„Wir wollen Arbeit und echte Demokratie“

Unter dieser Forderung versammeln
sich seit fast drei Wochen überall
in Spanien Menschen, um gegen
die Krise und die weit verbreitete
Korruption zu kämpfen. Vor allem
junge Menschen gehen auf die
Straße und bauen auf vielen
öffentlichen Plätzen Zelte auf.

Die
Wut sitzt tief. In den letzten Monaten
gab es bereits verschiedene Streiks
und Demos. Seit der sogenannten
Wirtschaftskrise und dem Ende
des Baubooms in Spanien steckt
das Land in einer tiefen Krise.
Bankenrettungspakete kosteten
das Land Milliarden. Jetzt soll die
Bevölkerung dafür bezahlen.

Die
spanische Regierung hat ein strenges
Sparprogramm beschlossen.
15 Mrd. Euro sollen jährlich
eingespart werden. Dies beinhaltet
die Kürzung der Gehälter von
Beamten und Staatsangestellten,
Kürzung an Ausgaben für Bildung
und Gesundheit, die Erhöhung des
Renteneintrittsalters von 65 auf
67 Jahre und die Verringerung der
Dauer des Arbeitslosengeldes. Da
die Arbeitslosenquote bei 20% liegt,
bei Jugendlichen sogar bei rund
40%, ist dies eine Kürzung, die fast
jede spanische Familie betrifft. Und
wer Arbeit findet, verdient meist
nicht viel. Der Durchschnittslohn
liegt in vielen Teilen des Landes bei 600 Euro, besonders die Jugend
verdient meist nicht mehr als 400
Euro. Und das Ganze angesichts
von Lebenserhaltungskosten, die den
Deutschen sehr ähnlich sind.

Die Zeltlager auf den Plätzen der
Städte dienen der Organisation
und der Selbstverwaltung der
Protestierenden. Täglich werden
Versammlungen abgehalten und dort
wird beraten wie es mit den Protesten
weitergehen soll. In Madrid ging es
sogar so weit, dass Anwohner aller
Alters- und Gesellschaftsgruppen in
41 Stadtteilen und 80 Gemeinden in
Versammlungen zusammenkamen.
Sie wählten Delegierte, die sich
auf dem zentralen Platz Madrids,
den Puerta del Sol, versammelten.

Ihre zentralen Forderungen sind:
„Schluss mit der Korruption und der
Arbeitslosigkeit.“ Darüber hinaus
fordern sie ein demokratischeres
Wahlgesetz.

Viele wissen, dass sie nicht dauerhaft
auf den Plätzen Spaniens verweilen
können und machen sich Gedanken,
wie es weiter gehen kann. Doch noch
hat die Bewegung nicht dazu geführt,
dass sich die Arbeiter den Protesten
anschließen und streiken. Nur so
könnte verhindert werden, dass die
Bevölkerung für die Krise zahlen
muss.

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