Im Kampf gegen den religiösen Faschismus vertreten wir nicht die Werte Macrons !

Ein Lehrer einer Schule in einem Pariser Vorort wurde enthauptet, nachdem er eine Stunde über Meinungsfreiheit mit den Mohamed-Karikaturen von Charlie Hebdo illustriert hatte. Ihm war bereits vor der Tat nach dem Leben getrachtet worden, von religiösen Fanatikern, die in Wirklichkeit nichts anderes als Faschisten sind, die die muslimische Welt vergiften. Das ist der barbarische Akt, der das ganze Land schockiert hat. Überall haben sich am Sonntag Menschen versammelt, zahlreich und stumm ; Was tun ? Was sagen ?

Macron und seine Regierung haben nicht die gleiche Zurückhaltung an den Tag gelegt. Ein Segen war diese Tat für sie und ihren Kreuzzug gegen den « Separatismus », auf dem sie auf niederträchtige Art Muslime, Araber, und Islamisten in den gleichen Topf werfen. Gegen sie müsse man die sogenannten Werte der Republik verteidigen !

Lauthals kündigen sie eine verstärkte Repression an, härtere Gesetze, die Auflösung angeblich « verdächtiger » Organisationen, einen nationalen Trauertag… Ein Durcheinander gegen das sich niemand in der Politikerwelt erhebt. Jean-Luc Mélénchon der linken Partei France Insoumise zielt direkt auf die tschetschenische Community, deren Akten « eine nach der anderen einzeln geprüft werden müssen »… Ganz angelangt bei Putin sind wir noch nicht, der einst sagte, man müsse die Tschetschenen « alle abmurksen, bis aufs Klo ». Aber weit ist es nicht.

Gegen den politischen Islamismus, aber sicher !

Zu den Gefahren, die auf uns allen als Arbeitende lasten, gehört sicherlich auch der politische Islamismus, dessen Entwicklung in der Welt durch die vom Imperialismus angezettelten Kriege und sozialen Katastrophen stark gefördert wurde. Dieser politische Fundamentalismus mit seinen faschistischen Methoden hat während des « Schwarzen Jahrzehnts » der 90er in Algerien zehntausende Tote gebracht, Gewerkschafter, Feministinnen, Demokraten, teils abgeschlachtet und enthauptet. Unter diesen radikalen Rechten, an der Macht oder in der Opposition, leidet vor allem die Bevölkerung vieler Länder Afrikas oder des Nahen Ostens, aber sie ist auch hier in Frankreich aktiv.

Das Ziel dieses barbarischen Akts von letzter Woche ist es, einzuschüchtern, zu lähmen und zu terrorisieren, und die muslimischen Arbeitenden, die die ersten Betroffenen dieser Taten sind, um die Flagge des radikalen Islamismus zu scharen. Und im Namen Mohameds oder des königlichen Christus der weißen Fundamentalisten geht es immer um das Gleiche, um die Gleichschaltung der Unterdrückten und Ausgebeuteten, geleitet von einem Generalstab, der sich aus den schwerreichen Eliten rekrutiert.

Aber nicht hinter den angeblichen « Werten der Republik »

Macron stemmt sich also im Namen der republikanischen Werte gegen diesen Rechtsextremismus ? Was für ein Witz ! Lasst uns nicht vergessen, dass seine Regierung, wie alle ihre Vorgänger, exzellente Beziehungen zu Saudi-Arabien aufrechterhält – mit allem, was an Waffenverkäufen und Öllieferungen dazugehört – , wo das Regime öffentliche Enthauptungen veranstaltet. Während er so tut, als würde er die Fundamentalisten bekämpfen, nutzt er genau ihre Vorgehensweise, um mit seinem Kreuzzug gegen den « Separatismus » von seiner Politik für die Ultrareichen abzulenken. Islamistische Terroristen und die Fundamentalisten der Republik « à la Macron », letzten Endes verehren sie doch den gleichen Gott des Profits ! Und zelebrieren den gleichen Klassenhass gegen die Welt der Arbeit !

Schauen wir sie uns doch mal an, die sogenannten Werte ihrer Republik, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit… Freiheit, für wen ? Eine Wohnung, einen Job zu haben, nicht gefeuert zu werden, sich frei auf der Arbeit äußern zu können, zum Beispiel ? Gleichheit – zwischen wem ? – wo der Graben zwischen den Reichsten und der Masse derer, die ihre Familie nicht mehr ernährt bekommen, immer größer wird ? Sie reden vom Laizismus ; ein Witz, wenn man sieht wie der französische Staat seit Jahrzehnten katholische Schulen und andere Institutionen mit Geld subventioniert!

Es gibt viel zu sagen und zu diskutieren zwischen uns, Junge und Arbeitende, die wir mit unserem Widerstand und unseren Kämpfen die Situation der letzten Jahre geprägt haben. Unsere Reihen müssen enger zusammen rücken und größer werden ; unsere Werte sind die der Abschaffung der Lohnabhängigkeit und der Gesetze des Profits, unsere Werte sind die internationale Solidarität zwischen den Arbeitenden und den Völkern dieser Welt, um sie zu ändern, damit Barbaren, Zyniker und Heuchler uns nicht mehr ihre Gesetze aufdrücken können.

Eine Übersetzung aus dem Französischen. Der Artikel erschien zuerst am 19. Oktober 2020 als Editorial der Betriebsflugblätter unserer Gruppe „L’Ètincelle“: „Contre le fascisme religieux, nous n’avons pas les mêmes valeurs que… Macron !“

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