
Mittwoch protestierten ein gutes Dutzend Tech Worker verschiedener Tech Companies in Berlin vor dem Kongress von Amazon Web Services (AWS).
AWS gehört zum amazon Konzern. Das ist der mit Abstand weltweit größte cloud computing Anbieter für große Konzerne und Staaten. AWS verkauft cloud Technologie auch an Israel, das seit Jahrzehnten modernste Technologie gegen die Palästinenser:innen einsetzt: zur totalen Überwachung und für Kriegsverbrechen.
2021 haben AWS, Google und der israelische Staat einen langfristigen Vertrag abgeschlossen, der unter dem Namen „Project Nimbus“ läuft. AWS und Google liefern an den israelischen Staat diverse Cloud Systeme und Programme bis hin zu Tools, die auf künstlicher Intelligenz beruhen. Mögliche Nutzer sind neben den Streitkräften auch israelische Rüstungsfimen (Israel Aerospace Industries und Rafael Advanced Defense Systems) und die quasi-staatliche Struktur zum Ausbau der israelischen Siedlungen in den palästinensischen Gebieten.

Diese super modernen Technologien sind keine Zukunftsmusik. Seit dem 7. Oktober sind in Gaza über 35.000 Palästinenser:innen getötet und über 79.000 verletzt worden (nicht gerechnet sind die Tausenden, die unter den Ruinen verschüttet sind). Das massenhafte Töten in Gaza erfolgt mit Hilfe auf künstlicher Intelligenz-basierter Systeme. Die Investigativjournale +972 Magazine und Local Call haben Anfang April berichtet, dass die israelische Armee zehntausende Menschen in Gaza mit Hilfe eines Systems künstlicher Intelligenz markiert und dann gezielt bombardiert oder drohnengesteuert erschossen hat. Dieses System funktioniert unter minimalster menschlicher Kontrolle und hat ein automatisiertes Verfahren zur Kalkulation von „Kollateralschäden“. Ein solches System ist schon lange der Traum von Politikern und Militärs, wird doch damit der menschliche Faktor, der Zeit (und Skrupel?) kostet, umgangen. Das ist keine Science Fiction, das ist Realität und trägt den bezaubernden Namen „Lavender“ (Lavendel). Für einen „kleinen“ Hamas-Kämpfer wurden 15-20 unschuldige zivile Opfer einkalkuliert. Hat „Lavender“ einen (angeblichen) Hamas-Kämpfer markiert, waren nur 20 Sekunden eingeplant, um diese Entscheidung durch einen Menschen zu überprüfen. Für die israelischen Soldaten fühlt sich das nicht mehr wie Krieg an, eher wie ein Video Game, gibt ein Kommandeur gegenüber den Journallist:innen zu.
Dank der großen Tech Companies und der super sophisticated Drohnen und Bomben diverser Rüstungsfirmen findet vor unseren Augen in Gaza ein „Hightech-Völkermord“ statt.

