Seit Tagen führen westliche Regierungen
einen peinlichen Eiertanz auf.
Sie sagen Mubaraks Schlägertrupps
seien „inakzeptabel“. Es müsse einen
„Wandel“ geben in Ägypten. Hinter solchem
Blabla steckt kein bisschen echte
Unterstützung für die Protestierenden.
Schließlich haben sie den Diktator 30
Jahre unterstützt.
Außenminister Westerwelle
lobte Mubarak als einen „Mann
enormer Erfahrung, großer Weisheit,
der die Zukunft fest im Blick hat“. Sicher,
Erfahrung hat Mubarak… mit Folter
und Unterdrückung der Opposition.
Das ist die Stabilität, die die Kapitalisten
in Ländern der Dritten Welt so schätzen: Lass die westlichen Konzerne
ihre Geschäfte machen und halt die Bevölkerung
in Schach. Tourismus, Ölexport
und Suezkanal – Mubarak war der
Garant für Ruhe und Ausbeutung.
Profitiert
haben deutsche Unternehmen, die
wir alle kennen: Neben den Reiseveranstaltern
TUI und Thomas Cook auch
Großkonzerne wie Siemens, Daimler
und BASF, die mehr als eine halbe
Milliarde Euro investiert hatten. Viele
Fabriken stehen nun still. Auch für den
deutschen Autozulieferer Leoni, für den
16.000 Arbeiter in Ägypten und Tunesien
zu Billiglöhnen arbeiten, läuft‘s
nicht mehr so rund.
