Es gibt noch diese Höhlen, manchmal mit kaputten Klimaanlagen oder Klimaanlagen ohne Fernbedienung oder Kabelsalat wie in Friedrichstraße neulich, oder mit Reinigung, die nur einmal die Woche kommt und Bereichsleiter, mit denen man darüber rumstreiten muss. 3 S w(ü)irkt.
Aber hej, die Mannschaft vom Nordbahnhof zieht um in die Kynaststraße und erlebte dort überraschend Feines, sogar Sporträume und Duschen. Wie wäre es, wenn im Konzern die Chefetagen statt um mehr Ausbeutung zu wetteifern, einen Wettbewerb um die chilligsten Pausenräume starten würden?
Sommertheater bei der Verkehrssenatorin
Die Berliner Verkehrssenatorin hatte die „Bahnverantwortlichen“ zur Krisensitzung heran zitiert wegen der vielen Störungen. Die gibt es allerdings jedes Jahr. Warum also „Krisensitzung“? Sommerloch? Um die weitere Privatisierung der S-Bahn als alternativlos zum jetzigen Zustand präsentieren zu können?
Im Nachgang zur Sitzung schwadronieren die „Verantwortlichen“ über Lösungen: Gleisfreimeldeanlagen ein bisschen sauber machen…! Als „Insider“ wissen wir, dass die uralte Technik ein Problem ist, die den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt, die Probleme wachsen wegen Wetter und Häufigkeit der Taktfolge. Mehr Personal für die Wartung von Signalen und Stellwerkstechnik, für deren Erhalt, zu wenig Züge, Gleise und Abstellanlagen sind offensichtlich nicht die Sorgen der Verkehrssenatorin.
Big Deal auf Kosten der Bahnerinnen und Fahrgäste
Diese S-Bahn-Ausschreibung ist eine Farce. Aber es gibt keinen Grund für Erleichterung, jetzt wo das Ergebnis bekannt ist. Denn die S-Bahn geht nicht an die S-Bahn Berlin GmbH, sondern an einen Zusammenschluss von Siemens, Stadler und Deutsche Bahn. So ein Konsortium will sicher was „Neues“. Sie sind Meister in der Zerstückelung großer Bereiche und Aushebelung von Tarifverträgen. Wenn die S-Bahn mit Fahrbetrieb und Werkstatt auf mehrere Unternehmen verteilt würde, dann wäre es zum Beispiel schwerer zwischen Fahrbetrieb, Werkstatt und Verwaltung zu wechseln. Mit welcher Kalkulation haben die sich also beworben? Auf dem Niveau einer S-Bahn Fahrpersonal was weiß ich GmbH oder Stadler Service sonstwas Tochter GmbH ohne Tarifvertrag?
Nein, wir wollen nicht verkauft werden! Und alle Unterlagen müssen ohne Schwärzungen auf den Tisch!
Sie kommen nicht als Sozialarbeiter
Stadler und Siemens sind Weltkonzerne. Willkommen in der Welt der großen Haie. Stadler hat erst im Frühjahr die Kollegen in Wilhelmsruh mit der Teilschließung des Standortes erpresst und durch längere Arbeitszeiten durchgesetzt. Siemens hat ganze Sparten – zum Beispiel Osram – erst ausgepresst und dann verkauft. Diese Konzerne sind süchtig… nach Profiten. Die interessieren sich nicht für Berlin.
In der Siemens/Stadler-Familie gibt es allerdings auch rebellische Metallerinnen und Metaller!
Heiße Phase
Die Auswirkungen der Vergabe an das Siemens-Stadler-DB-Konsortium werden nicht bis 2030 auf sich warten lassen. Große Änderungen werden immer Jahre im Voraus geplant und die Umsetzungen kommen scheibchenweise. Die Trennung der Infrastruktur vom Betrieb bei der S-Bahn hatte 2016 begonnen und hat sich über Jahre hingezogen. Schon vor jeder Ausschreibung drehen Regio und S-Bahn an den Arbeitsbedingungen. Das Konsortium wird also nicht abwarten, bis die Hälfte bei uns in Rente gegangen ist.
Wenn der Klimawandel die Hitze bringt
Auf dem 480er brauchte man an heißen Tagen 3 Literflaschen Wasser pro Schicht. Die Klimaanlage ist zu dünn bemessen. In der Werkstatt ist es an heißen Tagen unterm Glasdach wie im Gewächshaus. Genauso wenn man ständig auf den Bahnsteigen arbeiten muss. Was sagen die Arbeitsschützer zu arbeiten bei Hitze: viel Trinken und viele kurze Pausen und zusätzliche Entwärmungspausen in kühlen Räumen + funktionierende Klimaanlagen + Getränke und erreichbare Toiletten. Hitze ist ein wiederkehrendes Problem für die eigene Gesundheit und die Sicherheit. Es kann nicht sein, dass man dann in der Klemme sitzt und allein entscheiden muss, die Arbeit zu unterbrechen.
DB Cargo zu Schnittchen
Die scheibchenweise Zerlegung und Verfütterung von Cargo an Privatbahnen und -unternehmen macht nicht Halt vor den Werkstätten. Jetzt ist offiziell, dass eine Werkstatt und 8 Außenstellen geschlossen werden sollen. Das betrifft mindestens 170 Kollegen in Senftenberg, Rostock und vielen anderen Orten. Die Kollegen sind sauer und bereit für kollektive Gegenwehr.
Wir lassen uns nicht zu Komplizen machen!
Wer bei der letzten Demonstration in Berlin in Solidarität mit den Palästinenser:innen mit 60.000 Leuten nicht dabei sein konnte, hat wieder eine Gelegenheit: am Samstag 27. September 14 Uhr vor dem Roten Rathaus und Konzert vor dem Bundestag mit K.I.Z. und anderen. Amnesty International und viele andere rufen auf. Verteidigen wir die Menschlichkeit.
Zusammen-fuer-gaza
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