Der „arabische Frühling“ – kein Ende in Sicht

Es begann in Tunesien und breitete sich
schnell auf die ganze Region aus. In
Ägypten, Libyen, Jemen, Bahrain und
Syrien kämpfen die Bevölkerungen
gegen Armut, Arbeitslosigkeit und Unterdrückung
und für demokratische
Freiheiten. Jahrelang haben die USA
oder EU gute Geschäfte mit den dortigen
Diktatoren gemacht. Nun aber stellt
sich die Bevölkerung quer. Dagegen
benutzen die Regierungen jedes Mittel,
um ihre Macht zu erhalten und gehen
mit aller Brutalität gegen die meist unbewaffneten
Demonstranten vor. Und
genau diese Länder, welche selbst so
gewalttätig gegen ihr eigenes Volk handeln,
kritisierten vor Kurzem noch die
brutale Politik Gaddafis in Libyen. Es
wird die Doppelmoral aller beteiligten
Länder ersichtlich. Aber auch der Westen
ist interessiert an der Stabilität
in dieser Region: in Bahrain z.B. gehen
mehrere Ölpipelines Richtung Europa
und es grenzt an den wichtigsten Handelspartner
der USA in dieser Region
an – Saudi Arabien. Seit Februar gibt
es regelmäßige Demonstrationen mit
500-1000 Menschen in der Hauptstadt
Manama, die nicht nur von einheimischen,
sondern auch Saudi-arabischen
Militär nieder geknüppelt werden. Zittert
etwa auch Saudi-Arabien vor einer
Revolution im eigenen Land? Aus Angst,
dass sich das gleiche wiederholt wie
in Tunesien und Ägypten, versuchen
die Machttragenden die Aufstände
schon im Keim zu ersticken

Aber solange Profite fließen, ist es
den westlichen Mächten egal, ob Demokratie
oder Diktatur. So bleiben sie
dabei, Ermahnungen auszusprechen
oder mit Militär einzugreifen, ohne den
Menschen eine wirkliche Perspektive
zu geben. Fast die ganze arabische Welt
ist auf den Beinen, um sich aus der
Unterdrückung zu befreien. Es zeigt,
dass der Funke von einem Land schnell
auf das nächste übertragen werden
kann, denn in allen Ländern wird für
das gleiche gekämpft: für Freiheit, Brot
und Arbeit!

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