenehmeres Ambiente“ geben und zum Beispiel Landschaftsmotive an den Wänden… auf den WC! Ja, ja, auf den Klos wird es künftig gemütlich (wenn sie nicht wegen eines Defekts abgeschlossen sind, was natürlich künftig nie vorkommt). Solche und ähnliches „specials“ werden so aufgebauscht, damit nicht auffällt, dass das Wichtigste fehlt: mit welcher Kalkulation bei unseren Entgelten und Arbeitsbedingungen hat sich Regio beworben? Wie „billig“ war das Angebot?

Die Forderungen des Bahnvorstands

Lutz und Pofalla verhandeln noch über mehr Geld mit der Bundesregierung. Milliardenschwer sind die Forderungen. 57 Milliarden soll der „Investitionsstau“ betragen, heißt es. Die Lohnerhöhungen für die Kolleg*innen im Öffentlichen Dienst sind Peanuts dagegen.
Nur, wohin gehen jedes Jahr immer aufs Neue die vielen Milliarden, die die Fahrgäste zahlen und der Staat (Bund oder Länder) auf zig Kanälen der DB zukommen lässt? Bei uns wird mit der Stoppuhr gerechnet, jedes Schräubchen wird gezählt, aber bei den Großprojekten verdienen ein Haufen Leute riesig. Und dazu sitzt die vereinigte Lobby der Autoindustrie und Banken im Vorstand und Aufsichtsrat, gut vernetzt mit der Immobilienwirtschaft, der Bahn- und Tunnelbauindustrie. Welche Interessen vertritt der Bahnvorstand, wenn er Milliarden fordert, alles Steuergelder, die aus unseren Taschen stammen?

Investitionen sind dringend nötig, aber genauso nötig wäre auch eine Kontrolle der Deutschen Bahn… durch uns, die Beschäftigten!

Klimastreiks gehen voran!

Gegen eine Politik, die zur Klimakatastrophe führt, werden am 15. März Schüler aus der ganzen Welt demonstrieren. Sie fordern ÖPNV und einen schnel­len Kohlestopp. Merkel hat den deutschen Schüler*innen zwar eine Liebeserklärung gemacht. Andere Politiker versprechen ihnen das Wahlrecht ab 16 Jahre… aber sie lassen sich nicht ablenken. Obwohl so jung, haben sie schon verstanden, dass nur Aktionen, die stören (nämlich streiken) Wirkung haben können: eine Lehre für uns alle!

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