Streik für 1:20?

Viele der angebotenen Besetzungsvorgaben bleiben leider hinter unseren Forderungen zurück. Besonders schockiert waren wir aber von den Nachtdienstschlüsseln: 1 zu 10 auf der Palliativstation, 1 zu 15 auf der Hämatologie, 1 zu 20 auf der Kardiologie, 1 zu 20 auf der Geriatrie… Wir merken, die Damen und Herren haben schon seeehr lange keine Patient:innen mehr versorgt.

Respektlosigkeit bei Chavantes

Wir streiken seit mehr als zwei Wochen. Wir hatten ihnen ein 100-Tage-Ultimatum gestellt. Wir arbeiten seit Jahren in der Überlastungssituation. Und wir stehen bei den Ange­boten immer noch an dem Punkt, uns über die Respekt­losigkeiten der Chefs zu ärgern. Unsere Antwort kann, so schwer es auch ist, nur die Fortsetzung und Intensivierung unseres Kampfes sein.

PD irrt (mal wieder)

Da freut sie sich, die Heepe. Glaubt sie sich doch ihrem alten Traum ganz nah: Sie steht morgens am Tor und diri­giert jeden nach ihrem Gusto auf eine Station, in einen OP, zu einen Röntgenapparat usw. Doch sie irrt gewaltig, wir verhandeln nun mal zu einem TV-E und nicht zu einem TV-Flex.

Jenny muss zurück

Unsere Kollegin Jenny arbeitet seit vielen Jahren im Bistro in Spandau bei der SVL (Tochter von Vivantes) – für wenig Lohn und unter bescheidenen Bedingungen. Gemeinsam mit uns kämpft sie nun um den TVöD an allen Vivantes Töchtern. Sie hat sich ein Herz und das Mikro gefasst. Ihre Chefs haben sie suspendiert, Jenny rechnet mit ihrer Kündigung. Egal welchen Grund die Chefs anführen, wir ver­stehen diese Suspendierung als einen Angriff auf uns alle. Wir lassen Jenny nicht im Stich und fordern die sofortige Rücknahme ihrer Suspendierung. Unser Streik ist legitim und unser Recht. Das lassen wir uns nicht nehmen. Weder durch juristische Tricks noch durch Einschüchterung. Jenny hat es getroffen, gemeint sind wir alle. Jenny muss zurück!

Angebot an die Töchter

Im Beisein des Noch-Finanzsenators Kollatz hat Vivantes ein Angebot an die Töchter unterbreitet: Den Tarifvertrag der CFM. Dieser liegt unter dem TVöD und eine stufenweise Eingliederung in diesen ist nicht enthalten. Dieser Tarif­vertrag der CFM kam nach 15 Jahren Kampf. Um den 50 tägigen Streik der Kolleg:innen zu beenden flüchtete sich 2020 die CFM in die Schlichtung. Außer warmer Worte gab es aus dem SPD geführten Senat keinerlei Unterstützung. Auch bei der CFM sagte Kollatz, für die Zahlung des TVöD hätte Berlin kein Geld. Wie man halt politische Prioritäten setzt als Partei, die den Bürgermeister stellt. Doch wir lassen uns nicht abspeisen. Wir lehnen eine Schlichtung ab, unter dem TVöD machen wir es nicht. Wir kündigen aber schon heute an, auch an der CFM werden wir den TVöD durchsetzen. Gegen welchen Finanzsenator auch immer.

Berlin mit 1400 Betten mehr!

Die Kalayci scheidet als Gesundheitssenatorin aus. Doch kurz zuvor verkündete sie noch den neuen Krankenhaus­bettenplan für Berlin. Nach diesem soll die Zahl der Klinik­betten in Berlin um weitere 1400 ansteigen. Klar, Berlin als Gesundheitsregion bla und sülz. Für uns ist daran vor allem von Interesse, dass es offenbar ja doch genügend Pflegepersonal in Berlin gibt. Sonst würde man wohl kaum auf die Idee kommen, weitere Betten zu eröffnen. So mögen also Vorstand und Geschäftsführung endlich aufhören, uns zu erzählen, sie könnten nicht mehr Pflegepersonal einstellen, da es keines gäbe. Bessere Arbeitsbedingungen sorgen auch für mehr Personal.

Danckert und Schmidt – sucht euch wat Neuet!

Die Geschäftsführungen von Vivantes und Charité zeigen sich während unseres Streiks nicht im besten Licht. Vor­allem bei Vivantes wurden uns viele Steine in den Weg gelegt: angefangen von Streikverbot während der Warn­streiks, wahnwitzigen Notdienstvereinbarungen, Betten werden nicht gesperrt, Druck und Repression gegenüber den Kolleg:innen – besonders bei den Töchtern wie dem Labor Berlin. Es werden entweder gar keine oder nur unzur­eichende Angebote vorgelegt und gegen den Streik ge­schimpft. In der Öffentlichkeit appellieren die Geschäfts­führungen an uns, wir sollten doch an die Patient:innen denken – doch ihre Politik und der Normalzustand in den Häusern gefährdet die Patient:innen, nicht unser Streik. Wenn die Damen und Herren das also noch nicht ver­standen haben, sollten sie sich vielleicht nach einem neuen Job umsehen.

In Berlin wie in Brandenburg

Die Kolleginnen bei Asklepios im Land Brandenburg sind es leid. Sie verdienen trotzdem sie im selben Unternehmen be­schäftigt sind bis zu 10.000 Euro im Jahr weniger als ihre Kolleginnen in Hamburg. Daher sind sie in den Streik getreten. Auf ihren Plakaten weisen sie aber auf ein weiteres Problem hin: 26 Patienten – 1 Pflegekraft – No go! Folge von Jahrzehnten verfehlter Gesundheitspolitik und unserer viel zu schwachen Gegenwehr. Aber das ändern wir.

„Gemeinsam auf die Straße: Öffentlich statt privat!“

Am 18. September sind mehrere hundert Menschen auf die Straße, um gegen Einsparungen in Krankenhäusern, Schulen, Kitas, bei der S-Bahnund im öffentlichen Dienst zu protestieren. Es waren auch Kolleg:innen von der Bahn, dem Wenckebach Klinikum, von den Vivantes-Töchtern und CFM da. Ein weiteres Zeichen unserer Solidarität und u.a. durch den gemeinsamen Streik der Berliner Krankenhäuser sehen wir, wie stark wir zusammen sein können. Das sollten wir uns auch für die Zukunft merken!

Abschluss bei der Bahn

Viele von uns haben es sicherlich mitbekommen – die Kolleg:innen bei der Deutschen Bahn haben in den letzten Wochen gestreikt für Lohnerhöhung, Respekt ihrer Arbeit während der Pandemie, ihre Altersvorsorge und bessere Arbeitsbedingungen. Die Medien haben massiv gegen sie gehetzt – aber wir kennen es aus unseren Kämpfen – die Chefs, egal ob Bahn oder Krankenhaus, wollen uns meisten veräppeln und uns mit Minizugeständnissen abspeisen. Nun gab es eine Einigung, auch wenn nicht alle Forderungen erfüllt wurden, hat der Streik etwas gebracht. Einen aus­führlichen Artikel zur Einigung findet ihr hier: http://www.zugfunke.sozialismus.click/2021/09/19/nach-dem-bahnerstreik-einigung-zwischen-gdl-und-db/

Freitagsausflug?

Am Freitag, dem 24.09, um 12 Uhr vor dem Bundestag wird wieder gegen die kommende Klimakatastrophe gestreikt. Die Veranstaltung ist ohne Altersbeschränkung 😉

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