Griechenland: Neuer Generalstreik gegen den 13-Stunden-Arbeitstag

Die Angestellten und Arbeiter:innen in Griechenland haben sich am Dienstag, dem 14. Oktober, massiv an einem Generalstreik beteiligt, um gegen die Reform der konservativen Regierung zur Einführung eines 13-Stunden-Arbeitstages zu protestieren. Vor zwei Wochen hatte es bereits einen ersten massiven Streik zu diesem Thema gegeben. Der Gesetzentwurf sieht insbesondere vor, dass ein Lohnabhängiger gegen zusätzliche Vergütung bis zu 13 Stunden pro Tag für einen einzigen Unternehmer arbeiten kann, und zwar „bis zu 37 Tage pro Jahr” und auf freiwilliger Basis. Diese Regelung gab es schon, jedoch nur, wenn ein Lohnabhängiger für zwei oder mehr Arbeitgeber tätig war. Der griechische Gewerkschaftsbund verwies darauf, dass viele Beschäftigte kaum die realistische Möglichkeit haben werden, sich zu weigern, 13 Stunden zu arbeiten, „angesichts des unausgewogenen Kräfteverhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das durch die prekäre Lage auf dem Arbeitsmarkt noch verstärkt wird”.

Flexible Arbeitszeiten „bedeuten in der Praxis die Abschaffung des Achtstundentages, das Verschwinden jeglicher Bedeutung von Familien- und Sozialleben und die Legalisierung von Ausbeutung“, erklärte die Dachgewerkschaft der Beamten ADEDY in einer Stellungnahme.

Die Gewerkschaften fordern die Rücknahme des neuen Gesetzes und eine Verkürzung der Arbeitszeit von derzeit 40 auf 35 Stunden pro Woche. Außerdem verlangen sie Lohnerhöhungen und die Wiedereinführung von Tarifverträgen.

Die Demonstrant:innen skandierten Slogans wie „Arbeitszeit ist keine Ware, es ist unser Leben!”, „Nein zu 13 Stunden!” und bezeichneten den Entwurf als „mittelalterlich”.

Während in Deutschland die Unternehmensverbände, die Gewerkschaften und die Bundesregierung über die Abschaffung des 8-Stunden-Tages und die weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit verhandeln, zeigen uns die griechischen Arbeitenden welche Antwort möglich ist.

Beitragsbild: @ PAME Twitter/X

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