Deutsche Bahn: Gewinne auf Kosten der Sicherheit

Beim schrecklichen Zugunfall bei Hordorf
(Sachsen-Anhalt) haben Polizei
und Politiker schnell nach einem Buhmann
gesucht … und den Lokführer
des Güterzuges gefunden.

Dabei würde es sich lohnen, die Bahnunternehmen
genauer unter die Lupe
zu nehmen. Zig Firmen tummeln sich
auf der Strecke. Die beiden Unglückszüge
gehörten unterschiedlichen Privatbahnen.
Wie alle Bahnunternehmen
sind sie nur unterwegs, um Gewinne
zu machen. Deshalb sind auch Sicherheitsmängel
an Zügen weit verbreitet.
2009 schlug das Eisenbahnbundesamt
Alarm, weil offenbar Tausende Güterzüge
Risse an Radachsen und andere
Mängel hatten.

Für Gleise und Signale ist die Bahn-
Tochter DB Netz AG verantwortlich. Die
vielbefahrene Strecke bei Hordorf hat
dort, wo der Unfall passierte, nur ein
Gleis für beide Richtungen. Züge müssen aufeinander warten. Doch die Technik
erinnert an Dampflokzeiten, obwohl
es ist ein alter Hut ist, an Signalen
Magnete einzubauen, die den Zug
zwangsweise bremsen, falls der Lokführer
bei Rot fährt. DB Netz hat sich
das gespart. Dabei hat DB Netz im
Jahr 2009 über eine Milliarde Euro Gewinn
an den Konzern weitergeleitet. Viel
Geld… investiert in Sicherheitstechnik
hätte es zehn Leben gerettet.

Sie sparen die Züge kaputt – und die Bahner auch

Auch wenn der Lokführer bei Rot gefahren
ist, keinen Bahner würde es
wundern, wenn er völlig übermüdet und
gestresst war. Alle Bahnunternehmen
sind groß darin, Arbeitszeiten zu „optimieren“
und übertrumpfen sich gegenseitig.
Schichtanfang und -dauer
wechseln bei Lokführern ständig, gearbeitet
wird bis zu 12 Stunden, jede kleine Pause wird rausgerechnet.

Deshalb fordern Bahner schon lange
Tarifverträge mit Mindeststandards bei
allen Bahnunternehmen. Die Lokführer
der Gewerkschaft GDL wollen in erster
Linie bessere Schichtregelungen, Sicherung
ihrer Arbeitsplätze, auch wenn
der Staat Strecken an eine Privatbahn
vergibt und Absicherung, wenn sie nach
Jahren stressiger Arbeit nicht mehr
fahrtauglich sind.

Aber Veolia, DB und die anderen sind
dazu nicht bereit. Deshalb hat die GDL
am 3. Februar Streiks beschlossen.
Wenn die Bahner den Streik gut organisieren
und sich nicht auf kleine symbolische
Aktionen beschränken, können
die Bahnunternehmen gezwungen werden,
die Forderungen zu akzeptieren.
Das wäre auch eine Sicherheitsmaßnahme
– für Bahner und für Fahrgäste!

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