Deutliche Steigerung in der Stahlbranche – zumindest der Gewinne

In den deutschen Stahlkonzernen knallen
die Sektkorken in den Chefetagen.
Die Auftragsbücher sind voll, die Auslastung
der Öfen liegt bei über 90%.
Allein ThyssenKrupp
rechnet 2010 mit
über einer Milliarde Gewinn. Entsprechend
selbstbewusst ging die IG Metall
in die Tarifrunde im September. Sechs
Prozent mehr Lohn für ein Jahr Laufzeit
– das klang nach den mageren
Abschlüssen der letzten Jahre richtig
mutig.

Doch was kam dann?? Nach drei Verhandlungsrunden
im Pilotbezirk Nordwesten
war die berüchtigte „Kuh vom
Eis“: 3,6% für 14 Monate haben die
Konzerne zugestanden, praktisch ohne
Kampf. Ein Zeichen dafür, dass sie
gerade jetzt einen Streik verhindern
wollten. Umso leichter hätte man mit
einem entschlossenen Kampf viel mehr
rausholen können. Rund 85.000 Beschäftigte
zählt die Stahlbranche in
Deutschland. 77.000 davon sind in der
IG Metall – von „mangelnder Kampffähigkeit“
keine Spur. Und dass sie bereit
waren, hatten die Metaller an drei
Warnstreiktagen bewiesen.

Auch der „Durchbruch bei der Leiharbeit“
– Leiharbeiter erhalten in der
Stahlindustrie jetzt offiziell gleiche Löhne
– ist leider eine Mogelpackung. Nur
drei Prozent beträgt deren Anteil im
Stahlbereich und die erhielten schon
vorher praktisch den gleichen Lohn.
Auch bei der Leiharbeit werden wirkliche
Veränderungen ohne Kampf nicht
zu er reichen sein.

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