Griechenland unter der Fuchtel von IWF und EU

Die Ratingagentur Fitch hat jüngst die Vertrauenswürdigkeit
Griechenlands herabgestuft. Für neue Kredite verlangen
Finanzinstitute heute 25 % Zinsen, soviel wie nie zuvor. Die
Medien verbreiten, dass Griechenland Mitte Juli pleite ist. Seit
Wochen reisen Vertreter von IWF und EU hin und her, um
den Staatshaushalt zu kontrollieren. Dieses Durcheinander
hat in erster Linie das Ziel, den Druck auf die griechische
Regierung zu erhöhen und ihr noch drakonischere Maßnahmen
aufzuzwingen. Aktuell fordern die EU-Vertreter ein höheres
Tempo bei den Privatisierungen.

Am 17. Mai kündigte Premierminister Papandreou neben der
Streichung von 20 % der Stellen im Öffentlichen Dienst die
Privatisierung von Staatsbetrieben an. 50 Milliarden soll das
bringen. Fast alles steht zum Verkauf: der Stromkonzern PPC,
der Telekommunikationskonzern OTE, Wasserbetriebe, die
Eisenbahn, Flughäfen. Die Deutsche Bank ist Beraterin der
griechischen Regierung, um die Interessen der Investoren im
Griechenland-Räumungsverkauf sicherzustellen… vor allem
die der deutschen Unternehmen. Die Telekom hat schon
Anteile an der OTE. RWE hat seit Jahren Verträge mit PPC.
Fraport schielt heftig auf den Athener Flughafen, der bereits
zu 40 % Hochtief gehört. Krise in Europa? Ein Glück für die
deutsche Wirtschaft!

Die europäischen Regierungen hoffen, dass die griechischen
Arbeiter schlicht die weitere Absenkung ihres Lebensstandards
akzeptieren. Und die Arbeiter der anderen europäischen
Länder sollen ruhig zuschauen, ohne zu verstehen, dass ihnen
in Zukunft dieselben katastrophalen Verschlechterungen
blühen. Gut, dass dieses Kalkül nicht aufgeht. Seit dem 25.
Mai nehmen die Proteste in Griechenland wieder zu.

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