Wat Neues bei den Verhandlungen?

Wat Neues bei den Verhandlungen?
Letzten Montag gab es Tarifverhandlungen zwischen der CFM-Geschäftsführung und verdi. Was dabei rausge-kommen ist, ist nicht überraschend: Nichts. Eine Antwort darauf hatten wir aber gleich parat: Streik am Dienstag! Und es sind noch mehr KollegInnen rausgekommen als letzte Woche: Fast 400 KollegInnen aus der Reinigung, Transport, Logistik, Steri,… haben gemeinsam für einen Tarifvertrag gestreikt. Die Reinigung im CVK und CBF sind zusammen gebrochen, OPs wurden abgesagt und das obwohl den KollegInnen mit Abmahnungen gedroht wurden! Und wenn die CFM uns weiter so hinhält, uns weiterhin einen Tarifvertrag verwehrt, mit Löhnen die zum Leben reichen, sollten wir so ziemlich bald alle gemeinsam rausgehen!

Ein Betrieb – Ein Tarifvertrag!

Und nicht nur am Dienstag, auch schon letzte Woche Donnerstag und Freitag waren die KollegInnen von der CFM im Streik aufgrund der Null-Kompromissbereitschaft der CFM-Geschäftsführung. Über 300 KollegInnen aus ver-schiedenen Bereichen waren draußen. Ein Erfolg, der nur vom Dienstag getoppt wurde! Und wir konnten der CFM sowie Charité zeigen, wie wichtig und essenziell unsere Arbeit für den Krankenhausbetrieb ist: OPs mussten verschoben oder abgesagt werden, PatientInnen sind nicht rechtzeitig zur Untersuchung gekommen, das Material auf den Stationen wurde knapp, die komplette Steri am CVK war lahmgelegt und die Feuerwehr hat sogar angeordnet, dass die Häuser in Mitte und Steglitz für beide Tage nicht mehr angefahren werden sollen. Und das alles nach nur zwei Tagen! Die CFM und Charité sollen uns endlich den Lohn und die Arbeitsbedingungen geben, die uns zustehen. Wir sind ein Teil des Krankenhausbetriebes, ohne uns geht (fast) nichts. Daher fordern wir nach wie vor: Ein Betrieb, Ein Tarifvertrag! TVöD für alle!

Apropos
Um mit den KollegInnen diskutieren zu können, wie es weiter gehen soll und kann bezüglich der Tarifvertrags-verhandlungen, nutzt doch die Betriebsversammlung am 3.4.2020 um 8.30 Uhr, CVK, Forum 3, Audiomax. Es gibt keine Videoübertragung, d.h. KollegInnen aus Mitte und Steglitz müssen in den Wedding. Es ist euer Recht, daran teilzunehmen, auch Fahrtzeiten sind bezahlte Arbeitszeiten. Fahrt zusammen mit euren KollegInnen und wenn eure Vorgesetzten versuchen es zu verhindern, redet mit eurem Betriebsrat!

Rechnen war noch nie ihre Stärke…
Die CFM behauptete in aller Öffentlichkeit (rbb24 berichtete), es hätten nur drei Prozent von uns gestreikt letzte Woche, das wären bei 2,500 Beschäftigten nur 75 Menschen. Hmm, alle Anwesenden und auch die verdi Streiklisten können aber eine Streikbeteiligung von 250-300 KollegInnen bezeugen. Prozentrechnung war jedoch noch nie die Stärke der CFM, was wir auch jeden Monat auf unserem Lohnzettel sehen können.

Streikbrecherarbeit

Leider geht die CFM auch bei diesem Streik wieder mit unlauteren Mitteln vor. So wurden Security-Kräfte einer externen Firma während der Streiktage auf dem Charité Gelände gesichtet. Mit diesen schmutzigen Methoden versucht die CFM uns gegenseitig auszuspielen. Doch nicht die Security-Leute sind verantwortlich für geringe Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen, sondern die CFM! Und unser Groll sollte sich gegen sie richten!

Shoppingqueen

Na da schau her – gerade verkündet der Vorstand der privaten Rhön-Kliniken, sie könnten vor finanzieller Kraft kaum laufen und prüfen ernsthaft die Chancen für Zukäufe. Wer saß da gleich im Aufsichtsrat? Richtig – ein Ableger des Bertelsmann-Clans. Das sind die, deren Stiftung im vergangenen Jahr diese ominöse Studie durchs Sommer-loch getrieben hat. Dort empfahlen die besten ExpertInnen, die man für Geld kriegen konnte, dass – unbedingt und ganz wichtig – möglichst viele öffentliche Krankenhäuser dicht gemacht werden müssten. Halten die uns eigentlich für blöd? Offensichtlich.

Come together – right now…

Das sangen schon vor Jahren die Beatles, und es ist nach wie vor gültig – gemeinsam sind wir stärker. Nun erreichen uns gute Nachrichten aus Sachsen-Anhalt. An vier Standorten der berüchtigten Ameos-Kliniken (das sind die, die auf Wahrnehmung des Streikrechtes gern mal arbeitsrechtlich reagieren) haben jetzt Marburger Bund und verdi gemeinsam zum unbefristeten Streik aufgerufen. Bähm! Das merken wir uns jetzt mal alle – es geht. So wie ÄrztInnen und Pflege gemeinsam für das Wohl der PatientInnen arbeiten, ist die Verbesserung unserer Arbeits-bedingungen auch nur zusammen zu erreichen. Alle ge-meinsam – dann klappt‘s auch mit den Forderungen.

Das ist zynisch, Herr Frei

Dass die erbärmlichen Zustände in der Pflege zunehmend auch Menschenleben gefährden, ist seit Jahren bekannt. So war der Tod des ursprünglich wegen Personalmangels von der Kinderonkologie der Charité abgewiesenen Kindes nicht wirklich überraschend. Die Vorgänge sind durch die Medien bekannt und sollen hier nicht noch einmal erörtert werden. Was allerdings wütend macht, sind Kommentare wie die des Herrn Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung der Charité. Da der Personalmangel öffentlich diskutiert werde, „kann man auch keine Leute gewinnen„, so Frei. Geht‘s noch – den gegenwärtigen Zustand haben maßgeblich die Politik und die Klinikleitungen mit herbeigeführt, also auch Sie, Herr Vorstand. Jetzt nachträglich den KollegInnen hinten-rum die Schuld zuschieben zu wollen, weil sie nur für vernünftige Bezahlung und ordentliche Bedingungen arbeiten wollen, ist schlicht unredlich.

Anonymus

Kurz vor Jahresende wies der Klinikpersonalrat (KPR) darauf hin, dass er anonymen Beschwerden von Kolleg-Innen nicht nachgehen könne und werde. Leider vergaß er, in dieser Meldung darauf zu verweisen, dass es durchaus sinnvoll sein kann, anonym auf Missstände hinzuweisen und so zu versuchen, Schaden für PatientInnen oder Kolleg-Innen abzuwenden. Der KPR schwieg in seiner Meldung auch zu den Ursachen für ein Arbeitsklima, welches offenbar stark von Misstrauen gegenüber Chefetage ist. So dass viele KollegInnen lieber anonym bleiben, wenn sie über ihren Arbeitsalltag berichten wollen.

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