Streik bei der BVG: auf halbem Weg aufhören?

Die Kolleg:innen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten Anfang des Monats mit einer Urabstimmung ihre Kampflaune gezeigt: 95% hatten für den Erzwingungsstreik gestimmt. Danach ist aber in Sachen Streik nichts passiert.

Die Geschäftsleitung hat zunächst mit einer Schlichtung eine neue „Friedenspflicht“ gewonnen, die Geschäftsführung und die gewerkschaftliche Verhandlungskommission von ver.di sind einige Tage in Verhandlungen abgetaucht. Nachdem sie wieder aufgetaucht sind, sind die Kolleg:innen jetzt eingeladen, bis zum 25. April erneut der Urne ihre Meinung über ein neues Angebot vertraulich zu überlassen.

Die Geschäftsleitung behauptet nicht nur, dass dieses Angebot das best mögliche sei, sondern droht auch, falls ein neuer Streik kommen sollte, dass dieses Ergebnis vom Tisch gefegt würde und die Verhandlungen wieder bei Null anfangen.

Eine unverschämte Erpressung, die eine harte Gegenreaktion verlangt. Aber leider kommt das nicht mehr von der Gewerkschaft ver.di! Ver.di kneift und lässt die weiterhin entschlossenen Kolleg:innen im Regen stehen nach dem Motto: nehmt „lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“. Und erwähnt nicht mal die Option, dass im Falle der Ablehnung des Schlichtungsergebnisses eine weiterer Streik organisiert würde.

Selbst innerhalb die Tarifkommission war das Schlichtungsergebnis umstritten und wurde nicht einstimmig angenommen. Während der Videokonferenz mit der ver.di Verhandlungsführung auf zoom durfte allerdings niemand von diesen Gegenstimmen vor den Kolleg:innen reden.

Ob das komplizierte Schlichtungsergebnis zumindest der Hälfte der ursprünglichen Forderungen entspricht oder nicht, darüber kann man streiten. Aber die ursprüngliche Forderung von 750 € mehr pro Monat und deutlich höheren Zuschlägen war angesichts der Inflation nicht aus der Luft gegriffen.

Ob jetzt die Mehrheit der Kolleg:innen das vorgeschlagene Ergebnis akzeptieren wird und sich damit einer zweijährigen Friedenspflicht unterwirft, ist fraglich.

Um ein besseres Ergebnis zu erreichen ist die Organisation der kämpferischsten Kolleg:innen fundamental wichtig!

Beitragsbild: Warnstreik Frühjahr 2025 bei der Berliner BVG

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