Sozialarbeiter:innen in Berlin: „Sickout statt Burnout“

Am 18.12.2025 soll es einen Warnstreik zur gerade gestarteten Lohnrunde für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder geben. Und am selben Tag wird der Berliner Senat seinen Haushalt für 2026/27 beschließen. Die Kolleg:innen vom „Solitreff Soziale Arbeit“ haben dazu die Initiative „Sickout statt Burnout“ gestartet. Es geht darum, dass auch wir, Beschäftigte von freien Trägern, unsere Stimme an diesem Tag laut auf die Straße tragen wollen und müssen. Der Tarifvertrag der Länder (TV-L) betrifft auch uns. Wenn auch nur mittelbar, denn die ca 100.000 Beschäftigten, die in Berlin bei freien Trägern angestellt sind, werden nur in Anlehnung an den Tarifvertrag bezahlt, was oft bedeutet, dass wir nicht gemäß den Erfahrungsstufen im TV-L bezahlt werden und dass der Berliner Senat die Träger nicht komplett ausfinanziert. Viele Kolleg:innen bei freien Trägern verdienen 15-20 % weniger, als die Kolleg:innen die beim Land Berlin angestellt sind und nach Tarifvertrag bezahlt werden. Außerdem bekommen die Beschäftigten der freien Träger die Hauptstadtzulage nicht, eine Sonderzahlung von 150 Euro monatlich, die der Senat erst für alle versprochen und dann doch nicht gezahlt hat.

Der Berliner Haushaltsplan beinhaltet, wie jedes Jahr, Kürzungen für Jugendhilfe, Beratungsstellen und viele andere Bereiche. Viele Kolleg:innen gehen auf dem Zahnfleisch und wissen jetzt immer noch nicht, ob ihr Projekt das nächste Jahr noch weiter finanziert wird. Diese Sozialpolitik kostet uns unsere Gesundheit durch prekäre und unsichere Arbeitsbedingungen! Und auch unsere Aderssat:innen lässt diese Politik im Stich!


Gleichzeitig sehen wir, wie immer mehr Geld in Berlin in Polizei, Staatsanwaltschaft und deren Ausstattung gesteckt wird, und bundesweit werden Milliarden für Aufrüstung locker gemacht, während in allen Bereichen der Daseinsvorsorge gespart wird. Das bringt uns keine Sicherheit, sondern soziale Unsicherheit!


Alles zusammen ist unser Problem und es ist wichtig, dass möglichst viele Kolleg:innen sich am Donnerstag um 9:00 am Leipziger Platz versammeln, um zu zeigen, dass wir das nicht mitmachen! Ob durch Krankschreibung, Überstundenabbau oder andere Möglichkeiten, wichtig ist, dass wir viele sind!


Nicht nur in Deutschland können wir diesen Kurs beobachten. Auch in Frankreich und anderen europäischen Ländern wird zugunsten von Aufrüstung massiv im Sozialen Bereich gekürzt. Es gibt in Frankreich viele Entlassungen, private („freie“) Träger der Sozialen Arbeit müssen schließen und den verbleibenden Kolleg:innen werden u.a. die Urlaubstage gekürzt. Auch die französischen Kolleg:innen lassen sich das nicht weiter gefallen und rufen am 16., 17. und 18. Dezember zu einem landesweiten Streik der Sozialarbeiter:innen auf.

Sozialarbeiter:innen aller Länder, vereinigt euch!

Die Forderungen in Berlin sind:
● Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit: TV-L für alle
● Branchendeckender Tarifvertrag für alle Berufsgruppen im Sozialen: Sozialarbeiterinnen, Erzieherinnen, Hauswirtschaftskräfte, Verwaltungskräfte, Sprachmittlerinnen, Studierende, Pflegekräfte in sozialen Einrichtungen, Handwerkerinnen und viele mehr.
● Hauptstadtzulage für alle
● Kürzungen zurücknehmen – Finanzierung der Sozialen Infrastruktur nachhaltig aufstocken

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