War er von allen guten Geistern verlassen,
als Köhler von seinem Amt des
Bundespräsidenten zurücktrat? Nein,
von seinen politischen Beratern. Die
haben in der letzten Zeit nämlich das
Weite gesucht. Und so war kein Pressesprecher
mehr da, der ihn zurückpfeifen
konnte, als er am 22. Mai zugab,
dass in Afghanistan Krieg herrscht und
Deutschland (also deutsche Industrie
und Banken) eben seine Freihandelsinteressen
als Exportland durchsetzen
muss. Auweia! Das darf man doch nicht
sagen, das tut man – so die Devise
aller bürgerlichen PolitikerInnen. Und
sogleich wurde Köhler als Nestbeschmutzer
von seinen Politiker-KollegInnen
gescholten. Sie wollen nämlich
geschönte Sonntagsreden, damit sie
still und heimlich deutsche Konzerninteressen
auf der ganzen Welt mit
„UNO-Mandat“ verteidigen können.
