Doku: Mafia und Banken

Schon Berthold Brecht stellte sich die Frage: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ – beides kriminelle Handlungen. Die Mafia verdient ihr Geld aber nicht mit Bankraub, sondern viel mehr mit Drogenhandel, Glücksspiel, Prostitution, Wirtschaftskriminalität. Banken helfen dabei, ihr Geld zu waschen und in „legale“ Geschäftsfelder zu investieren. Die dreiteilige Dokureihe des französischen Filmemachers Christophe Bouquet auf Arte zeigt die Verstrickung von Banken und Mafia.

Die Doku beginnt in den 20er Jahren in New York und der Zeit der Prohibition. In dieser Zeit erfindet die Unterwelt ihr eigenes Bankensystem. In Shanghai wird der Mafiaboss der Chef der Börse und immer wieder und überall wird die Mafia herangezogen, um Kommunist:innen und Gewerkschafter:innen zu ermorden. In Italien hilft die Mafia dem Vatikan Geld zu waschen. Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks plünderten die ehemaligen Staatseliten zusammen mit der Mafia das „Volkseigentum“ und mit dem Aufkommen des Neoliberalismus und der Deregulierung entstehen so viele Schlupflöcher, die heute Mafia, Banken, Konzerne und Superreiche nutzen. Am Ende bleibt ein Zitat des Mafiabosses Lucky Luciano das wohl für den gesamten Kapitalismus gilt: „Hinter jedem großen Vermögen steckt ein                 Verbrechen.“.

Karl Gebhardt,  Berlin

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