Serie: Mussolini, son of the century

„Mussolini, son of the century“ ist eine Serie des italienischen Pay-TV-Senders Sky Atlantic, die in acht Episoden den Aufstieg Mussolinis und seiner faschistischen Partei (Partito Nazionale Fascista) erzählt: Von seinem Anfang mit den „Schwarzhemden“ (Parteimiliz der PNF, ähnlich Hitlers SA) als kleiner Organisation bis zur Vollendung der faschistischen Diktatur im Jahr 1925.

In der Serie erleben wir aus nächster Nähe ihre Gewalt: Die Angriffe auf Sozialist:innen werden sehr brutal gezeigt. Wen die Gewalt nicht abschreckt, dem bietet sich eine spannende Serie, die sich nicht scheut, die Ekelhaftigkeit Mussolinis und seiner Methoden zu zeigen. Die Handlung beleuchtet das Italien der 1920er Jahre. Wir sehen die Krise und die Arbeiter:innenbewegung mit Streiks, Land- und Fabrikbesetzungen nach dem Ersten Weltkrieg. In dem starben 650.000 Italiener:innen für einen für die nationale Rechte „unbefriedigenden Frieden“. Aber auch für die Linke war der Frieden enttäuschend, blieben doch die Profiteure und die Verantwortlichen des Gemetzels an der Macht. Aus dieser Enttäuschung heraus werden im „biennio rosso“ (den „zwei roten Jahren“) Arbeiter:innenräte gegründet, doch die Sozialist:innen verpassen die Gelegenheit sie zu organisieren. Derweil kann Mussolini das Kleinbürger:innentum verführen und so die Arbeiter:innenbewegung zerschlagen. Er zeigt der italienischen Großbourgeoisie, wie nützlich er ist, und bekommt einen Platz in der Regierung. 1922 wird er zum Regierungschef und die faschistische Diktatur wird bald vollendet.

Die Serie wurde bis jetzt leider nur mit englischen Untertiteln veröffentlicht. Sie zeigt aber gut, wie der Faschismus siegen konnte: wegen der Angst der Bourgeoisie vor einer sozialistischen Revolution und nach deren Scheitern durch das Fehlen einer Führung. Es ist eine Serie, die angesichts des Aufstiegs rechtsextremer Ideen mehr denn je nötig ist.

Peter Drache, Bielefeld

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