
[Übersetzung aus dem Französischen – Edito der NPA Révolutionnaire] Der rassistische Anschlag von Trappes kostete einen 26-jährigen Mann, Pengo Bossio Wangi, das Leben und verletzte fünf Personen, darunter ein 12-jähriges Mädchen, das um sein Leben kämpft. Die Trauer ist maßlos, aber auch die Wut und der Zorn. Dieses Massaker richtete sich gegen Arbeiter:innenviertel, die – wie viele andere auch – Ziel rassistischer Parolen sind, die darauf abzielen die Arbeiter:innen, die dieses Land am Laufen halten, zu verunglimpfen und zu spalten. Bardella, der Vorsitzende des rechtsradikalen RN, hatte Trappes als „europäische Hauptstadt des Dschihad“ bezeichnet. Le Pen vom RN, der konservative Präsidentschaftskandidat Retailleau und Macrons Gefolgsleute kotzen Tag und Nacht in den Sendern der Milliardär:innen ihren islamophoben Hass aus, der identitäre Spaltung schürt, um ihr System der sozialen Ausgrenzung und Ausbeutung besser zu schützen. Und in ihrem Hass hatten sie nicht einmal den Anstand, nach Freitag zu schweigen; Macron hat diesen Mord nicht beim Namen genannt: Es war ein rassistischer und islamophober Anschlag.
Es ist die rassistische – weil arbeiter:innenfeindliche – Politik, die den Schützen von Trappes bewaffnet hat. Mit zweierlei Maß messen: Das ist die Ideologie dieser Zweiklassengesellschaft, die die Jugend nun schon seit über einem Monat zurückweist. Die Schüler:innenbewegung, die ihren Anfang in den ehemaligen Kolonien Mayotte, den Antillen und in den Arbeiter:innenvororten von Paris genommen hat, geht trotz der Schulferien weiter. Die Drohungen von Macron und Innenminister Nuñez haben nichts bewirkt: Die Jugend, der sich Hunderttausende von Arbeitenden angeschlossen haben, war am 24. Oktober genauso zahlreich auf der Straße wie am 17., trotz des Zögerns der Gewerkschaftsführungen, gegen die Demonstrationsverbote vorzugehen.
Die Regierung hatte keine Mühen gescheut: Demonstrationsverbote in kompletten Ballungsräumen wie rund um Lyon, vorgeschriebene Demorouten, Einsatz von „Centaure“-Panzern und Wasserwerfern. Die Bullen haben nicht gezögert, ihr Kriegsarsenal gegen die Demonstrant:innen einzusetzen und haben erneut Menschen verstümmelt und Augen ausgeschossen. Rechtsextreme gewaltbereite Gruppen, die dem „salonfähigen“ RN nahestehen, haben in rund zwanzig Städten ihren Beitrag zur „Aufrechterhaltung der Ordnung“ geleistet, indem sie indem die Demonstrationszüge angriffen, bevor sie sich hinter die Reihen der mit ihnen unter einer Decke steckenden CRS-Polizei-Einheiten zurückzogen. Die Regierung behauptet ebenso wie der RN, demokratische Freiheiten wie das Demonstrationsrecht oder das Streikrecht (auch für Schüler:innen) zu verteidigen … bis zu dem Zeitpunkt, wo die Arbeitenden davon Gebrauch machen!
Diese Bewegung zeigt deutlich, dass es zwei Lager gibt: auf der einen Seite die proletarische Jugend und die Arbeitenden, die ein Ende der sozialen Selektion im Bildungs-, im Gesundheitswesen sowie bei allen für die Bevölkerung nützlichen Dienstleistungen fordern; die verlangen, dass die Löhne mit den Preisen Schritt halten, mit einer Erhöhung von 600 oder 700 Euro monatlich und einem Mindestlohn von 2.200 Euro netto, um nicht schon am 10. des Monats ins Minus zu rutschen; die von ihrer Arbeit leben wollen und deshalb Entlassungen verbieten und die Arbeit unter allen aufteilen, um der Arbeitslosigkeit ein Ende zu setzen. Auf der anderen Seite stehen der Ölkonzern Total, ein Kriegsprofiteur, der diejenigen ausbeutet, die aufs Auto angewiesen sind; der rechtsextreme Medienmogul Bolloré, der seinen rassistischen Hass versprüht; und der Waffenhändler Dassault, der sich an steigenden Militärbudgets bereichert. Diese Bourgeoisie täuscht nur gegenüber den „Händlern“ Mitgefühl vor, als ob sie dasselbe Leben führen würde wie kleine, unabhängige Unternehmer:innen. Für alle anderen – diejenigen, die all den Reichtum erwirtschaften, den sie sich aneignet – gibt es nur den Knüppel, rassistische Spaltung und die Wahl zwischen Macron und seinem Klon Le Pen.
Es ist bewiesen: Die Arbeiter:innenklasse besitzt die Kraft ihrer Anzahl und die Entschlossenheit, für Emanzipation und soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Um die radikalisierten Herrschenden in die Knie zu zwingen, müssen wir nun das Problem an der Wurzel packen: die Profitmaschine durch einen Streik lahmlegen. Darauf müssen wir uns vorbereiten, indem wir an der Basis diskutieren und uns organisieren – Gewerkschaftsmitglieder und Nicht-Gewerkschaftsmitglieder gleichermaßen – und indem wir am Samstag, dem 31. Oktober, sowie am Dienstag, dem 3. November, gemeinsam mit den Schüler:innen demonstrieren, damit der 5. November zum Auftakt eines Generalstreiks wird!
Leitartikel der NPA-Révolutionnaires vom 25. Oktober 2026: Le racisme tue et la répression mutile en défense des intérêts du Medef. Le mouvement continue : construisons la grève dans les entreprises
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One Reply to “Frankreich: Rassismus tötet und Repression verstümmelt – im Interesse des französischen Kapitals. Die Bewegung geht weiter: Lasst uns den Streik in den Betrieben organisieren!”