Streik- Notruf
Wir haben einen Tipp an unsere KollegInnen in der Tarifkommission!
Bei dauerhafter Überlastung, nervenden Gesprächspartnern,
die auch noch Vorgesetzte sind, bei dem
Gefühl einfach nicht voranzukommen und dass das den
Verantwortlichen auch noch völlig egal oder sogar recht ist:
Einen Notruf formulieren und Veröffentlichen! Vielleicht hier
schon mal eine kleine Formulierungshilfe: „Durch das aktive
Hinhalten der Verhandlungsführer der Charité kommen wir
mit den Verhandlungen zu Mindestbesetzungen in den Bereichen
der Charité einfach nicht weiter. Sämtliche Fristen,
die vereinbart wurden, sind verstrichen. Unsere Geduld ist
am Ende, wir wollen unsere Kraft nicht mehr verschwenden.
Daher kündigen wir an, schnellst möglich mit allen KollegInnen
der Charité die Wiederaufnahme des Streiks vorzubereiten.“
Na, wie wäre es?
Feste feiern, wie sie fallen
So lieb meinen es die CFM und die Charité mit uns. Wir dürfen
am 4.9.2015 miteinander feiern und sogar „miteinander
ins Gespräch“ kommen. Da sind wir wirklich ganz gerührt.
Miteinander reden? Das haben wir bei der Arbeitshetze, die
die einladenden Chefs uns verordnet haben, schon fast verlernt.
Und falls wir es doch mal üben, kommt irgendeiner von
den kleinen Chefs und schubst uns rum. Geboten werden
uns beim Fest auch noch Spezialitäten aus Bella Italia. Dabei
brauchen wir gar keinen Prosecco, um eine Idee für ein
Tischgesprächsthema zu haben. Wann gehen wir endlich
gemeinsam in den Streik? Für einen Tarifvertrag an der CFM
und bessere Arbeitsbedingungen durch Mindestbesetzungsregeln
bei CFM und Charité!
Die Charité-Oberen meinen es ernst…
Ernst damit auf unsere Kosten einzusparen. Zu spüren bekommen
das nun auch (schon wieder) die MDA´s. Mehreren
KollegInnen flatterte schon ein Brief ins Haus, in dem Ihnen
eine Ausgliederung an die CFM angedroht wurde. Das Ganze
wird natürlich nicht als Personalabbau betitelt. Ist es aber!
Und verdi schweigt. Warum, das können wir nur vermuten.
Aber wir KollegInnen sollten nicht schweigen. Wie lange wollen
wir noch zusehen, wie ein Bereich nach dem anderen
zerhackstückt und ausgegliedert wird? Wie lange noch können
wir dabei sagen „Ach, das ist ja nur ein kleiner Bereich.
Das betrifft ja kaum jemanden.“?! Bis am Ende keiner mehr
übrig bleibt, der sich dagegen zur Wehr setzen kann? Wir
können uns dagegen wehren! Gerade jetzt laufen Verhandlungen
für mehr Personal an der Charité. Da liegt es doch
mehr als nah, in diesem Zuge auch dafür zu kämpfen, dass
das Personal, welches jetzt an der Charité arbeitet, dieses
auch weiterhin tut!
„We want You!“
Na, schon mal eine Partnerschaftssuchanzeige gelesen die
ungefähr so lautet: „Ich suche dich, für eine feste Beziehung.
(Auf 5 Jahre befristet) Du bist: 34,5 Jahre alt, wiegst 58 Kilo
und bist 1,72 cm groß und arbeitest als Buchhalterin. Deine
Hobbys sind Segelfliegen und Schwimmen.“
Zu präzise für eine Kontaktanzeige? Ja, das dachten wir
auch, als wir die Stellenausschreibung für die Stelle der Pflegedirektorin
an der Charité gelesen haben. Denn – Wunder,
oh, Wunder – diese Stellenausschreibung ist der bisherigen
kommissarischen Pflegedirektorin Heepe wie auf den Leib
geschneidert. Da ist dann auch auf einmal kein Hochschulstudium
für eine solche Stelle nötig. Denn das hat die
Wunschkandidatin nun mal nicht. Naja, es muss ja nur demokratisch
aussehen. Der Rest ist egal.
„Fred muss bleiben.“
Die CFM hat einen aktiven verdi-Kollegen und Streikaktivisten
vom Streik 2011 gekündigt. Grund: Er wollte sich nicht
von einem Chef der CFM rumschubsen lassen (physisch
gemeint!). Der Kollege hat eine Anzeige erstattet gegen diesen
Chef, da die CFM auf den Vorfall nicht reagiert hat. Doch
anstatt dem Chef zu rügen, kündigte sie Fred aufgrund eines
„zerstörten Vertrauensverhältnises“.
Seit 2011 schon geht die CFM mit uns immer rabiater um,
vor allem jedoch mit jenen, welche auch heute noch gewerkschaftlich
im Betrieb aktiv sind. So versucht sie ein Klima der
Angst und Einschüchterung zu schüren. Und das dürfen wir
uns nicht länger gefallen lassen! Ein kleiner Schritt dazu ist,
Solidarität zu zeigen und z.B. die von verdi erstellte Unterschriftenliste
zu unterschreiben und diese weiter zu verteilen.
Es wird Zeit, dass wir uns nicht weiter rumschubsen lassen!
Bob, der Personalmeister
Manchmal hat man an der Charité das Gefühl, irgendein Bob
bestimmt, wann, wo und wieviel Personal abgebaut werden
soll. Selbst nach der Aussetzung des Streiks, wo sich Charité
und verdi darauf geeinigt haben, es soll MEHR Personal geben,
werden fröhlich weiter hier und da Stellen abgebaut. Ist
das nur ein übler Trick der Charité? Solange abbauen, bis die
Verhandlungen für die Mindestbesetzung ausgestanden sind
und dann groß feiern, wenn wir mit Glück unsere alte Besetzung
(bescheidene) wieder haben? Jedenfalls wird dadurch
mal wieder klar, ohne Streik im Nacken wird die Charité uns
nichts geben!
Wie großzügig!
Wer in den heißen Tagen das Gefühl hatte, der Chefetage
war es ziemlich egal, wie wir in Schweiß gebadet klar kamen
– also das ist nun wirklich übertrieben. Immerhin wurden
schon nach wenigen Tagen zentrale „Wasserstellen“ für die
Kamele –äh pardon – das Personal festgelegt. So kennen wir
sie – immer rührend besorgt um uns.
Stark sind wir nur zusammen!
Seit Ende April sind 60 Altenpflege-Azubis des „Forum für
Senioren“ wiederholt im Streik für einen Tarifvertrag. Sie machen
die gleiche Erfahrung wie wir an der Charité – Veränderungen
sind nur möglich, wenn wir genügend Druck aufbauen.
Dafür ist es notwendig, dass wir unsere Kämpfe verbinden,
sei es bei Vivantes, an der Charité oder an anderen
Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen. Wir haben alle
die gleichen Probleme – lösen können wir sie nur gemeinsam.
Griechenland zum dritten Mal abgezockt
Während Medien wie BILD so tun, als würden unsere Steuermilliarden
in das Fass ohne Boden Griechenland gepumpt,
verdiente in Wirklichkeit der deutsche Staat selbst dann noch
an der Griechenlandkrise, wenn alle griechischen Schulden
ersatzlos gestrichen würden. Aber die Schulden werden nicht
gestrichen, sondern immer wieder zu gnadenloser Erpressung
benutzt. Ergebnis: Durch Mehrwertsteuererhöhung
werden fast alle Lebensmittel, Strom und Heizung in Griechenland
um 10 % verteuert, Sozialleistungen und Renten
werden massiv gekürzt und Armut und Elend so weiter vorangetrieben.
Die Syriza-Regierung ist vor dem Diktat eingeknickt
und somit grandios gescheitert mit ihrer Strategie,
durch Verhandlungen Zugeständnisse von Schäuble, Merkel
und Co. zu erhalten. Das war genauso illusorisch, wie von
der Charité-Leitung Rücksichtnahme auf unsere Interessen
zu erwarten. Gegen die profitdiktierte Sparpolitik in ganz Europa
hilft nur entschlossene Mobilisierung aller Arbeitenden!
