Afghanistan: Was die Medien nicht sagen

Nachdem ein rechtsextremer amerikanischer
Priester vor dreißig Leuten eine
Ausgabe des Koran verbrannt hat, haben
seine muslimischen Gegenstücke
in Afghanistan zum Sturm auf ein UN-Büro
gerufen und dabei mindestens
sieben Mitarbeiter aus Europa und Nepal
umgebracht. Das zumindest erzählen
uns die Medien.

Sicher: die Taliban
und andere reaktionäre Muslime nutzen
Aktionen wie die Koranverbrennung,
um die Menschen für ihre „Ideen“ zu
gewinnen. Aber so einfach wie unsere
Medien es machen, ist es nicht: Es ist
nicht nur die Wut über die Schändung
eines heiligen Buches – es ist auch die Wut der Afghanen über die westlichen
Truppen im Land, die dort Menschen
ermorden: nicht nur die Killerteams der
US-Armee, die vorsätzlich Zivilisten
gefoltert und ermordet haben, auch die
Bundeswehr. Warum wohl sind im
letzten Jahr insgesamt 140 deutsche
Scharfschützen in der Region gewesen?
Warum wohl erfährt man nichts über
ihre „Ziele“ und ihre Opfer? Und warum
sagt man nicht, dass die „UN-Mitarbeiter“
auch allesamt Militärs waren?

So wie den Taliban die Koranverbrennung
nutzt, so nutzt der Überfall auf
die UN den westlichen Staaten und
ihrer Besatzungspolitik.

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