Pilotprojekt mit Überraschungseffekt?

Regio will schon lange die Basispläne nicht mehr und macht Druck beim Betriebsrat. Nun heißt es, die Basispläne sind gerettet. Doch im Kleingedruckten steckt die Überraschung: auf den Meldestellen in Nauen und Hennigsdorf läuft ein Pilotprojekt zur „Umstrukturierung der Basiswochen“. Regio will nur mal „probieren“? Wann hat uns das Zauberwort „Pilotprojekt“ das letzte Mal was gutes gebracht?

In Nauen und Hennigsdorf gibt es auch Kinder und pflegebedürftige Großeltern, deren Betreuung man organisieren möchte. Planung brauchen wir alle, Pilotprojekte eher nicht.

Die Zukunft der Bahn liegt im Bus

Weil der Wettbewerb so toll funktioniert und mit möglichst vielen profitgetrimmten Privatbahnen es so viel besser läuft als bei der alten ollen staatlichen Reichsbahn, fahren jetzt in Bayern auf den Nebenstrecken… Busse! Nach Regio hat es nun auch die Länderbahn fett erwischt: Züge fahren auf bestimmten Strecken bis 31. Oktober gleich gar nicht mehr, nachdem es schon wochenlang Ausfälle gegeben hat. Keine Baustelle, kein Unwetter, schnöder Personalmangel ist die Ursache. Die Bahnen schichten den letzten Rest auf die Hauptstrecken um und die Leute in den kleineren Städten steigen aufs Auto um, um zur Arbeit zu kommen. Vorwärts mit der Bahn ins 20. Jahrhundert!

Aber grüüüün ist sie doch

Das mit dem Zugfahren macht zwar Probleme, aber dafür haben die neuen ICEs grüne Streifen, statt der üblichen roten, wegen öko und so. „Schnellster Klimaschützer“ steht auch drauf. Lutz strahlte am Dienstag zufrieden in die Kameras angesichts dieses greengewashten Gaga-PR-Coups. Nur, fahren die neuen Dinger auch oder sind die nur hübsch?

Zuviel des Guten ist schlecht für die Autobranche

Autominister Scheuer hat vor dem Sommer seine Pläne zu Klimaschutzmaßnahmen vorgelegt. Viel hat der Transportsektor seiner Meinung nach zur CO2-Reduzierung nicht beizutragen. Jetzt hat eine Studie herausgefunden, dass sein Ministerium systematisch Potentiale zur CO2-Senkung rausgerechnet oder gar nicht erst berücksichtigt hat. Nämlich alles, was mit Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene zu tun hat. Im vergangenen Jahr wurden mit LkW 3,7 Mrd. Tonnen Güter transportiert, nur 0,4 Milliarden auf Schienen. Weil Scheuer‘s Ministerium daran nichts ändern will, stimmen seine Berechnungen, zugunsten der Autoindustrie. VW, Daimler…. sie werden zufrieden sein.

DB – süchtig nach Abbau

Dazu passt, dass bei der DB weitere Planspiele gibt, nach denen der Güterverkehr zum großen Teil wegrasiert werden soll. Die Hälfte der Güteverladestellen könnte geschlossen werden, Zehntausende Arbeitsplätze würden gestrichen, der Nordosten praktisch „Schiene-frei“. Erst kloppen diese Manager auf jedes Stück Bahn ein, um es auf Profit zu trimmen, und wenn es dann „schlecht“ läuft, werden die Bahnteile zu „sanierungsbedürftigen Sorgenkindern“ erklärt und platt gemacht.

Bahner for future, für die Zukunft – Aktionstag 20. September

Die Schüler und Studenten, die seit Anfang des Jahres immer freitags angesichts der Klimakatastrophe protestieren, planen für Freitag, 20. September, einen großen Aktionstag. Auch wenn die Grünen und praktisch alle Politiker, außer der AfD, auf deren Rücken klettern und versuchen, sich zu profilieren, haben die Jugendlichen doch Recht: wir haben einen Klimanotstand. Die Jugendlichen haben große Hoffnungen in die Bahnerinnen und Bahner, denn der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist eine wichtige Maßnahme angesichts des Notstands. Sie erwarten, dass wir uns auf jede nur mögliche Weise solidarisch zeigen. Und haben wir nicht allen Grund dafür? Aus unserer Sicht ist die Bahn so kaputt, dass sie nicht zukunftsfähig ist. Auch wir wollen, dass der Bahnverkehr ausgebaut wird und gut läuft. Zusammen mit den Jugendlichen verbindet uns ein gemeinsames Ziel. 12 Uhr Brandenburger Tor geht die Demonstration los.

Dadideldum, die Minutenjäger gehen rum

In der Leitstelle werden demnächst Zeitaufnahmen gemacht. Die S-Bahn-Geschäftsführung findet immer „zuviele“ Leute. Auch in den Büros. Diese Minutenjagd macht es für niemanden von uns besser, ganz im Gegenteil, und selbst mit der Flucht ins Büro kann man dem ganzen nicht entkommen. Wir haben nur eine Chance die Spirale der Verschlechterungen aufzuhalten, wenn wir zusammenhalten gegen die Verrückten in den Chefetagen.

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