
[english below] Am Samstag, dem 5. April, gab es in den gesamten Vereinigten Staaten „Hands Off“-Proteste. Mindestens eine Million Menschen versammelten sich und demonstrierten, um ein klares Zeichen der wachsenden Wut über die Angriffe der Trump-Regierung auf die Mittelschicht und die Arbeiterklasse zu setzen. Die Menschen protestierten gegen eine breite Palette von Problemen und Ungerechtigkeiten. Zu den Kernbotschaften gehörte, dass es Milliardären nicht erlaubt sein sollte, sich zu bereichern, und zwar auf Kosten der Dinge, die wir zum Leben brauchen.
Natürlich gab es in den Großstädten einige der größten Demonstrationen. Trotz kalten Regens nahmen in New York 100.000 Menschen oder mehr an einem lauten, leidenschaftlichen und energiegeladenen Marsch auf der 5th Avenue durch Manhattan teil. Auch im National Mall in Washington, D.C., fand eine Kundgebung mit etwa 100.000 Teilnehmenden statt. Viele der Protestierenden waren Bundes-, Landes- und Kommunalangestellte mit ihren Gewerkschaften, die von Elon Musk, dem reichsten Mann der Welt, direkt angegriffen werden. Ebenfalls in Washington gab es einen weiteren Demonstrationszug, bei dem 40.000 oder mehr Menschen für die Verteidigung der Palästinenser:innen demonstrierten. Viele Masterstudent:innen, von denen viele in Gewerkschaften organisiert sind, nahmen ebenfalls teil und bildeten ein „Arbeiter:innen Block“ für Gaza. Auch Beschäftigte von Amazon und Google waren vertreten. In Chicago versammelten sich Zehntausende im zentralen Loop-Distrikt zu einer Massenkundgebung. Fast 10.000 versammelten sich auf dem Frank Ogawa Plaza in der Innenstadt von Oakland, und in Berkeley versammelten sich etwa 3.000 an einer BART-Station der Regionalbahn. Auf der anderen Seite der Bucht in San Francisco füllten Zehntausende den Civic Center Plaza. In Baltimore versammelten sich mehr als 1.000 Menschen vor dem Rathaus, nachdem sie zuvor vor dem Hauptsitz der Sozialversicherung im nahe gelegenen Woodlawn demonstriert hatten. In Portland, Boston, Los Angeles und Atlanta marschierten Zehntausende.
Aber nicht nur in Großstädten und traditionell demokratischen „blauen“ Städten oder Bundesstaaten fanden diese Kundgebungen statt. In Portland und Augusta, Maine, dem stolz unabhängigen kleinen Bundesstaat Neuengland, versammelten sich jeweils schätzungsweise 3.000 Menschen, und im ganzen Bundesstaat fanden ein Dutzend weitere Kundgebungen statt. In North Carolina versammelten sich mehrere Tausend in Raleigh, während Hunderte in Durham und Chapel Hill protestierten und weitere 3.000 in Charlotte protestierten. In Asheville, das im vergangenen Herbst durch den Hurrikan Helene verwüstet wurde und von Trump in seinem Wahlkampf für die Wiederwahl genutzt wurde, protestierten 7.000 mutige Demonstrant;innen gegen seine mangelnde Anteilnahme an ihrer Situation. Schätzungsweise 3.000 marschierten in Richmond, Virginia, und Tausende weitere in Austin, Texas, Elon Musks kürzlich neu gewählter Heimat. In der Kleinstadt Macon im Bundesstaat Georgia versammelten sich 300 Menschen, und in mindestens drei verschiedenen Städten im kleinen Bundesstaat Vermont versammelten sich jeweils etwa 1.000 Menschen bei kaltem Regen. In Iowa versammelten sich Hunderte nicht nur in den Städten, sondern auch in fast einem Dutzend Kleinstädten, die seit Jahrzehnten durchweg republikanisch wählen.
Selbst in Idaho, einem Staat, der zu einer Art gelobtem Land für weiße, nationalistische Gruppierungen mit rassistischen und christlichen Überzeugungen geworden ist, die Trump unterstützen, versammelten sich in Boise einige Tausend voller leidenschaftlicher Wut gegen Trump und gegen die jüngsten Anti-Trans-Gesetze, die von der Legislative ihres eigenen Staates verabschiedet wurden. Und in Florida, Trumps Wahlheimat, die in den letzten zwanzig Jahren zu einem republikanisch „roten“ Staat geworden ist, protestierten Tausende an Dutzenden von Orten. Hunderte versammelten sich an drei Orten im Palm Beach County, wo Trump in seinem Mar-a-Lago-Resort lebt und Golf spielt. Sogar in „The Villages“, einer bekanntlich wohlhabenden und konservativen Ruhestandsgemeinde in Zentralflorida, nahmen schätzungsweise 2.000 Menschen an den Protesten teil.
Bei jeder Kundgebung waren die Teilnehmenden wütend und voller Energie, es wurde lautstark demonstriert und skandiert. Die meisten Schilder und Transparente waren selbstgemacht. Einige waren kreativ und witzig und verspotteten die Arroganz der Milliardärsklasse. Andere waren schlicht, mit Worten, die mit Filzstiften oder Farbe auf Karton oder Plakatkarton kraftvoll aufs Papier gebracht wurden, und drückten fast physisch die Wut der Menschen aus, die sie geschrieben hatten.
Diese Proteste fanden an so unterschiedlichen Orten statt und waren so wütend, weil diese Kürzungen und Entlassungen und Angriffe zig Millionen Beschäftigte und anderweitig unterdrückte Menschen treffen werden, unabhängig davon, wo wir uns befinden, welche Hautfarbe oder welches Geschlecht wir haben oder wen wir gewählt haben. Die Milliardäre wollen, dass wir für ihre Krisen bezahlen, und sie wollen uns Geld und das Nötigste wegnehmen, damit sie weiterhin ihre eigenen Taschen füllen können. Die Realität wird zu offensichtlich, um sie zu ignorieren, selbst für viele, die sich zu lange von den Lügen der Desinformationsmaschine Trump/Musk haben täuschen lassen.
Die Millionen oder mehr Menschen, die letzten Samstag auf die Straße gegangen sind, sind vielleicht nur der Anfang. Aber sie geben uns einen Vorgeschmack auf die potenzielle Macht, die wir ausüben. Wir müssen nicht auf die Demokraten, die Gerichte oder sonst jemanden warten, der uns zu Hilfe eilt. Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.
[This article was originally published at „speak out now“ website: https://speakoutsocialists.org/protests-span-the-u-s-and-show-the-anger/]



