Von der Deutschen Bahn:

Bei der Deutschen Bahn stehen zwei Gewerkschaften in Konkurrenz: die dem Deutschen Gewerkschaftsbund angeschlossene EVG für alle Berufsgruppen und die GDL, die mehrheitlich Lokomotivführer*innen organisiert. Für die GDL geht es ums Eingemachte, da seit dem 2015 verabschiedeten „Tarifeinheitsgesetz“ nur noch Tarifverträge der jeweils mitgliederstärksten Gewerkschaft Gültigkeit haben sollen. Die Absprachen, mit denen nach dem letzten GDL-Streik 2015 die Gewerkschaften ihre Reviere abgesteckt hatten, laufen nun aus. Der Bahnvorstand, der zuletzt dadurch auffiel, dass er nicht auf seine Boni verzichten will, obwohl die EU-Kommission das für eine Coronabedingte Finanzspritze von 5 Mrd. Euro zur Bedingung gemacht hat, steht traditionell auf Seiten der EVG. Das von der RSO herausgegebene Betriebsflugblatt „Zugfunke“ kommentiert wie folgt:

Tarifverhandlungen – wohin geht die Reise?

Der Boni-Verteidigungs-Vorstand der DB läuft sich warm und erklärt öffentlich, warum die GDLer voll falsch liegen. Die EVG-Oberen eifern ihnen nach. Alle schütteln die Fäuste. Ist wie beim Wrestling. Der Vorstand rechnet mit Streiks, aber will die nicht. Die GDL-Chefs reden auch von Streik, aber wollen ihn vermeiden. Klingt nach gewisser Einigkeit. Wir werden es jedenfalls nicht so gemütlich haben wie die auserwählten Verhandlungskommissionen in den 4-Sterne-Hotels. Also, was tun? Irgendwie müssen wir uns zusammenraufen und das diskutieren, damit unsere Forderungen ernst genommen werden.

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